Zweibrücken Stadt und Kreis wieder ritzerot

Trotz der Hochstufung der Stadt zum Risikogebiet hält das Nardini-Klinikum an seiner bisherigen Besucherregelung fest.
Trotz der Hochstufung der Stadt zum Risikogebiet hält das Nardini-Klinikum an seiner bisherigen Besucherregelung fest.

Zweibrücken ist erneut Corona-Risikogebiet. Das Landesuntersuchungsamt (Lua) und der Kreis meldeten für die Stadt neun weitere Covid-19-Fälle.

Unter den Infizierten seien zwei Reiserückkehrer aus Rumänien, teilte Thorsten Höh, Sprecher der Kreisverwaltung, mit. Weiterhin hätten zwei Personen ein positives Testergebnis erhalten, die sich bereits als Kontaktperson eines Infizierten in häuslicher Quarantäne befanden. „Bei den fünf weiteren Fällen ist noch nicht klar, wo sie sich infiziert haben“, sagte Höh. Durch die neuen Fälle stieg der Inzidenzwert, der die Neuinfektionen der letzten sieben Tage pro 100 000 Einwohner angibt, auf 64,3. Das bedeutet: Die Stadt ist dem Corona Warn- und Aktionsplan des Kreises zufolge erneut Krisengebiet. Gleiches gilt für den Landkreis, in dem acht weitere Infektionen bestätigt wurden: je zwei in den Verbandsgemeinden (VGen) Dahner Felsenland, Thaleischweiler-Wallhalben und Waldfischbach-Burgalben sowie je eine in den VGen Hauenstein und Rodalben. Sechs Neuinfektionen wurden für Pirmasens gemeldet, für das die Gefahrenstufe orange gilt.

Keine Änderung der Besuchsregel im Nardini

Trotz der Hochstufung zum Risikogebiet werden vereinbarte Behandlungen und Eingriffe am Nardini-Klinikum ausgeführt. Es gebe viele Anfragen besorgter Patienten, der Betrieb laufe aber ungeachtet weiter, so Pflegedirektor Thomas Frank. Die Klinik werde noch einmal die Ansprache an die Patienten und Besucher intensivieren, weil man viele Verstöße im Haus gegen die Hygieneregeln oder das Tragen von Masken in Patientenzimmern zu monieren hat. Man habe auch ein generelles Besuchsverbot diskutiert, wolle aber an der seit August geltenden Regelung – ein fest zu bestimmender Besucher pro Patient und Aufenthaltsdauer – bis auf Weiteres festhalten. Das saarländische Gesundheitsministerium stellt den Häusern frei, Besuchsverbote auszusprechen. Voraussetzung sei eine Inzidenz von 50 und mehr Neuinfektionen am Standort oder auch ein Corona-Geschehen im Haus. Ersteres ist gegenwärtig landesweit der Fall. Besonders zu begründende Ausnahmen für Besuche, etwa auf der Kinderstation, zu Aufklärungsgesprächen, bei Palliativ- und Demenz-Patienten, sind laut Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann möglich.

100 Soldaten leisten Amtshilfe

Unterdessen leisten mittlerweile rund 100 Soldatinnen und Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 derzeit Amtshilfe. Das teilte Oberst Markus Meyer, Kommandeur des Regiments, auf Anfrage mit. Dietmar Seefeldt, Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, sagte, 15 Soldaten unterstützten seit Mittwoch das Gesundheitsamt des Kreises und der Stadt Landau bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten. Neben Landau seien Soldaten des Regiments derzeit auch in Kaiserslautern, Merzig, Homburg und St. Wendel im Einsatz. „Zudem stellen wir Kraftfahrer für die mobilen Abstrichteams, die von Saarbrücken aus operieren“, schildert Oberst Markus Meyer. An dem meisten Stationen seien die Soldaten inzwischen auch samstags und sonntags im Einsatz.

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