Zweibrücken
Stambacher Kicker Sven Heilmann greift Förderschülern unter die Arme
Er hat mit 1,91 Metern Gardemaß und ist kräftig gebaut, man kann sich ihn auch in einer Football-Montur vorstellen. Dieser rustikale Sport aus dem Amiland gefällt ihm auch gut, er hat an früheren Spielertrainer-Stationen Elemente daraus in die Übungseinheiten aufgenommen. Sven Heilmann vom SC Stambach hat schon bei mehreren Vereinen des Fußball-Kreises Akzente gesetzt, in der Saison 2017/18 wurde der 36-Jährige mit dem FC Höhfröschen Meister der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Mitte.
Auch beruflich ist der Hüne jemand, der seinen Mitmenschen etwas beibringt. Am Waldfischbacher Standort der Jakob-Reeb-Schule unterrichtet er Erst- bis Neuntklässler, der Schwerpunkt dieser Förderschule liegt im sozial/emotionalen Bereich. Es sind also Kinder mit Förderbedarf, mit denen Heilmann zu tun hat, darunter nicht wenige, die aus einem schwierigen Umfeld kommen. „Wenn man denen weiterhelfen kann, ist das eine gute Sache“, sagt er, er wolle seinen Teil dazu beitragen, das Leben seiner Schützlinge zu verbessern.
Beruflich dann doch in Mamas Fußstapfen getreten
Sven Heilmann ist beruflich damit in gut sichtbare Fußstapfen getreten, seine Mutter ist pensionierte Lehrerin. Eine gewisse Qual der Wahl gab es zunächst aber schon. „Ich wollte nach dem Abitur entweder Polizist oder Lehrer werden.“ In Landau hat Heilmann schließlich Realschul-Lehramt studiert, seine Fächer waren Geografie und Politikwissenschaften. Er gab ein Gastspiel an der Realschule plus in Zweibrücken, danach ging Heilmann an die Jakob-Reeb-Schule, wo er mittlerweile unbefristet angestellt ist. „Seit vier Jahren bin ich auch Vertrauenslehrer“, erzählt er, für den Job brauche man das richtige Händchen, offenbar habe er das. Heilmann lehrt an der Reeb-Schule quer durch den Fächergarten, gibt auch Kunst- und Sportstunden. „Man steht in dieser Schule nicht plump vor der Klasse“, verdeutlicht er, oft seien auch zwei Lehrkräfte zusammen eingesetzt. Frontalunterricht sei im Zusammenhang mit Förderschülern nicht unbedingt das Mittel der Wahl.
Erneuter Trainerjob reizt den großen Filmfan
Mit dem SC Stambach, bei dem er vor Jahren auch mal Spielertrainer war, belegt Heilmann aktuell den siebten Platz der B-Klassen-Tabelle, am Sonntag (14.30 Uhr) steht ein Heimspiel gegen den SV RW Höhmühlbach auf dem Plan. Sven Heilmann engagiert sich auch außerhalb des grünen Rechtecks für den Verein, er gehört dem Spielausschuss an. Er sieht sich schon nach ein paar Jahre dem Leder nachjagen, ein erneutes Engagement als Trainer würde ihn auch reizen. „Auch von der Außenlinie aus“, sagt er in Vorausschau auf Zeiten, in denen es für 90 Minuten Laufen und Ackern auf dem Platz vielleicht nicht mehr reicht. Es dürfe auch ruhig eine Etage höher als die B-Klasse sein.
„Fußball ist schon die Hauptsache“, meint der in Oberauerbach wohnende Heilmann, wenn er nach seinem Freizeitverhalten gefragt wird, es gebe aber durchaus Nischen für anderes. „Ich bin beispielsweise ein großer Filmfan“, sagt der Besitzer einer umfangreichen DVD-Sammlung. Daher könne man ihn regelmäßig im Kino antreffen. Mit seinem Mannschaftskollegen Jörg Böckler verstehe er sich auch außerhalb des Platzes prima, was sich unter anderem in gemeinsamen Kino-Besuchen äußere. „Batman – The Dark Knight“ sei einer seiner Lieblingsfilme. Neben dunklen Rittern interessieren Heilmann auch rote Teufel, zuletzt war er mit anderen FCK-Fans beim Spiel in Düsseldorf. „Und, was die Erste Liga angeht, war ich schon öfter in Hoffenheim.“