Fußball
TSC gegen Rieschweiler: Lokalkampf am Wattweiler Berg
Bis vergangene Woche arbeitete der TSC Zweibrücken noch an seiner Landesliga-Mannschaft. Mit Jonas Holzweißig (vom FSV Jägersburg), Noah Nnaji (TuS Steinbach) und Nico Jeckel (FK Pirmasens II) hat der Verein laut Trainer Björn Klos den Kader jetzt vollständig zusammen. „Das muss sich nun alles finden, das geht natürlich vom reinen Vereinsleben her schneller als auf dem Platz. Da braucht es einfach noch etwas, um genau zu wissen, wie jeder tickt“, sieht der ebenfalls neue TSC-Trainer eine Aufgabe darin, ein homogenes Gefüge zu bilden.
Zwölf Spieler hatten den Klub verlassen, dazu kommen drei Langzeitverletzte: Das ist beinahe ein ganzer Spieltagskader, der neu ist. „Ich kannte so eine Situation bislang auch nicht. Wegen der angeführten Thematik wissen wir selbst noch überhaupt nicht, wo wir diese Saison stehen. Es ist trügerisch zu denken, es geht einfach so weiter, wie es zuletzt immer war“, verdeutlicht der 41-jährige Projektleiter für Solartechnik.
„Nicht so toll“
Für ihn war der Saisonstart „jetzt nicht so toll“. Allerdings erlaube der Blick auf die Tabelle mit Platz 13 durchaus zu sagen: „Was ist schon groß passiert? Wir sind drei Punkte hinter dem Tabellendritten und vier vor dem Drittletzten. Da bewegen wir uns mit zehn Mannschaften in einem Feld, wo noch keiner weiß, in welche Richtung es für den jeweiligen geht.“
Klos sieht daher am Sonntag (15 Uhr) im Derby am Wattweiler Berg gegen die SG Rieschweiler zwei Teams aufeinandertreffen, die wie gefühlt drei Viertel der Liga nach Konstanz suchen. „Wir wollen uns von Woche zu Woche entwickeln und müssen erst mal auf uns schauen.“
Zu viele Gegentore
Ein Dorn im Auge ist ihm aber die Anzahl der Gegentore. „Wenn ich die hochrechne, dann kommen wir am Ende der Saison auf über 80. Und das ist die Statistik eines Absteigers“, veranschaulicht Klos. „Wir müssen schauen, Balance in unser Spiel hineinzubekommen, eine Defensivachse finden und es nicht immer zu wild werden zu lassen. Auch wenn es zeigt, dass wir Moral haben und bereit sind, nach Rückständen zurückzukommen. Ich bin mit einem 1:0 zufriedener als einem 4:3“, gibt er zu.
Eine paar Tage persönliche Auszeit hat sich Rieschweilers Trainer Björn Hüther in der Vorbereitung auf das Derby genommen. Zum Sonntagsspiel ist er wieder aus dem Urlaub zurück. Sein „Co“ Christian Ohlinger hatte die Leitung der Trainingswoche übernommen. Für den 29-Jährigen, der im Sommer von der DJK Ballweiler an die Dicke Eiche zurückgekehrte, keine große Sache. Als frisch gebackener Lehrer für Deutsch und Sport hat er sowieso jeden Tag mit jungen Leuten zu tun. „Ich habe Fünftklässler in der Schule, das klappt genauso einwandfrei wie mit den Fußballern. Die sind übrigens alle mal mindestens fünf Jahre jünger als ich. Damit gehöre ich mit zwei anderen zu den drei ältesten im Kader“, sagt er lachend.
Noch größerer Umbruch
Grundsätzlich ist er mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden; unter der Berücksichtigung, dass doch einige neue Spieler im Sommer hinzukamen. „Es gibt eigentlich kein Spiel, wo wir hinterher gesagt haben, das hätten wir verlieren müssen“, trauert er aber einigen Punktverlusten nach. Auch wenn sich Rang vier derzeit besser darstellt als die TSC-Platzierung, sieht der Mittelfeldspieler Parallelen zwischen den Teams. „Der TSC hatte einen noch größeren Umbruch im Sommer als wir. Darum benötigen sicher noch etwas Zeit, um zusammenzuwachsen. Auf der anderen Seite ziehen sie mit einem Sieg an uns vorbei, die Liga ist eng beisammen. Da ist es schwer zu sagen, wer momentan die Nase vorne hat.“
Er freue sich immer, gegen einen Gegner aus dem Umfeld zu spielen, da das in der Regel die meisten Zuschauer anlockt. Erst recht am Sonntag, weil zuvor schon die beiden Zweiten in der A-Klasse (Anstoß: 12.45 Uhr) aufeinandertreffen. Wer die besseren spielerischen Lösungen findet, müsse indes nach Ohlingers Ansicht in einem Derby am Ende nicht immer der Gewinner sein. „Wille und Kampf sind entscheidender. Wir wollen in jedem Fall danach weiter in dem Bereich der Tabelle sein, in dem wir jetzt stehen“, merkt er abschließend an.