Zweibrücken Pantherpilz oder Perlpilz? Bei der Zweibrücker Waldjugend klären Experten über Gefahren auf
Eine ganze Menge Steinpilze hat Waldjugendbetreuer Carsten Dahl am Samstag im Fasaneriewald gefunden bei der achten Pilzwanderung der Zweibrücker Waldjugend. Rund 25 Teilnehmer waren dabei und haben anschließend den Ausführungen des Pilzexperten Sebastian Knerr gelauscht, der alle gefundenen Exemplare einsortiert hat in essbar, genießbar, nicht essbar und giftig.
Beim Goldröhrling die Haut des Schirms abziehen
Waren 2023 noch rund 60 Pilzfreunde bei der eineinhalbstündigen Wanderung dabei gewesen – 2024 war dann ohnehin ein echtes Pilzjahr mit ganz vielen Pilzfunden –, hielten sich sowohl die Anzahl der Teilnehmer als auch die Anzahl der Funde bei der kostenlosen Veranstaltung diesmal in Grenzen. Florian Faust, Jugendleiter der Zweibrücker Waldjugend, ist Forstwirt und hat daher schon beruflich Bezug zu Pilzen. Er erzählt von einer Wanderung, bei der er vor einer Woche Pilze gesucht und gefunden hat, die er anschließend geputzt, gekocht und verputzt hat. „Wir haben viele Rotfußröhrlinge gefunden, und in der Truppe, mit der ich jetzt unterwegs war, haben wir Steinpilze gefunden. Als ich alleine unterwegs war, habe ich auch noch Maronen entdeckt, aus denen ich eine Pilzrahmsoße gemacht habe“, berichtete er.
Die Fasanerie ist das Patenrevier des Fasanenhorstes Zweibrücken der Waldjugend, weshalb die Pilzwanderung meist dort stattfindet. „Letztes Jahr war das Wetter für Pilze bombastisch. Es war feucht und warm gleichzeitig, dieses Jahr hat die Wärme gefehlt. Voriges Jahr hatten wir Körbe voller Steinpilze gesammelt, in diesem Jahr gerade mal drei Stück“, sagte Hans Frenkle von der Waldjugend und machte den Zusammenhang von Wetter und Pilzflut deutlich. Goldröhrlingen und Maronenröhrlingen kam das Wetter allerdings entgegen. Wie man all die Pilzsorten auseinanderhält, sich vor Vergiftungen und schweren Leberschäden schützt, erklärte Sebastian Knerr, seit 2019 Pilzsachverständiger. Beim Goldröhrling beispielsweise, einem Speisepilz, riet er dazu, die Haut des Schirms vor dem Kochen abzuziehen.
Vorsicht vorm Pantherpilz
Wo findet man die besten Pilze? „In Buchen- und Eichenwäldern. Da hatte ich bei meinen letzten Pilzsuchen immer den besten Erfolg“, sagte Waldfachmann Florian Faust, der im Forstrevier Otterberg arbeitet und aus Rimschweiler stammt. In Nadelwäldern habe er weitaus weniger gefunden. Die Waldstruktur rund um Zweibrücken unterscheide sich stark von der in und um Otterberg. Dort gebe es mehr kleinparzellige Wälder. „Aber dort wächst das Gleiche wie bei uns“, sagte er.
Die Teilnehmer, sowohl Erwachsene als auch Kinder, erfuhren von Sebastian Knerr beispielsweise alle Details zum Perlpilz. „Er hat eine rübenartige Knolle mit geradem, unauffälligem Übergang zum Stiel, einen gerieften Ring, eine Manschette, die die Längsrillen auf der Oberseite übersetzt, und er hat keinen gerieften Hut. Das sind die Unterschiede zum Pantherpilz, der stark giftig ist und dem er sehr ähnlich sehen kann“, erläuterte Knerr. Auch im Jahr 2026 will die Waldjugend eine Pilzwanderung mit Expertenwissen anbieten.