Lemberg RHEINPFALZ Plus Artikel Rock mit Blaskapelle

Rock auf der Burg mit (von links) Dirigent Peter Kästner sowie den beiden Sängerinnen Sue Lehman und Janina Morgenstein.
Rock auf der Burg mit (von links) Dirigent Peter Kästner sowie den beiden Sängerinnen Sue Lehman und Janina Morgenstein.

Am dritten Wochenende des Burg-Lemberg-Open-Airs präsentierte sich das einheimische Blasorchester im Pop-/Rockmusik-Gewand.

Trotz anhaltenden Nieselregens nahmen rund 350 Besuchern den beschwerlichen Weg zur in 458 Meter Höhe gelegenen Burgruine auf sich, um gemeinsam mit dem veranstaltenden Verein Open Air Lemberg den 825. Geburtstag besagter Burg zu begehen. Zudem wurde das 20-jährige Bestehen des Festivals gefeiert. „Wir bedanken uns mit einem zusätzlichen Konzertwochenende für die jahrelange Unterstützung und Toleranz durch die Lemberger Bürger“, sagte Karin Kunz vom Verein. Demnach sollten ausschließlich Lemberger Musiker das Wochenende bestreiten: „Wir sind stolz darauf, wie lebendig unsere lokale Musikszene ist.“

Das Blasorchester unter Leitung von Peter Kästner wurde von einer vierköpfigen Band (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard) aus den eigenen Reihen sowie den Gesangssolisten Sue Lehman, Martin Hermann, Janina Morgenstern und Tim Stilgenbauer verstärkt. Die beiden Erstgenannten sind Profimusiker. Lehman ist Moderatorin und Musicaldarstellerin, unter anderem in „Tanz der Vampire“. Hermann singt bei der versierten saarländischen Metal-Band Red Raven und wirkte bereits bei Musicals wie „Jesus Christ Superstar“ mit, was eine enorme stimmliche Reichweite erfordert. So stellte das einleitende Robbie-Williams-Stück „Let me entertain you“ keinerlei Problem für ihn dar. Lehman ließ danach ebenso stimmgewaltig „Like the Way I do“ (Melissa Etheridge) folgen - und schon hatte man das Publikum auf seine Seite gezogen.

Orchester, Combo und Vokalsolisten

Das Orchester wusste die Arrangements adäquat umzusetzen und harmonierte bestens sowohl mit der Combo als auch den vier Gesangssolisten. So steigerte sich die Stimmung der Zuschauer trotz des schlechten Wetters zusehends. Man blickte rundum in glückliche Gesichter. Als Publikumsfavoriten sind die von Hermann exzellent interpretierten „I would do anything for Love“ (Meat Loaf) und „Rock you like a Hurricane“ (Scorpions) zu nennen. Stilgenbauer - ebenso wie Morgenstern ein Eigengewächs - überzeugte mit emotionalem Gesang bei „Against all Odds“ (Phil Collins), das von Saxophonist Leon König mit einer kurzen Soloeinlage veredelt wurde.

Ihren großen Auftritt hatten die beiden Amateursänger schließlich während „Shallow“ (Lady Gaga & Bradley Cooper), wo sie prächtig miteinander harmonierten und viel Beifall einheimsten. Zum Ende hin hatte Stilgenbauer beim populären „Palzlied“ der Anonyme Giddarischde einen großen Publikumschor im Rücken. Hermann brillierte einmal mehr beim groovigen „Sex on Fire“ (Kings of Leon) und dem abschließenden John-Myles-Epos „Music“, das von einem Feuerwerk wie zu Silvester untermalt wurde.

Generationswechsel gemeistert

Sascha Wendling, der mittlerweile in die großen Fußstapfen des langjährigen Open-Air-Führungsduos Karin Kunz und Bernd Breiner getreten ist, zog gegenüber der RHEINPFALZ eine zufriedene Bilanz: „Wir hatten auch dieses Jahr zufriedene Besucher, zufriedene Bands und ein glückliches Organisationsteam. Ohne dessen ehrenamtliches Engagement wäre das alles hier nicht möglich.“

Das Konzert von Echoes war ausverkauft und der Abend mit Metakilla und Freaks off the Leash (Korn Tribute) „sehr gut besucht“. Laut Bernd Breiner wurde „die Staffelübergabe an das junge Team erfolgreich gemeistert“ Der Generationswechsels sei „ wunderbar abgelaufen“. Das Programm für nächsten Sommer steht demnach bereits fest.

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