Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Trainer Galla hat mit VTZ-Herren gleich schweres Spiel vor der Brust

Marek Galla gibt bei der Oberliga-Mannschaft der VTZ Saarpfalz in nächster Zeit die Richtung vor. Der Jugendkoordinator der VTZ
Marek Galla gibt bei der Oberliga-Mannschaft der VTZ Saarpfalz in nächster Zeit die Richtung vor. Der Jugendkoordinator der VTZ beerbt Philip Wiese und Kai Schumann als Trainer.

Kampfgeist und Marek Galla – das gehört bei der VTZ Saarpfalz zusammen, seit er vor 16 Jahren nach Zweibrücken kam. In der Not hilft er nun als Coach beim abstiegsbedrohten Oberligisten aus. Als Spieler kam er mal zu einem rosa Turban.

„Ich wollte nicht, dass die Mannschaft jetzt erst mal ohne Trainer ist“, nennt Marek Galla einen Grund, warum er sich bereit erklärt hat, nach dem Ausstieg des Duos Philip Wiese und Kai Schumann interimsweise bei Handball-Oberligist VT Zweibrücken-Saarpfalz das Traineramt zu übernehmen. Wie lange das geht, werde man sehen, sagt der 42-Jährige, der seit 16 Jahren in mindestens einer Funktion, meistens in mehreren Funktionen bei der VTZ tätig ist. Aktuell ist der Multifunktions-Marek gefragt. Am Sonntag erst mal als Coach beim Spiel der VTZ-Männer bei den HF Illtal (18 Uhr, Hellberghalle Eppelborn).

Ein großer Vorteil sei, sagt Galla, „dass ich die Mannschaft nicht kennenlernen muss, ich kenne sie ja“. Vom Training aus der vergangenen Runde, als er angesichts großer Personalnot noch mal aushalf. Die Heimspiele hat er gesehen. Vier Spiele sind es jetzt noch bis zur Weihnachtspause, davon drei gegen Konkurrenten im Abstiegskampf. Dazu gehört auch Illtal, dass nur zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als die VTZ. Aber Illtal zu Hause „ist mindestens 50 Prozent besser als auswärts“, weiß Galla aus zahlreichen Duellen, die er gegen die „Zebras“ bestritten hat. Daran habe sich nichts geändert.

Die Sache mit dem rosa Turban

Seine Aufgabe bei der VTZ sieht er darin, der Mannschaft klar zu machen, dass sie eine Chance hat zu punkten, wenn alle ihre Leistung abrufen. Das sei nicht immer der Fall gewesen, habe Punkte gekostet. In der Defensive muss eine Leistungssteigerung her, „denn realistischerweise haben wir keine Mannschaft, die 30, 40 Tore pro Spiel wirft. Wir müssen es also über die Abwehr regeln“, weiß Galla, der selbst für die VTZ manche Abwehrschlacht geschlagen hat. Er war sich auch nicht zu schade, mal mit rosa Turban noch alles zu geben, nachdem er eine blutende Kopfwunde davongetragen hatte. Die Kopfwunde im Spiel gegen die TSG Haßloch verdankte er 2014 übrigens seinem damaligen Teamkollegen Raimonds Trifanovs. Der spielt am Sonntag, hilft der VTZ auch in Illtal aus.

Kämpferisches Vorbild und Galla: Das ist bei der VTZ ein Synonym, seit er 2006 nach Zweibrücken kam. Vom slowakischen Erstligisten Nove Zamky war der damalige Profi-Handballer zum Regionalligisten gewechselt. In der Saison zuvor hatte er mit Nove Zamky noch im Europapokal der Pokalsieger gegen die HSG Nordhorn gespielt. Mit Handballkollegen aus der Profizeit in der Slowakei spielt Galla heute noch, wenn er zu Hause auf Urlaub ist. Gerne auch mal internationale Turniere. „Macht Spaß“, sagt er.

Freundin und Tochter vor Übernahme des Trainerjobs gefragt

Dass die VTZ fast so etwas wie eine Lebensbeziehung werden würde, „habe ich nicht erwartet, als ich hierherkam“, gesteht er lachend. Zumal der Einstieg, wie so oft, wenn ein Spieler aus dem Profibereich kommt und nicht mehr als Profi tätig ist, etwas holprig war. Die Umstellung gelang Galla aber. Er ist in Zweibrücken heimisch geworden, hat Freunde gefunden. Einer seiner besten Freunde ist Philip Wiese.

Freundin Alisa und die elfjährige Tochter Hanna, die erfolgreich in Papas Handballspuren tritt, waren natürlich gefragt, als die Entscheidung anstand, ob Galla den VTZ-Trainerjob übernimmt. „Dass sie ja sagen, war eine Voraussetzung“, stellt er fest. Er arbeitet bei der Firma Kubota, ist dort Leiter eines Teams. „Und wer sich den Weltmarkt anschaut, die Lieferketten und vieles mehr kennt, weiß, dass es auch bei uns gerade eine spannende Zeit ist“, sagt Galla.

Wiedersehen mit alten Bekannten bei HF Illtal

Beruflich gefordert und stark im Handball engagiert: Galla ist Jugendkoordinator bei der VTZ und trainiert die D-Jugend, in der seine Tochter spielt. Jetzt kommt noch ein Job dazu. Das kennt die Familie bereits. Als Galla 2016 seine aktive Laufbahn beendete – um in Notfällen doch immer wieder zum Handball zu greifen –, wurde er Co-Trainer von Danijel Grgic und war Trainer der VTZ-Zweiten. Mit der ersten Mannschaft gelang damals der Aufstieg in die Dritte Liga, mit der Zweiten der in die Saarlandliga.

Marek Galla kann als Trainer mit seiner Erfahrung der Mannschaft den Weg zeigen. „Gehen müssen sie ihn selbst“, sieht er das Team gefordert. Das trifft in Illtal auf alte Bekannte: Torwart Yannic Klöckner und Allrounder Thomas Jung. Im Saar-Pokal standen sich die Teams bereits gegenüber. Illtal behielt in Zweibrücken knapp die Oberhand, schied am Dienstag selbst in Dillingen aus. Und: Auch Galla trifft bei der Rückkehr an die Seitenlinie der Herren gleich ein bekanntes Gesicht beim obligatorischen Shakehands der Trainer. Mit Illtals Trainer Andreas Birk „habe ich ja selbst bei der VTZ gespielt“, sagt er.

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