Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Palatia Contwig: Der Meister wird zum Baumeister

Am Gebäudekomplex der Palatia wird wieder fleißig gearbeitet. Bei der Dachsanierung geht der Verein neue Wege.
Am Gebäudekomplex der Palatia wird wieder fleißig gearbeitet. Bei der Dachsanierung geht der Verein neue Wege.

Sportlich läuft es rund beim SV Palatia Contwig. Damit auch die bauliche Infrastruktur erhalten bleibt, nimmt der Verein erneut viel Geld in die Hand.

Sportlich hat der SV Palatia Contwig in der Spielzeit 2024/25 auf sich aufmerksam gemacht. In der A-Klasse fuhr die erste Mannschaft den Meistertitel souverän ein und machte durch den Sieg im Kreispokal-Finale das Double perfekt. Mit ihrem SG-Partner SC Stambach performte die zweite Contwiger Mannschaft ähnlich erfolgreich und wurde in der C-Klasse Vizemeister.

Dazu hat sich baulich einiges bewegt. Das größte Projekt datiert aus dem Jahr 2011, als der Hartplatz gegen einen Kunstrasenplatz getauscht wurde. Zum Gebäudekomplex beim Sportgelände gehört eine frühere Kegelbahn, die 2017 zu Spieler- und Schiedsrichterkabinen umgebaut wurde.

Gelegenheit genutzt

Jüngst hat sich auch das Erscheinungsbild des eigentlichen Vereinsheims verwandelt. Die Fassade erhielt vor wenigen Wochen einen Neuanstrich. „Da das Gebäude momentan eingerüstet ist, haben wir diese sich bietende Gelegenheit genutzt. Der Anstrich und das Ausbessern des Putzes waren dringend nötig“, informiert der SV-Vorsitzende Peter Ehrmanntraut. Der komplexe Stahlrohraufbau steht selbst zum Zweck der Dacherneuerung vor Ort. Die ausführenden Arbeiten sind eigentlich nur das kleinste Übel was den Vorsitzenden im Ehrenamt an der Sache beschäftigt.

„Die faktischen Probleme sind die schlimmsten, denn die ändern sich einfach nicht.“ Vom Kreis und vom Sportbund gibt es ein Zuschusssystem für Baumaßnahmen zwischen 10.000 und 75.000 Euro. Davon übernehmen die beiden Institutionen je 30 Prozent. Mit rund 50.000 Euro fällt der Austausch des Daches in diese Spanne. Abzüge durch Eigenleistung sind dieses Mal nicht möglich, da das Tragmaterial asbesthaltig ist.

Kein Geld von Kreis und Sportbund

Die Gebäude der Palatia sind im Prinzip als drei einzelne Gebäude nebeneinander in Reihenhaus-Form aufgebaut. Da der Verein im Zuge der Kabinenmaßnahme die dazugehörige kleine Dachfläche mitsaniert hat, sind sie für zehn Jahre für gleiche Arbeiten, sprich der Dachsanierung, von Fördergeldern der großen Kostenträger ausgeschlossen. „Den Leuten von Kreis und Sportbund sind schlichtweg die Hände gebunden, da sie wegen geltender Statuten nichts geben dürfen. Das ist ein Mangel im System, wie ich finde.“

Es werde der Anschein geweckt, als ob man einfach immer, nur wenn es einem einfällt, um Geld betteln würde. „Wenn wir Kabinen umbauen, weil in anderen Räumen der Platz fehlt, damit wir saubere Nassräume und eine funktionierende Heizung haben, dann ist das sicherlich kein Luxus, sondern etwas von reiner Notwendigkeit, um die Vereinsbestimmung aufrecht zu halten“, stimmt sich der Contwiger Vereinschef ein.

Großer Batzen

„Und ganz im Gegenteil, damals haben wir nur das eine Dach gemacht und die anderen nicht, die waren damals zwar auch schon uralt, aber sie haben noch funktioniert und so haben wir sie so lange gezogen bis es nun eben nicht mehr tragbar ist. Leider waren es aber keine vollen zehn Jahre.“ Die jetzigen Schäden an der Fassade sind zum Teil wegen der eintretenden Feuchtigkeit der maroden Dächer entstanden.

Doch es lauert bereits ein weiteres Problem: „Der Prozentsatz der Selbsttagungskosten liest sich erstmal gering. Wenn ein Projekt wie der Sportplatzumbau mit 570.000 Euro zu Buche schlägt, sind zehn Prozent ein großer Batzen für einen Verein, den er mit reinen Mitgliedsbeiträgen nicht erwirtschaften kann.“

Dach verpachtet

Das Geld muss über Finanzierungen reingeholt werden, was den Verein stark belastet. „Als Vorsitzender bist du dann Privatleuten gegenüber in der Verantwortung, denen irgendwann mal ihr Geld wieder zu geben. Das macht alles weniger Spaß, geht aber nicht anders.“ Mit Festivitäten und Sponsoring generiert der Verein zusätzlich Geld und muss weiterhin vielfältig denken.

Mit der Dachsanierung geht die Palatia jetzt einen neuen Weg. Die Finanzierung des Daches versucht der Verein über eine Pacht auszugleichen. So wird ein Teil der Fläche an ein Unternehmen auf 20 Jahre und mehr verpachtet – und diesem dadurch die Möglichkeit gegeben, dass es darauf eine größere Photovoltaikanlage baut.

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