Handball
Oberliga: SV 64 Zweibrücken und HV Vallendar tauschen Rollen vor Topspiel
Aber durch die Niederlage am Sonntag in Bingen musste Zweibrücken die Vallendarer, die aktuell so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Liga sind, vorbeiziehen lassen. Seit Ende Oktober haben die Vallendarer kein Spiel mehr verloren, haben 16:0 Punkte gesammelt. Eine Serie, die der SV zu Saisonbeginn geschafft hatte.
„Keine Überraschung“, erinnert SV-Trainer Stefan Bullacher an das Hinspiel zum Saisonauftakt. 27:23 entschied Zweibrücken das gute Auftaktspiel für sich. Bullacher hatte damals schon prognostiziert, dass Vallendar in der Spitzengruppe der Liga zu finden sein wird. Diese Einschätzung hatten die Rheinländer durch ihren Auftritt in Zweibrücken bestätigt. Denn sie hatten den SV lange am Rande einer Niederlage. In der Schlussphase hatte Zweibrücken die besseren Kraftreserven, aber um die ist es derzeit nicht zum Besten bestellt.
Im Kern seit Jahren zusammen
Ein dickes Plus, das Vallendar aufweise, sei, „dass die Mannschaft im Kern seit vielen, vielen Jahren zusammenspielt“, sagt Bullacher. Spielmacher Kalani Schmidt dirigiert sehr gut, versteht sich fast blind mit Kreisläufer Oliver Lohner. Eine Achse, die auch im Hinspiel schon gut funktionierte. Dazu kommen erfahrene Spieler wie Merlin Busse und zu dem Ganzen „dann punktuell sehr gute Verstärkungen“, resümiert Bullacher.
In dieser Saison heißt diese Verstärkung Kay Lißmann. Der Rückraum-Shooter hat sich längst gut eingefunden im Vallendarer Team. 71 Saisontore hat er bereits erzielt. Noch treffsicherer war, allerdings auch oft vom Siebenmeterpunkt, Kalani Schmidt. 87 Treffer erzielte er bereits. In diesen Torquoten-Regionen tummelt sich von den Zweibrückern aktuell nur Spielmacher Adam Soos (94), der auch kommende Saison das SV-Spiel lenken wird. Sein Nebenmann im linken Rückraum, Philipp Kockler, wäre dort wohl auch zu finden, wenn er nicht verletzt gewesen wäre. Dass er zurück ist, ist wichtig, denn schon im Hinspiel waren seine Treffer in der Schlussphase mit spielentscheidend.
Viele bleiben länger
Da die Tabelle normalerweise nicht lüge, sei klar, „dass wir nicht nur zum ersten Mal in dieser Runde in einem Auswärtsspiel bei einer Mannschaft antreten, die vor uns steht. Die Favoritenrollen sind auch so verteilt, wie es der Tabellenstand aussagt“, sagt Bullacher.
Bei den Zweibrückern laufen die Planungen für die kommende Runde. Zwei Linkshänder, die aktuell verletzungsbedingt lange fehlen und schmerzlich vermisst werden, haben ihre Verträge um zwei Jahre verlängert: Niklas Bayer und Tom Ihl. Auch Abwehrspezialist Benny Zellmer hängt noch mindestens ein Jahr bei den Zweibrückern dran. Und Kraftpaket Fabian Naumann, der in den vergangenen Wochen, als die Verletztenmisere sehr groß war, einen wichtigen Entwicklungsschritt genommen hat, hat für zwei weitere Spielzeiten beim SV zugesagt. Auch zwei Eigengewächse, die derzeit schon Oberligaerfahrung sammeln, werden in den kommenden zwei Jahren für die Zweibrücker auf Torejagd gehen: Max Kroner und Samuel Winter.