Tischtennis
Niederauerbacher Hobbysportler Wilhelm: „Ohne Training, das ist ein trauriger Zustand“
„Wir sind reine Hobbyspieler“, stellt Manfred Wilhelm, Fachwart der Tischtennis-Truppe der VT Niederauerbach, ohne Umschweife fest. Den reinen Leistungsgedanken gibt es bei den Spielern der VTN nicht; nur in seltenen Fällen wird überhaupt mal ein Satz mitgezählt. Gesundheit und Bewegung stehen klar im Vordergrund.
„Wir bieten für Leute ab 40 Jahren Anreize, sich zu bewegen und eine gewisse Gesundheitsförderung“, sagt der 70-jährige Wilhelm. Der älteste Spieler in seiner Gruppe sei mit 81 Jahren der langjährige Fachwart Günter Heieck, der ist bereits seit Gründung der Hobbygruppe mit dabei. „Wir wollen an keinem Spielbetrieb teilnehmen. Wir wollen nur den Bewegungssport“, erzählt Wilhelm, dass Interesse an einer Teilnahme am Rundenspielbetrieb des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes (PTTV) noch nie bestanden hat. Wilhelm ist seit 2013 Mitglied der Gruppe. „Ich habe auf Motivation von Johannes und aus gesundheitlichen Gründen mit dem Tischtennisspielen begonnen“, erwähnt Wilhelm, der sich auch geistig fit halten möchte. Besagter Johannes ist sein Sohn; bis zu seinem Umzug nach Trier gehörte der Zweibrücker zu den besten Tischtennis-Wettkampfspielern der Westpfalz.
VTN: Keiner sitzt auf der Bank
Seit dem Jahr 2018 ist Manfred Wilhelm nun Fachwart der Gruppe und Nachfolger von Heieck. Seine Tischtennis-Erfahrung halte sich aber in Grenzen. „Ich habe zu keiner Zeit aktiv am Tischtennis-Leistungssport teilgenommen. Lediglich während der Jugendspielzeit von Johannes, in den 90er Jahren, habe ich den damaligen Jugendtrainer Bruno Schmidt bei der VTZ als Betreuer unterstützt.“
In Zeiten außerhalb von Corona sieht Training bei der VTN-Hobbygruppe so aus, dass jeder mit jedem an der Platte steht. „Da ist es egal, ob man Männlein oder Weiblein ist“, meint Pensionär Wilhelm schmunzelnd, der frühere Leiter des Jugendamts war. Und wenn eine ungerade Anzahl von Spielern in der Halle an der Hofenfelsstraße steht, spiele auch mal ein Doppel gegen einen Einzelspieler. „Bei uns sitzt keiner auf der Bank. Es spielt jeder mit, der mag.“
Lieber nach den alten Regeln spielen
Das Einspielen sieht dann aber doch systematisch aus, wie bei den Wettkampfvereinen. „Wir spielen dann ein bisschen Vorhand-Vorhand und Rückhand-Rückhand. Aber nicht mit viel Ehrgeiz“, stellt Wilhelm fest. Einzelspiele werden ohnehin nicht gezählt, nur im Doppel werde auch mal nach Punkten gespielt. „Wir spielen aber noch nach den alten Regeln bis 21 Punkte, mit fünf Aufschlägen am Stück für jedes Doppel. Die Sätze bis elf Punkte sind uns einfach zu schnell zu Ende“, sagt Wilhelm. „Wir spielen bei den Doppeln aber auch nicht um ein Bier oder um die Ehre. Wir spielen einfach, weil wir es wollen. Ganz zwanglos, da kommt es nicht aufs Leistungsvermögen an.“
Wandern für den Zusammenhalt
Doch auch bei der Hobby-Truppe der VT Niederauerbach ist zurzeit wegen der Beschränkungen in der Corona-Krise kein Training möglich. Schon seit ersten Juliwoche des vergangenen Jahres sind die Einheiten eingestellt. „Zurzeit läuft bei uns gar nichts. Das ist schon ein trauriger Zustand“, fügt Wilhelm an. Bis zum Juli 2020 habe man sich mit Konzepten der Stadt Zweibrücken, einem selbst entworfenen und den PTTV-Hygienevorschriften gut helfen können. „Jetzt können wir gar nichts machen. Ab und zu gehen wir mal zusammen wandern oder spazieren. Ich versuche, die Truppe schon zusammenzuhalten“, erklärt Wilhelm, der seine Hobbytruppe mit Informationen via Mail auf dem Laufenden hält. Privat verfüge keiner der Spieler über eine Tischtennisplatte, um die fehlende Bewegung auszugleichen; auch Video-Chats gebe es nicht.
„Einige bei uns sind ganz scharf darauf, dass es wieder losgeht“, weiß Wilhelm, der für die Zukunft noch ein Anliegen hat. „Wir suchen ständig nach Spielern, die bei uns mitmachen wollen. Kurz vor der Pandemie wollten wir Werbung machen, das hat sich dann aber zerschlagen. Wir wollen, wenn wir wieder spielen dürfen, noch mal für unsere Gruppe werben“, erklärt der Fachwart. Normalerweise trainiert seine Gruppe außerhalb der Ferien immer donnerstags (19.45 Uhr bis 21.45 Uhr) in der Turnhalle der VTN. „Danach sitzen wir immer noch gerne zusammen“, unterstreicht Wilhelm auch den wichtigen sozialen Charakter der Hobbygruppe.