Zweibrücken
Warum es in Zweibrücken jetzt zwei Arbeitsämter gibt
„Im September sind in Zweibrücken Teile der Arbeitsagentur aus der Kaiserstraße ins Gebäude Landauer Straße 67 umgezogen, in dem auch das Jobcenter ansässig ist“, sagt Martina Sarter, die stellvertretende Leiterin der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens. Der Ortswechsel wurde nötig, weil im traditionellen Zweibrücker Arbeitsamtsgebäude an der Ecke Kaiser-/Poststraße mittlerweile drei Büroetagen vom neuen Agentur-Servicecenter belegt sind. Das ist ein Callcenter mit 50 Mitarbeitern, die ausschließlich per Telefon zu Fragen rund um Jobsuche oder Sozialleistungen informieren. In der Landauer Straße 67, im Verwaltungsgebäude neben der Zweibrücker Polizeiinspektion, haben im September die elf Beschäftigten der Arbeitsvermittlung sowie der Arbeitgeberservice ihre neue Adresse gefunden – unter einem Dach mit dem Jobcenter.
Am Altstandort Kaiserstraße 48 stehen auch nach gut drei Monaten noch immer Menschen ratlos vor der Tür – unschlüssig, weil sie dort vergeblich die Arbeitsvermittlung suchen. „Wir sind wohl immer noch in einer Übergangsphase“, zeigt Agentursprecher Mark Rheinheimer Verständnis für die Ratsuchenden, die den Umzug der Arbeitsvermittlung in die Landauer Straße 67 noch nicht verinnerlicht haben. Dort war ein laminierter Din-A-4-Ausdruck an der Eingangstür bislang der einzige erkennbare Hinweis auf den Einzug der Dienststelle. „Vor einigen Tagen haben wir an beiden Agenturgebäuden neue Folien an den Glastüren angebracht“, sagt Rheinheimer: „Deren Beschriftung sorgt jetzt hoffentlich für Klarheit.“
Fast gar kein Kundenverkehr mehr
„Echten Kundenverkehr gibt es bei uns fast ausschließlich in der Arbeitsvermittlung – und die sitzt jetzt neben der Polizei in der Landauer Straße“, stellt Martina Sarter klar, dass die Bevölkerung heute kaum noch Gründe habe, am Altstandort Kaiserstraße vorstellig zu werden. „Dort gibt es – abgesehen vom Callcenter – jetzt noch die Büros der Berufsberater und die Wehrdienstberatung, beides für eine junge Klientel. Und im Eingangsbereich wird stundenweise Reha-Beratung für Schwerbehinderte und Personen in der Rehabilitation angeboten. Wer solche Beratungsangebote in Anspruch nimmt, bekommt dafür vorab einen Termin – telefonisch oder per E-Mail. Man braucht also nicht in der Kaiserstraße zu klingeln, weil man zur Agentur für Arbeit möchte“, betont die Geschäftsführerin. Wer per Brief zu einem Gesprächstermin eingeladen werde, finde in dem Schreiben die richtige Adresse, an die er sich begeben muss.
Auch Martina Sarter findet es nicht optimal, dass die Arbeitsagentur nun auf zwei unterschiedliche Gebäude im Stadtgebiet verteilt ist. „Vor dem Einzug des Servicecenters hatten wir in der Stadt geeignete Räumlichkeiten gesucht – mit einzelnen Beratungszimmern, nicht mit Großraumbüros. Das hat aber nicht so geklappt, wie wir uns das wünschten. Als dann neben der Polizei eine Büroetage frei wurde, haben wir dort für die Arbeitsvermittlung zugegriffen.“
Eigener Briefkasten fehlt noch
Noch fehlt an dem Gebäude in der Landauer Straße ein eigener Briefkasten für die Agentur. „Wir haben ihn aber in Auftrag gegeben“, sagt Mark Rheinheimer. Bis dato teile man sich einen einzigen Briefkasten mit dem Jobcenter.
Als zweite Agentur-Dienststelle ist die Abteilung Arbeitgeberservice aus der Kaiser- in die Landauer Straße umgezogen. „Die hat aber keinen Kundenverkehr“, erklärt Martina Sarter. „Wer mit einem potenziellen Arbeitgeber ein Gespräch zu führen hat, tut das direkt vor Ort in der Firma.“
Die Sache mit dem Fahrstuhl
Finde sich jemand am Eingang des Dienstgebäudes in der Landauer Straße nicht gleich zurecht, weise ihm der dort tätige Sicherheitsmitarbeiter auf Wunsch den Weg zum richtigen Büro. Drei Monate nach dem Umzug hat Sarter die Erwartung, „dass sich die neue Anlaufstelle bald bei den Leuten herumgesprochen hat. Die Zeit der Provisorien mit ausgedruckten Zetteln an der Tür ist ja vorbei.“
Bei Arbeitssuchenden wurde Kritik laut, weil in der Landauer Straße der Aufzug nur bis in den vierten Stock fährt. Um einen Termin bei der Arbeitsvermittlung in der fünften Etage wahrzunehmen, muss man also noch eine Treppe steigen. Und hinterher wieder hinabgehen, um den Fahrstuhl zurück ins Erdgeschoss zu nehmen. „Als wir uns in die Immobilie einmieteten, mussten wir es hinnehmen, dass der Aufzug nicht bis ganz nach oben fährt“, sagt Martina Sarter. Doch werde sich das Personal im Haus der Bitte von älteren oder gehbehinderten Kunden nicht verschließen, Beratungstermine in gut zugängliche Büros zu verlegen.