Motorsport
Rieschweilerer Motocrosser Ben Steffan startet in Aichwald vor Mega-Kulisse
Vor der imposanten Kulisse von 25.000 Zuschauern hat der zehnjährige Ben Steffan aus Rieschweiler-Mühlbach am Sonntag ein Motocross-Rennen zur deutschen Meisterschaft in der 65-Kubikzentimeter-Klasse bestritten. Und das ohne Proberunde auf der Strecke.
Im baden-württembergischen Aichwald fiel das freie Training auf dem rund 1700 Meter langen Parcours mit dem technisch anspruchsvollen „Karussell“ am Ende nach Dauerregen in der Nacht zum Sonntag ins Wasser. Ben Steffan wurde schließlich 32. im fünften von acht Läufen der deutschen Jugend-Motocross-Meisterschaften. Der künftige Fünftklässler der IGS Thaleischweiler hat noch Chancen, die Qualifikation zum Bundesendlauf am 5. und 6. Oktober im sächsischen Höchstädt zu schaffen.
Am Freitagabend war Motocross-Pause
Die sportlichen Fakten: Das hoffnungsvolle Motocross-Nachwuchstalent des MSC Fischbach, in DM-Rennen für das Saarlouiser Team von Christian Lehner am Start, hatte sich mit 41 Konkurrenten aus der gesamten Republik zu messen. Der Rennsonntag begann um 7 Uhr mit einer Runde Joggen und anschließendem Dehnen, damit der Körper in Schwung kommt. Auch seine Teamkameraden Jakob Kirsch vom MSC Frankenthal und Daniel Nelich vom MSC Walldorf starteten in der 65-Kubik-Klasse. Zeit zum Akklimatisieren hatte Ben Steffan reichlich. Bereits am Freitagabend war er mit Papa Sascha und Mama Annika mit dem Wohnwagen angereist. Ben schaute sich das Fußball-EM-Viertelfinale Deutschland gegen Spanien an, Motocross hatte da für gut zwei Stunden Pause.
Der Samstag besichtigte er die Strecke und schaute sich die Rennen der 125-Kubik- und 250-Kubik-Klasse an. Im Qualifikationstraining am Sonntag um 11.10 Uhr fuhr Ben Steffan auf Platz 32. 40 Starterplätze gab es für die zwei Wertungsläufe von zwölf Minuten plus zwei Runden. Der junge Rieschweilerer fuhr recht verhalten. „Ich kenne die Strecke nicht, und einen Sturz gilt es zu vermeiden“, sagte er. Im Startgatter stand er weit links, nicht ganz optimal für die ersten Kurven. Am Ende sah er als 34. des ersten Laufs die schwarz-weiß-karierte Zielflagge.
25.000 Menschen schauen zu
Papa Ben nahm die von Schlamm überzogene Motocross-Maschine in Empfang, warf den Dampfstrahler an, während sich der Sohn zurückzog, um ein paar Müsliriegel zu essen und viel zu trinken. Energie tanken war angesagt vor dem zweiten Lauf. Trainer Lahner holte seine drei 65er-Teilnehmer noch mal zusammen, gab ihnen Tipps für Durchgang zwei.
Die Zuschauerränge füllten sich. Vor 25.000 Menschen Motorcrossrennen zu fahren, ist für einen Zehnjährigen keine Routine. Im Publikum waren auch Motocross-Cracks wie Max Nagl, Motocross-Nations-Sieger von 2012, und Tom Koch. Der 26-Jährige ist Motocross-WM-Teilnehmer. Die Anspannung war groß bei Ben Steffan, er hat aber gelernt, mit Leistungsdruck umzugehen.
Auch das „Karussell“ ordentlich genommen
Der Start zum zweiten Lauf um 16.10 Uhr glückte besser. Steffan fuhr im Hauptfeld mit, meisterte auch die Links-rechts-links-Passage am Ende, das sogenannte„Karussell“, ordentlich. Er kam als 32. ins Ziel, zwei Plätze besser als in Lauf eins. In der Gesamtwertung belegte er ebenfalls Platz 32 – respektabel angesichts der großen Konkurrenz. „Ein Platz unter den ersten 30 wäre top gewesen, aber unzufrieden bin ich nicht. Ich konnte viel lernen, habe viel Erfahrung gesammelt“, lautete Ben Steffans Fazit. Grund zur Freude hatte Teamkollege Daniel Nelich, der auf Platz drei fuhr.