Zweibrücken Stadt findet keinen Käufer für ehemaligen Schrottplatz in Rimschweiler
Auf dem ehemaligen Schrottplatz in Rimschweiler tut sich weiterhin nichts.
„Nichts Konkretes“, hieß es von Seiten der Stadt diese Woche. Also nichts Neues, denn konkret wurde ein Verkauf des etwa 5000 Quadratemeter großen Geländes eigentlich nie, seit die Stadt den Schandfleck an der Ecke Vogesen-/Feldstraße 2012 ersteigerte. Ideen und Pläne hatte der Rimschweiler Ortsbeirat etliche – umgesetzt wurde keine. Eine Chronologie des Scheiterns, die zuerst vielversprechend beginnt: Oktober 2012 Der Umwelt- und Servicebetrieb räumt die verrosteten Autos vom Schrottplatz und macht Großputz. Mai 2013 Der Stadtrat vergibt den Auftrag zum Abriss des baufälligen Gebäudes auf dem Schrottplatz, das einmal ein Wohnhaus war. November 2013 Die Gaschler Bau- und Entwicklungs-GmbH aus Neunkirchen, die zur Gaschler Unternehmensgruppe gehört, hat Interesse an dem Gelände. Das Unternehmen hat sich auf die Vermittlung von Gewerbe-Immobilien spezialisiert. Zu den damaligen Mietpartnern gehörten unter anderem Aldi, Rewe, Wasgau, Netto, Norma, Edeka, Penny und der Drogerist Rossmann. Zu Gaschlers Partnern zählten aber auch Ein-Euro-Läden, die der Ortsbeirat nicht im Ort haben will. Der mittlerweile verstorbene SPD-Vorsitzende Kurt Zahler rät, sich nicht auf eine Firma festzulegen. Es würden weitere Investoren kommen. Sie kamen nicht, auch nicht Gaschler. Juli 2014 Weit und breit ist niemand in Sicht, der auf dem Gelände einen Einkaufsmarkt betreiben will. Die Ideen von behindertengerechten Wohnungen, betreutem Wohnen oder normalen Mietwohnungen kommen auf – und werden im selben Jahr ad acta gelegt. Auch hier haben die Investoren abgewunken. Neue Mietwohnungen rentierten sich erst ab einer Miete zwischen zehn und elf Euro. Preise, die nach Angaben der Stadt in Rimschweiler nicht zu erzielen sind. März 2015 Das Projekt Einkaufsmarkt wird 2015 endgültig begraben. Die Investoren standen nicht gerade Schlange, räumt Anne Kraft von der städtischen Wirtschaftsförderung ein. Investoren habe es zwar gegeben, doch die Betreiber seien alle abgesprungen: Zu klein sei die Fläche und zu groß die Konkurrenz mit den vielen Einkaufsmärkten in Ixheim und Hornbach. Juli 2016 Der Ortsbeirat greift eine alte Idee nochmals auf und beantragt bei der Stadt, die Fläche in mehrere kleinere Grundstücke aufzuteilen und diese getrennt als Bauplätze zu verkaufen. Entlang der Vogesen- und der Feldstraße sollen Wohnhäuser erlaubt sein. Der hintere Bereich, also die zweite Reihe, soll weiterhin über eine Zufahrt erreichbar sein, falls sich dort doch noch irgendwas ergeben sollte. Dezember 2016/Januar 2017 Der Ortsbeirat hofft weiter auf Wohnhäuser am ehemaligen Schrottplatz. Im Sande verlaufen sind mittlerweile auch die Ideen, auf dem Gelände Parkplätze für Wohnmobile einzurichten, oder es in einen offiziellen Parkplatz für Sportplatz und Kultus-Halle umzubauen – samt Treppe zu Halle und Sportplatz. Das hätte zumindest den Alleeweg entlastet, der bei Fußballspielen und Veranstaltungen häufig zugeparkt ist. Oft zum Verdruss der Landwirte, die mit ihren Maschinen dann nicht auf die Felder jenseits des Alleewegs kommen. August 2017 Stadtsprecher Heinz Braun teilt auf Anfrage mit, dass es nach jetzigem Recht schwierig sei, auf dem Gelände Wohnhäuser zu erlauben. Gerade der hintere Bereich liegt sehr nahe am Sportplatz. Die Stadt befürchtet, dass sich künftige Anwohner irgendwann über den Lärm auf dem Sportplatz beklagen. Aufgeteilt in kleinere Grundstücke ist das Gelände noch nicht. Braun weist darauf hin, dass das ganz schnell passieren kann, wenn jemand ernsthaft Interesse hat. „Da kann man ganz schnell ein passendes Grundstück herausmessen“, so Braun.