Zweibrücken Taktiktafel hat Auszeit in Mundenheim

«LUDWIGSHAFEN.» Zum Jahresabschluss setzte es für die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken am Samstag eine 28:34 (11:15)-Niederlage bei den VTV Mundenheim. „Diese Niederlage müssen wir uns selbst zuschreiben“, haderte SV-Trainer Axel Koch. Seine Mannschaft habe wenig von den Absprachen umgesetzt.
Frisch geduscht trug Till Wöschler nach dem Spiel die Taktiktafel aus der Umkleidekabine an den Bus. „Gebracht hat sie ja ohnehin nichts“, kommentierte er mit Galgenhumor. Tatsächlich fanden die Gäste keinen Zugriff auf den Angriffswirbel der Gastgeber, obwohl Koch einige Formationen ausprobierte, von der 3:2:1 in eine defensivere 6:0-Abwehr zurückwich und es in den Schlussminuten sogar mit zwei vorgezogenen Abwehrspielern versuchte. „Wir wollten dem Mundenheimer Rückraum die Würfe geben und dafür die wirklich freien Chancen verhindern“, verriet Koch das ausgedachte Rezept. Nur an der Umsetzung haperte es. Das lag auch daran, dass die Zweibrücker ihren Aussetzer gleich zu Beginn hatten, nie richtig ins Spiel fanden. Und als die 64er langsam auf Betriebstemperatur kamen, mit Toren von Tom Grieser (2), Maximilian Sema und Marc-Robin Eisel einen 3:5-Rückstand (13.) innerhalb von zwei Minuten in eine 7:5-Führung drehten, kam der wohl entscheidende Nackenschlag: Abwehrchef Grieser knickte in einer harmlosen Aktion ohne Gegnerkontakt um, schied mit Verdacht auf Bänderriss aus und verfolgte den Rest der Partie mit Eisbeuteln auf dem verletzten Fuß. „Ohne ihn haben wir richtig Probleme bekommen“, stellte Koch fest. Und das nicht alleine in der Abwehr: Auch in der Offensive stotterte der Motor der besten Angriffsreihe der Liga. Es gelang nicht wirklich viel, egal welche Variante Koch seiner Mannschaft verordnete. „Nico Klein hatte einen guten Tag“, lobte SV-Mannschaftskapitän Benni Zellmer Mundenheims Torhüter, der mit 15 Paraden seinen Teil zum Spielausgang beitrug. Benedikt Berz und Julien Santarini, die sich die Einsatzzeit im SV-Tor teilten, kamen dagegen gemeinsam gerade auf acht Paraden. „Aber wir haben auch viel zu viele falsche Entscheidungen getroffen und uns zu viele Fehler erlaubt“, haderte Koch mit dem Angriff. „Wir standen uns selbst im Weg“, präzisierte Zellmer. So beispielsweise, als das SV-Team es mit dem siebten Feldspieler und zwei Kreisläufern versuchte. Resultat waren schlechte Würfe, beantwortet von Nico Kleins Bogenlampen, der innerhalb von 31 Sekunden zwei Treffer erzielte, aus einem 10:9 ein 12:9 (24.) für die Gastgeber machte. Zu viel für die Zweibrücker, bei denen nur Marc-Robin Eisel bei seinem letzten Einsatz vor dem Wechsel zu Drittligist Dansenberg im Angriff Normalform zeigte. Und so setzten sich die Mundenheimer schon vor der Pause ab, ließen Zweibrücken zwar noch mal auf zwei Treffer verkürzen, aber der Anschlusstreffer gelang nicht mehr. Die VTV bauten den Vorsprung zum sicheren, verdienten Sieg aus und schoben sich bis auf einen Punkt an Tabellenplatz vier heran, auf dem die Zweibrücker ins neue Jahr gehen. So spielten sie VTV Mundenheim: Nico Klein (2), Hahn (ein Siebenmeter) - Pönisch (3), Muth (3), Schleidweiler (3) - Binnes (2), Florian Treiber (1) - Hanke (4) - Doppler, Nagel, Lukas Klein (1), Yannick Treiber (10/5), Hannes (5) SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini (18. bis 47.) - Bayer (1), Majbik (3), Grieser (2) - Hammann (3), Eisel (11/3) - Sema (2) - Huber (2), Schwarzer (2), Oetzel, Zellmer (1), Alt, Wöschler (1) Spielfilm: 4:2 (10.), 5:7 (15.), 13:9 (25.), 15:11 (Halbzeit), 19:14 (37.), 23:21 (46.), 29:23 (54.), 34:28 (Ende) - Zeitstrafen: 0:3 - Siebenmeter: 5/5 - 3/3 - Beste Spieler: Nico Klein, Hanke - Eisel - Zuschauer: 270 - Schiedsrichter: Kijowsky/Strüder (Bodenheim).