Rimschweiler Vom Kerbevirus erfasst

Wemm is die Kerb? An der Ecke Vogesenstraße/Eckstraße ließ die Straußjugend im Beisein von vielen Schaulustigen die Kerb hochleb
Wemm is die Kerb? An der Ecke Vogesenstraße/Eckstraße ließ die Straußjugend im Beisein von vielen Schaulustigen die Kerb hochleben!

„Fluch der Kerb – die Rache des Katers“ hieß das diesjährige Motto der Straußjugend in Rimschweiler, die über das Wochenende ein abwechslungsreiches Festprogramm auf die Beine gestellt hatte.

Ein Höhepunkt war der traditionelle Fackelumzug am Samstag durch die für den Kraftverkehr gesperrte Vogesenstraße. Am Umzug beteiligt hatten sich die Kerbekollegen aus Hornbach, Mauschbach, Wattweiler, Ernstweiler, Einöd, Niederauerbach und Hengstbach. Nicht fehlen durfte auch die ältere Straußbubengeneration – genannt „Die alten Säcke“, die wieder in origineller Aufmachung erschienen waren: Auf ihrem Kopf trugen sie „Biogaslampen“ in Form von illuminierten Luftballons, dazu das Schild „All sinn se platt, wie mir gut kenne, mit Biogas die Lampe brenne“. Auch mittlerweile einsetzender Niederschlag konnte die Kopfbeleuchtung nicht „ausregnen“.

Mit seinem Motivwagen, auf dem ein Roter Teufel stand, ließ der FCK-Fanclub die Kerb genauso hochleben wie einst den FCK-Aufstieg: „Mir feiere heit wie im Mai de Betze, noh zwee Johr werd des richtig fetze!“

Guggemusik sagt kurzfristig ab

Was diesmal fehlte, war wie sonst üblich die Guggemusik. „Leider hat uns die Kapelle kurzfristig abgesagt, und Ersatz konnten wir auf die Schnelle keinen mehr finden“, bedauerte Erik Frevel, einer der Kerbemacher, den Verlust. Deshalb kam die Stimmungsmusik aus der „Konserve“.

Nach dem Lautern-Spiel am Sonntag verlasen Eric Frevel, Max Leibrock und Michel Wirth die 40-seitige „Kerberedd“. Demzufolge liege nach dem Corona-Virus und den Affenpocken seit kurzem ein neues Virus in der Luft. Betroffene würden über Gleichgewichtsstörungen klagen, lallende Sprache bis hin zum Sprachverlust. Sehschwäche, Konzentrationsprobleme sowie in seltenen Fällen würden Diarrhoe, unter Medizinern auch bekannt als „Bierschiss“, auftreten. Vom RKI würde das als Kerb-Cov-22 oder im Volksmund auch als Kerbevirus bezeichnet. Um sich vor dem Virus zu schützen, empfehle Gesundheitsminister Lauterbach den Verzehr von reichlich „U-Bootprofen“ sowie „Bieracetamol“.

Dass man mit einer Zigarette seinen Balkon abfackeln kann, davon kann Paula Kipp ein Lied singen: Kurz vor ihrer Urlaubsabreise qualmte sie noch ein Zigarettchen auf dem Balkon. „Denoh werd die Kipp im Aschebescher ausgemacht, die Koffer were geholt unn ins Audo verfracht. Wie de Phönix aus de Asche fangt de Aschebescher an zu brenne, die dicke Rauchschwade konnt ma sogar in Rimschwiller erkenne. De Holzbalkon bleibt jetzt ah ned verschont, wenn des so weitergeht, dann hat es Paula do mo gewohnt! Zum Glick wohnt neber Kipps e wahrer Held, der rett' Katze vom Bahm, kimmert sich ums warm Wasser unn verdient dodemit sei Geld. Der werd jetzt von alle nur noch de Super-Abel gennant, der is nämlich glei zum Brandort gerannt. De dicke Qualm hat ne herbeigeruf, de Super-Abel löschts Feier mit seine Händ, so wie Gott ihn schuf!“.

x