Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Naturnaher Hornbach: Renaturierung auf der Zielgeraden

Die Mainzer Umweltministerin Kathrin Eder (Grüne) macht sich ein Bild vom renaturierten Hornbach. Zweibrückens Oberbürgermeister
Die Mainzer Umweltministerin Kathrin Eder (Grüne) macht sich ein Bild vom renaturierten Hornbach. Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza sowie die beiden Planer Andreas Durawa und Raimund Schüller (von rechts) auch.

Die Renaturierung des Hornbachs in Rimschweiler biegt auf die Zielgerade. Neue Strukturen machen den Bach naturnaher – und locken erste tierische Bewohner an.

Rund 1,4 Millionen Euro gibt es aus Mainz für den dritten Bauabschnitt in der Ortslage Rimschweiler. Die Arbeiten haben Spuren hinterlassen und bereits neue Bewohner angelockt.„Ich bin begeistert.“ Kathrin Eder (Grüne) blickt auf den vor ihr dahin fließenden Hornbach, sieht Holz im Bach, eine flachere Stelle, an der das Wasser schneller fließt, eine Biegung im Bachbett. Einfassungssteine? Fehlanzeige, genauso wie eine gleichbleibende Fließgeschwindigkeit. Auf Höhe der Feuerwehr Rimschweiler etwa ist alles so, wie es sein soll bei einem Bach, der naturnah gestaltet wurde. Und rund 700 Meter bachaufwärts soll es so auch bald sein. „Ist der Biber schon da?“, will die rheinland-pfälzische Umweltministerin wissen. „Hier noch nicht, aber ein Stück weiter, in Richtung Zweibrücken“, sagt Rimschweilers Ortsvorsteher Klaus Fuhrmann (SPD). Kathrin Eder nickt.

Die Ministerin war kürzlich nach Rimschweiler gekommen, um die seit einigen Jahren laufenden Arbeiten am Hornbach in Augenschein zu nehmen. Der Umweltbetrieb Zweibrücken (UBZ) hat gemeinsam mit den beiden Planern Andreas Durawa und Raimund Schüller sowie Fachfirmen daran gearbeitet, den Hornbach in drei Bauabschnitten wieder natürlicher fließen zu lassen. Zwei Abschnitte sind erledigt, grob gesprochen wurde seit 2021 von der Bickenalb bis zum Gelände des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Rimschweiler am Hornbach gearbeitet. Teil drei, rund anderthalb Kilometer vom OGV bis zur Stadtgrenze, fehlt noch. Die Planungen sind abgeschlossen.

„Haltlose“ Hochwasser-Vorwürfe

Dann soll der Hornbach auch im Teilabschnitt oberhalb des OGV-Geländes wieder Eschen bessere Lebensbedingungen bieten beispielsweise. Die Tiere seien „sehr anspruchsvoll“, führte Schüller aus, bräuchten tiefes Wasser, flache Stellen, Kiesflächen. „Vernetzte Teilhabitate“, nannte es der Experte. All das soll der Hornbach bekommen.

„Renaturierungen sind meine Lieblingsprojekte“, bekannte die Ministerin. Wobei diese anfangs oft von der Bevölkerung diskutiert und in Frage gestellt würden. Allerdings lohnten sich die Projekte immer, zu allererst für die Bachbewohner und die Natur, später auch für die Bevölkerung, sagte Eder. Auch am Hornbach habe es kritische Stimmen gegeben. „Ihr produziert Hochwasser“, habe hier der Vorwurf gelautet, erklärte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD). Haltlos, wie Wosnitza und auch UBZ-Chefin Nicole Hartfelder gegenüber der RHEINPFALZ bekräftigten.

OGV und Angler mehr als zufrieden

Der OGV – auf dessen Gelände nahe dem Hornbach konnte Wosnitza den Förderbescheid entgegennehmen – nutzte den Besuch aus Mainz für Werbung in eigener Sache. So hatte die Vereinsspitze um Vorstand Dieter Wiehn nicht nur Kaffee, Kuchen, Wasser und Brötchen vorbereitet und die Schäden vom Pfingsthochwasser 2024 dokumentiert, es gab auch eine kurze Tour übers Vereinsgelände. So erklärte Herbert Brengel der Ministerin kurzerhand die Vorzüge von Spalierobst, Brengel und Wiehn stellten die Bedeutung des Geländes fürs Dorfleben heraus. Wie denn der Verein und die Mitglieder den wieder naturnäheren Hornbach finden, wollte die Ministerin wissen. Dieter Wiehn, auch Vorstand des lokalen Angelsportvereins, lächelt: „Mehr als gut.“ Beide Vereine seien von den Verantwortlichen stets sehr gut informiert worden, sagte Wiehn und lobte den Experten des UBZ in Sachen Renaturierung, Andreas Reischmann. In die gleiche Kerbe schlug auch OB Wosnitza. „Ich weiß, dass er öffentlich nicht so gerne gelobt wird, deshalb mache ich es auch“, sagte er augenzwinkernd in Richtung des UBZ-Experten für fließende Gewässer.

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