Zweibrücken Volkstrauertag: Den Toten ein Gesicht geben

Auf dem Ehrenfriedhof versammelte man sich zur Gedenkfeier.
Auf dem Ehrenfriedhof versammelte man sich zur Gedenkfeier.

Bei der Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof sprachen auch Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums.

Sehr eindringlich waren die Zahlen, die sechs Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Ehrenfriedhof in Ixheim am Sonntagmorgen vorlasen. Sie gaben den Zahlen von Toten und Hinterbliebenen gleichzeitig Gesichter, indem sie große Tafeln mit Fotocollagen hochhielten, bevor Pfarrer Wulf Pippart mit Gitarre und Gesang ein Friedenslied anstimmte.

In seiner Gedenkrede erinnerte Oberbürgermeister Marold Wosnitza an sieben gefallene Soldaten aus der Niederauerbach-Kaserne, deren Namen er einzeln verlas. So gab Wosnitza wie die Schülerinnen, die nach ihm sprachen, den Toten kriegerischer Auseinandersetzungen einen Namen und damit ein Gesicht. „Sie starben für unser Land, die Demokratie und den Frieden“, sagte Wosnitza. „Sie tragen Verantwortung für Sicherheit und Frieden“, sagte er in Richtung der anwesenden Vertreter der Bundeswehr.

Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums trugen kurze, aber eindringliche Statements gegen den Krieg vor, die sie mit Fotocollagen
Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums trugen kurze, aber eindringliche Statements gegen den Krieg vor, die sie mit Fotocollagen untermauerten.

Dann zitierte Wosnitza das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: „Wer Frieden will, muss über den Krieg reden. Wer Frieden will, mus den Krieg vorbereiten.“ Diese Worte klängen zwar hart, seien aber Ausdruck von Verantwortung. Denn Friedenssicherung heiße nicht, naiv zu sein, sondern vorbereitet zu sein auf Krisen, Katastrophen, den Verteidigungsfall und Bedrohungen, so Wosnitza vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der aktuellen Gesamtsituation in der Welt.

Der katholische Militärpfarrer Markus Konrad hielt eine Andacht und erinnerte sich an ein Bild seines Onkels, der an der Ostfront gefallen war. Eine Ehrenwache der Bundeswehr stand Spalier, die Stadtkapelle Zweibrücken begleitete die Veranstaltung musikalisch. Polizei und Ordnungsamt hatten die Vogelgesangstraße für den Verkehr gesperrt während der Gedenkveranstaltung.

Ein kleines Häuflein Ewiggestriger legte nach den sieben Kranzniederlegungen durch Stadt, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und weiterer Organisationen ebenfalls einen Kranz nieder, nachdem die knapp 100 Teilnehmer der offiziellen Veranstaltung den Friedhof bereits verlassen hatten.

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