Kolumne Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Von Berlin-Fahrern, Sturzregen und einem Sechserpacker

Marco Lang (rechts) sieht vor lauter Regen nicht mehr, wer alles auf der Einwechselbank sitzt.
Marco Lang (rechts) sieht vor lauter Regen nicht mehr, wer alles auf der Einwechselbank sitzt.

Das DFB-Pokalfinale mit dem FCK spielte am letzten Spieltag in den Amateurklassen auch eine gewisse Rolle, weil einige Teams nicht antraten, da ihre Spieler in Berlin waren. Andere Spieler waren aber da – und netzten wie am Fließband ein.

SG Bechhofen/Lambsborn: Froh über Entscheidungsspiel

So wollte Lukas Agne, Spielertrainer des B-Klassisten SG Bechhofen/Lambsborn nicht Meister werden. Denn der TuS Hohenecken II, der sich in der gesamten Rückrunde ungemein heimstark zeigte, hatte bereits am Mittwoch vergangener Woche erklärt, dass sie nicht zum abschließenden Saisonspiel am Sonntag antreten werden. „Sie haben uns gesagt, dass sie gleich 18 Spieler in der ersten und zweiten Mannschaft haben, die zum DFB-Pokalfinale nach Berlin fahren“, sagt Agne. Deshalb hätte Lambsborn mit den kampflosen drei Punkten Sofa-Meister werden können.

„Wir waren am Sonntag mit 50 Mann in Kübelberg und haben uns das Spiel angeschaut“, sagt Agne und verweist auf die Partie zwischen Kübelberg und dem SV Brücken. Denn Brücken war zum Siegen verdammt, um mit Bechhofen/Lambsborn nach Punkten gleichzuziehen und ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft zu erzwingen. „Wir wussten nicht genau, was wir darüber denken sollten. Eigentlich willst du es immer auf dem Platz erreichen. Ich bin durch und durch Sportler, ich kann mit dem Entscheidungsspiel leben“, sagt der SG-Trainer, der es doch als ärgerlich empfand, dass Hohenecken die Partie kampflos abgab.

„Die Brücker haben uns leidgetan. Jetzt haben wir unser Entscheidungsspiel. Das ist auch gerecht, es gab immer mal einen Führungswechsel an der Tabellenspitze“, sagt Agne und freut sich auf das Entscheidungsspiel in der B-Klasse Kusel/Kaiserslautern Süd um die Meisterschaft am Donnerstag in Krottelbach. „Sollten wir verlieren, gibt es danach Relegationsspiele gegen den Zweiten aus der Nord-Staffel. Aber so weit wollen wir noch nicht denken“, sagt Agne.

SV Palatia Contwig: Ohne schlechtes Gewissen

Unter anderem auch einige Berlin-Fahrer, die das DFB-Pokalfinale zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem deutschen Fußballmeister Bayer Leverkusen schauen wollten, führten zur Absage des Spiels des Bezirksligisten SV Palatia Contwig und der TSG Wolfstein-Roßbach. „Wir haben personell keine Mannschaft zusammenbekommen. Die Berlin-Fahrer waren ein Grund. Es gab aber auch Verletzte und beruflich Verhinderte“, sagt Contwigs Trainer Tim Hüther.

Der hatte sich aber vorher auch angeschaut, ob es noch sportliche Brisanz bei der Partie gegen Wolfstein geben könnte. Da die TSG jedoch, angesichts von vier Zählern Rückstand, den Aufstiegs-Relegationsplatz nicht mehr erreichen konnte, war das Spiel faktisch bedeutungslos. „Wenn es sportlich von Bedeutung gewesen wäre, wären wir angetreten. Ich würde es mir selbst nicht wünschen als Wolfsteiner, wenn es sportlich um etwas geht und der Gegner nicht antritt. Da hätte ich persönlich ein schlechtes Gewissen“, stellt Hüther fest.

