Zweibrücken Nach Hause mit den Scorpions

Früher, als er noch beim Landeskriminalamt war, war er zwar öfter in Zweibrücken – allerdings sah er da immer nur die Justizvollzugsanstalt. Seit Elmar May Präsident des Polizeipräsidiums Westpfalz ist, hat sich das geändert. „Ich bin ja auch für Zweibrücken zuständig, und ich schaue mir gerne an, für was ich zuständig bin“, sagte er gestern in der Sommerredaktion, und: „Ich muss sagen, Zweibrücken ist ein richtiges Schmuckkästchen!“
Ein paarmal sei er jetzt schon hier gewesen, sagte der vom Mittelrhein stammende May, und er finde die Stadt sehr schön. „Sie haben hier so viele alte Gebäude, die toll restauriert sind, und so viel Wasser“, lobte er. Wenn man durch Zweibrücken läuft, könne man sich gut vorstellen, wie die Herzogstadt früher einmal aussah. Auch die Justizbehörden hier seien alle in sehr beeindruckenden alten Gebäuden untergebracht. Die Style Outlets, sagt er, hätten ihm auch gut gefallen, „und die mochte auch meine Frau ganz besonders“. Das Ganze sei zwar eine künstliche Einkaufswelt, „aber es ist sehr geschmackvoll gemacht“. Wenn es hier so schön ist, könnte er doch hierher ziehen? Dazu May: „Wir wohnen derzeit noch in Mainz. Ob und wohin wir umziehen, entscheiden wir etwa in einem halben Jahr.“ So lange pendele er zwischen der Landeshauptstadt und Kaiserslautern, dem Sitz des Polizeipräsidiums Westpfalz, was ihm aber nichts ausmacht. „Ich fahre gerne Auto. Alle Polizisten fahren gerne Auto, das gehört zu unserem Beruf und macht Spaß“, sagt er und lacht. Er könne dabei prima entspannen. Morgens auf dem Weg zur Arbeit schalte er das Radio ein, „ich höre immer SWR 3, mag den Klamauk, den die da machen“. Auf der Rückfahrt müsse es dann meist etwas aus der Sparte Oldierock sein. „In meinem Auto kann ich CDs auf Festplatte speichern“, freut er sich und erzählt, was er zuletzt gehört hat: die Scorpions. „Supertramp finde ich auch gut, ich habe gehört, die kommen am 27. August nach Zweibrücken.“ Das sei aber genau der Tag, an dem er in Urlaub fahre, also könne er nicht kommen. Stattdessen fährt er für 14 Tage nach Südtirol, zum Wandern in den Dolomiten. „Ich mag Urlaub so: tagsüber aktiv sein und abends dann gut essen und trinken. Das finde ich entspannend.“ Das gelte auch für Sport. Er fahre gerne Rad und jogge, um sich fit zu halten und die Gedanken zu ordnen. Apropos Sport: Ist, wer in Mainz wohnt, aber in Kaiserslautern arbeitet, nun Mainzer Fußball-Fan oder Lautrer? „Ich sehe beide Mannschaften gerne, gehe zu den Spielen aber immer in zivil, also ohne Schal oder Trikot“, sagt May, der Diplomat. Das erste Spiel des FCK am Freitag auf dem Betze habe er sich angesehen. Sein Urteil: „Da ist noch Luft nach oben.“ War er morgens selbst Gast in unserer Sommerredaktion in Zweibrücken, so erwartete er nachmittags in Kaiserslautern einen Gast: Innenstaatssekretär Günter Kern hatte sich angekündigt, um den neuen Behördenleiter Elmar May kennenzulernen. Was er auf der Rückfahrt nach Lautern hört, wusste er beim Abschied hier noch nicht.