Basketball
VT Zweibrücken: Der Harley-Fan auf dem Flügel
Mit dem TuS Treis- Karden treffen die Oberliga-Basketballer der VT Zweibrücken am Sonntag in der Ignaz-Roth-Halle (16 Uhr) auf eine Mannschaft aus der hinteren Tabellenzone. Die Gäste auf Platz acht haben neben drei weiteren Teams der Oberliga bisher zwei Siege auf dem Konto. Mit einem Heimerfolg könnte Aufsteiger VTZ nach Punkten mit dem Team aus der Verbandsgemeinde Cochem-Zell gleichziehen. Nach der heftigen 49:106-Klatsche beim 1. FC Kaiserslautern ist für die VTZ ohnehin Wiedergutmachung angesagt. Das sieht auch Motorradfan Max Simon so, der im zweiten Jahr für die Zweibrücker auf Korbjagd geht.
Bike-Liebe in Kindheit geprägt
„Meine letzte Station vor Zweibrücken war die DJK Nieder-Olm. Im letzten Jahr bin ich dann zusammen mit Luca Höchst, der mit mir in Nieder-Olm gespielt hat, nach Zweibrücken gewechselt“, erzählt der in Homburg-Erbach lebende Simon. Zum Basketball kam er mit 13 Jahren durch seinen Vater. Nach der Jugend spielte er in Wellesweiler, später in Landsweiler-Reden.
Gut möglich, dass er zum VTZ-Spiel am Sonntag wieder mit seiner schweren Harley Davidson kommt. „Ich hab’ kein Saisonkennzeichen, stelle das Bike erst in die Garage, wenn das erste Salz gestreut wird“, sagt Simon. Er hatte schon immer ein Faible für Motorräder. Vater und Onkel fuhren früher Motorrad, er kurvte als Kind im Beiwagen bis nach Italien mit. „Später hatte ich ein klassisches Mofa und eine Maschine mit 125 Kubikzentimetern“, erzählt Simon.
Hobby zum Beruf gemacht
„Ich habe dann mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er weiter. Der 23-Jährige arbeitet seit sechs Jahren bei einem offiziellen Harley-Davidson-Händler in Bruchmühlbach-Miesau, eine Viertelstunde von Homburg entfernt. Dort hatte er 2017 auch eine Lehre als Kfz-Mechatroniker, Schwerpunkt Motorrad, begonnen und wurde später übernommen. „Wir verkaufen neue und gebrauchte Bikes, machen auch Umbauten“, erläutert er. „Von meinem Chef habe ich auch eine gebrauchte Harley gekauft. So kann ich in meiner Freizeit im Betrieb an der Harley herumbasteln, was mir sehr viel Spaß macht.“ Für den anstehenden Winter hat Simon allerdings noch ein neues Projekt: Er will sich ein Gespann mit Seitenwagen der alten DDR-Marke MZ bauen.
„In der VTZ-Mannschaft fühle ich mich sehr wohl, schätze auch das gute, abwechslungsreiche Training unserer Cheftrainerin Gabriela Chnapkova, die uns schon viele taktische Kniffe beigebracht hat“, lobt Simon. „Leider setzten wir ihre Vorgaben oft noch nicht um. Meine Spielposition in der Mannschaft sehe ich auf der Dreier- oder Zweier-Position“, sagt Simon. Seine 46-jährige Trainerin gibt das Lob an einen ihrer Guards (Flügelspieler) gerne zurück. „Er ist sehr schnell und kann gut springen. Er ist gut in der Mannschaft angekommen und hat sich schon ordentlich vorangearbeitet“, findet sie.
Pokalsieg als gutes Omen?
Im Heimspiel hofft Harley-Fahrer Max Simon nun auf den zweiten Saisonsieg der VTZ. „Beim Abschlusstraining am Freitag wird uns unsere Trainerin die richtigen Tipps fürs Spiel mitgeben. Die Umsetzung der taktischen Vorgaben liegt dann an uns Spielern auf dem Feld“, freut er sich auf das Spiel.
Gabriela Chnapkova hat die letzte Oberliga-Klatsche bei den Roten Teufeln schon wieder abgehakt. „Es muss ja weitergehen“, weiß sie. Mut machte ihr auch der deutliche Sieg ihrer Mannschaft am vergangenen Sonntag in der ersten Runde des BVRP-Pokals. Da hatten die Zweibrücker die BBV „Gorillas“ Haßloch mit 106:61 geschlagen. „Da haben wir einige Sachen fürs Spiel jetzt üben können. Das wird uns am Sonntag stärker machen“, versichert sie.