SVN Zweibrücken: Sechserpack durch Grauer

Ungewöhnliche Spielausgänge gibt es doch oft an den letzten Spieltagen, wenn Akteure hier und da bereits urlauben und nicht mehr die Stammteams auf dem Feld stehen. Der SVN Zweibrücken, Dritter in der A-Klasse zum Abschluss der Spielrunde, gewann mit 10:3 gegen den TV Clausen. Das allein würde schon fast ausreichen, um ungewöhnlich daher zu kommen. Doch viel auffälliger war der Sechserpack von Stephan Grauer. Der schoss nämlich nach einem noch gewöhnlichen Pausenstand von 2:1 sechs Treffer in der zweiten Halbzeit. Angefangen mit dem 3:1 in der 48. Spielminute, erhöhte er ab Minute 70 von 6:2 auf 10:2. Dass Grauer weiß, wo das Tor steht, hat er bereits in dieser Saison bewiesen. Insgesamt kam er auf 28 Saisontreffer und landete auf dem zweiten Rang, hinter Dimitar Vitanov vom FK Clausen (30 Tore).

Ein weiterer Grund war sicher, dass beide Teams nur mit neun Akteuren auf dem Platz standen und es viel Platz gab. Der SVN, so bestätigte es Trainer Andreas Hergert, spielte deshalb nur mit neun Spielern, weil Clausen eben diese Anzahl an Spielern mit an die Hofenfelsstraße brachte.

Tischtennis: Verwirrung um Meisterurkunde

Da kam doch kurzfristig Verwirrung auf beim Tischtennis-Bezirkstag am Freitag in Höheinöd. Ja, wer war denn nun Meister der Kreisklasse West A? Bei der Ausgabe der Urkunden durch Funktionär Jonas Greiner wurde plötzlich die BTTF Zweibrücken III als Meister geehrt. Das fiel zuerst mal gar nicht auf, bis Peter Stephan, Vertreter des SV Mörsbach zurecht intervenierte, dass doch der SVM Meister wurde. Die Fünfte des SVM hatte sich nämlich mit einem Zähler Vorsprung vor den Bickenalbtalern den Titel gesichert. „Ich wollte schon direkt stehen bleiben und die Urkunde mitnehmen“, meinte Stephan, nachdem die SVM-Vierte zuvor bereits für die Kreisliga-Meisterschaft geehrt wurde. Schnell wurde die Urkunde für die BTTF Zweibrücken wieder einkassiert, eine Nachlieferung an die Mörsbacher wird durch Jonas Greiner erfolgen.

SG Wallhalben/Mittelbrunn: Bank kaum zu sehen

Sturzbachartige Regenschauer beim abschließenden Saisonspiel zwischen der SG Knopp/Wiesbach und der SG Wallhalben/Mittelbrunn am Sonntagmittag. In der Spitze, etwa ab Mitte der ersten Hälfte regnete es so viel, dass den Spielern die Sicht erschwert wurde. So musste der mitspielende Co-Trainer Marco Lang ab und an die schützende Hand über die Stirn halten um zu sehen, wen er noch auf der Einwechselbank sitzen hat, bevor er auf den verletzungsbedingten Austausch von Sascha Mohr reagieren konnte.

Pech wegen des Starkregen hatte auch sein Torwart Thorben Metz. Der Keeper der SG Wallhalben/Mittelbrunn kassierte einen echten „Sonntagsschuss“ von Pascal Burkart. Aus etwa 37 Metern im Bereich der linken Außenlinie drosch Burkart den Lederball in den Strafraum. Die Bogenlampe sollte eher eine Flanke sein, doch der Ball fiel über Thorben Metz ins lange Eck (3:0). Bei trockenen Verhältnissen hätte Metz wohl in den Himmel schauen können und die relativ ungefährlich Situation entschärft. Dennoch war der Torhüter bei 0:7-Niederlage bester Spieler seiner Mannschaft und sorgte mit vielen Paraden dafür, dass das Ergebnis nicht höher ausfiel.

SG Knopp/Wiesbach: Vorsichtige T-Shirt-Wahl

Die Verantwortlichen für die Feier-Shirts der SG Knopp/Wiesbach waren im Vorfeld anscheinend nicht gänzlich davon überzeugt, dass ihre Mannschaft die Meisterschaft am letzten Spieltag klarmacht. Denn ansonsten hätten sie „Meister 2024“ auf die schwarzen Jerseys drucken lassen. So feierte der neue Meister der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West nach dem 7:0-Heimsieg gegen die SG Wallhalben/Mittelbrunn, „nur“ mit dem Aufdruck „Aufsteiger 2024“. Mit zwei Punkten Vorsprung landete die SG Knopp/Wiesbach in der Endabrechnung vor dem SV Hornbach.

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