Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Passwort immer mal ändern? So machen es Südwestpfälzer

Mittlerweile gilt: Lieber ein richtig starkes Passwort als ein schwaches, das man ständig ändert.
Mittlerweile gilt: Lieber ein richtig starkes Passwort als ein schwaches, das man ständig ändert.

Am Samstag war wieder „Ändere dein Passwort“-Tag. Doch diese Strategie ist mittlerweile überholt. Wir haben uns umgehört, wie Leute von hier mit Passwörtern umgehen.

Tatjana Witmaier aus Zweibrücken kennt alle ihre Passwörter. An ihrem Rechner benutzt sie immer dasselbe Passwort, mit kleinen Veränderungen. Die automatische Ausfüllfunktion, die Computer heutzutage bieten, nutzt sie dabei allerdings nicht. „So viele Passwörter habe ich auch nicht“, sagt sie. Zur Sicherheit hat sie diese notiert. Diese seien seit rund 20 Jahren gleich, und Tatjana Witmaier ändert sie auch nicht regelmäßig. Probleme hatte sie deshalb noch nie. Zwar hatte sie schon mal ein Passwort vergessen, aber man könne ja schließlich ein vergessenes Passwort zurücksetzen und von vorne beginnen.

Tatjana Witmaier
Tatjana Witmaier

Rolf Frey aus Zweibrücken kennt sich aus in Sachen Passwort. „Eigentlich nicht mehr“, sagt er zur Aufforderung, sein Passwort regelmäßig zu ändern. „Das war mal modern. Aber ich habe mal in der Computerzeitschrift Ct gelesen, man solle das gar nicht mehr machen, wenn man ein starkes Passwort habe. Ein ähnlicher Artikel stand auch am Samstag in der RHEINPFALZ. „Man sollte natürlich verschiedene Passwörter nutzen und nie dasselbe für verschiedene Anwendungen“, erklärt er. Er selbst habe einen ganzen Ordner voller Passwörter, die er sich ausgedruckt oder notiert habe. „30 langen nicht“, schätzt er selbst. Auch auf einem USB-Stick, der nicht am Rechner angeschlossen ist, habe er seine Passwörter nochmals gesichert. Passwörter brauche er für das Onlinebanking der Sparkasse, für Google, für Ebay, für Kleinanzeigen, Paypal und so weiter. Eigentlich sei er von den vielen Passwörtern genervt und findet es lästig, damit zu hantieren, aber es gebe nun mal keine Alternative, so Frey.

Rolf Frey
Rolf Frey

Ludwig Ruble aus Hornbach hat es einfach. „Ich habe nur ein einziges Passwort auf dem Handy. Ich besitze keinen Computer, betreibe auch kein Online-Banking“, sagt der Hornbacher. Lediglich die Pin für seine Bankkarte müsse er sich ansonsten noch merken. Daher sei es auch noch nie passiert, dass er ein Passwort vergessen habe. Unter seinen Bekannten, die teilweise viele Passwörter brauchten, hätten sich die meisten ihre Zugangskennwörter aufgeschrieben, damit sie diese nicht vergessen. Jedes Mal, wenn es um Passwörter und Zugangsdaten gehe, sei er froh, dass er „völlig raus aus der Nummer“ sei.

Ludwig Ruble
Ludwig Ruble

Paul Goldmann aus Zweibrücken ist der Tag des Passwortes bislang unbekannt. „Ich glaube, ich hab acht verschiedene Passwörter“, sagt der Schüler. Die brauche er für Online-Banking oder verschiedene Apps, also Programme auf dem Mobiltelefon. Bei Amazon beispielsweise sei er gar nicht angemeldet und brauche sich daher auch kein Passwort dafür zu merken. „Sehr oft“, antwortet er lächelnd auf die Frage, ob er schon mal ein Passwort vergessen hat. Diese seien meist ähnlich, aber nie gleich, und nirgendwo notiert. Alternativen wie Gesichtserkennung nutzt er gar nicht.

Paul Goldmann
Paul Goldmann

Heidi Unger aus Zweibrücken benutzt viele Passwörter. Es gehe um rund 25 Zugangskennwörter, die sie in ihrem Handy gespeichert habe. Wenn sie ihr Handy verliere, komme niemand dran, da die Passwörter mit Face-ID verschlüsselt seien. Einige habe sie sich gemerkt. Aber notiert normalerweise nicht, außer bei den Zugangsdaten, die sie beispielsweise von der Bank per Post erhalten habe. Automatische Ausfüllfunktionen seien bequem, aber nicht sehr sicher, sagt sie. Sie selbst sei schon mal gehackt worden, ihr sei aber kein Schaden entstanden.

Heidi Unger
Heidi Unger

Kerstin Agne aus Dellfeld hat insgesamt nur sechs Passwörter für ihr E-Mail-Programm, eines, um auf der Arbeit das Kassensystem anzumelden und außerdem zwei Pins für ihre EC-Karte. Und dann noch das Kennwort für ein Kleinanzeigenportal. Notieren muss sie diese nicht. „Die kann ich mir merken“, sagt sie. Diese seien unterschiedlich, aber sie wechsele sie nicht oft. Ihre Passwörter seien vermutlich nicht die stärksten, doch Probleme hatte sie deshalb noch nie.

Kerstin Agne
Kerstin Agne
x