Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Rieschweiler trotzt dem klaren Favoriten Ludwigshafen lange erfolgreich

Finn Kettenring (links) von der SG Rieschweiler war nur schwer von Ludwigshafens Abwehrspieler Jhon Carabali in den Griff zu bek
Finn Kettenring (links) von der SG Rieschweiler war nur schwer von Ludwigshafens Abwehrspieler Jhon Carabali in den Griff zu bekommen.

Am Ende hilft Oberligist Ludwigshafen die individuelle Klasse, um sich im Pokal beim Landesligisten SG Rieschweiler durchzusetzen. Die SG macht lange Zeit vieles gut.

Im Vorfeld der Pokalpartie warnte Matteo Monetta, der Interimstrainer des FC Arminia Ludwigshafen vor Rieschweilers Offensive. Am späten Mittwochabend nach dem Spiel, sah er sich darin bestätigt, auch wenn Heimtrainer Björn Hüther eine etwas andere Sturmreihe als üblich auf den Platz schickte. Denn Angreifer Simon Hauk, der die Landesliga-Torjägerliste mit acht Treffern anführt, nahm nur auf der Bank Platz. „Simon quält sich dem Oberschenkel, er war eigentlich keine Option für heute, nur für den Notfall“, beantwortet Hüther die Nachfrage dazu.

Der „Notfall“ trat bei der 0:3 (0:0)-Niederlage nicht ein – und die Alternative zu Hauk war mit dem ehemaligen Fußballprofi Erik Durm wahrlich keine Schlechte. Zusammen mit dem sehr gut aufgelegten Finn Kettenring und dem einsatzfreudigen Sven Mayer bildete Durm eine sehr agile Angriffsreihe, die durch viele Rochaden die Gäste vor einige Probleme stellte. Bereits in der neunten Spielminute ging ein Raunen von den gut 200 Zuschauern über den Kunstrasenplatz an der Dicken Eiche, als eben jener Kettenring Ludwigshafens Torwart Peter Klug zum ersten Mal prüfte.

Armina-Torwart Klug mehrmals gefordert

Monetta trieb seine Jungs immer wieder lautstark an: „Anlaufen, anlaufen, mehr machen.“ Die Kontrolle über das Spielgerät nahm bei Ludwigshafen zwar zu, jedoch spielte sich vieles im eigenen linken Halbfeld und somit im gefahrlosen Bereich für den Landesligisten ab. Das vorherrschende Mittel des FC, um in Strafraumnähe zu gelangen, waren Diagonalbälle auf einen einlaufenden Außenstürmer, der wiederum versuchte, das Leder zu einem Mitspieler abzulegen. Mit den noch vollen Krafttanks und dadurch sehr aufmerksam, durchschaute das SGR-Team diese Vorgehensweise regelmäßig. Gleichwohl setzten sie immer wieder Nadelstiche. Je nach Blickwinkel betrachtet konnte oder musste sich Keeper Klug mehrmals auszeichnen, um den Rückstand zu verhindern. Bis zum Halbzeitpfiff blieb es eine offene Partie. Auch SGR-Torhüter Marius Käppler bekam mehr zu tun. Mit dem leistungsgerechten torlosen Unentschieden ging es in die Pause.

Bis zur 51. Minute blieb es ausgeglichen und jede Abschlussmöglichkeit wurde auf beiden Seiten vereitelt. Dann schlug doch noch die Qualität der Arminia durch. Der dribbelstarke Yassin Memokoh tankte sich über rechts durch und fand von der Grundlinie aus den treffsicheren Sebastian Beikert (52.) als Abnehmer seiner flachen Hereingabe. Die SGR schockte dies nicht, zu gut hatten sie sich bis jetzt verkauft. Pech hatte ihr Spielführer David Wagner, der einen Kopfball an den Pfosten (59.) setzte. Monetta brachte mit Martin Amoako eine frische und letztlich auch spielentscheidende neue Kraft. Eine Unachtsamkeit von Jonah Wohlgemuth bestrafte Amoako sofort und erhöhte zum 2:0 (72.) für die Gäste. Nach einer Passstafette über mehrere Positionen legte er nur vier Minuten das 3:0 zum letztlichen Endstand nach.

SG-Trainer Hüther stolz

„Wir entwickeln uns immer weiter, wer heute hier war, hat gesehen, dass wir keinen Quatsch erzählen“, war Björn Hüther am Ende stolz auf seine Mannschaft. „Ich sage nicht, wir müssen das Spiel gewinnen, aber es wäre drin gewesen. Meine Jungs haben gesehen, was uns in Sachen Dynamik und Kommunikation auf dem Platz gegenüber dem Gegner noch fehlt. Aber sie haben sich gewehrt, auch nach den Gegentoren sind sie zurückgekommen und hatten Riesenchancen. Wenn der Gegner viermal das System umstellt, dann hast du nicht viel falsch gemacht“, so der SGR-Coach weiter.

Spielführer David Wagner war trotz Ausscheidens zufrieden mit dem Spielhergang. „Eine Stunde war es ein ausgeglichenes Spiel. Zum Ende waren wir platt, die zeigen ihre Klasse damit, dass sie fünfmal wechseln und nicht schlechter werden“, argumentierte er. „Auch wenn es sich dumm anhört, dass du nach einer Niederlage eigentlich sehr gut gespielt hast. Aber wir sind eine junge Mannschaft im Entwicklungsprozess. Ich bin mit 24 der zweitälteste Spieler. Diese Niederlage hilft zu sehen, wo es bei uns noch fehlt.“ Am Samstag, ab 16 Uhr, geht es für Rieschweiler beim TuS Rüssingen wieder um Ligapunkte.

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