Zweibrücken
Mittelalterhochzeit mit Schwert
„Ich habe der Stadt Zweibrücken viel zu verdanken. Diese Stadt hat mir eine Arbeit geschenkt, im Laufe der Jahre hat sich Heimatverbundenheit entwickelt. Ich fühle mich sehr wohl hier. Dieser Stadt verdanke ich Familie, Freundschaft und Geborgenheit. Mit meiner Tracht möchte ich Zweibrücken dies gebührend und dankeszollend entgegenbringen“, sagte Thorben Hehr am Samstagmorgen kurz nach der Trauung vor dem Rathaus. Seine besondere Tracht, die er bei der Trauung trug, ist in den Zweibrücker Farben genäht und zeigt auf der Brust den Zweibrücker Löwen. Der handgenähte Wappenrock, den er über einem langen Gewand trug, fand über mehrere Umwege zu ihm. Wie genau und woher das schmucke Kleidungsstück stammt, darüber schwieg sich der frisch verheiratete Ritter am Samstag aus.
Der gebürtige Hagener aus Nordrhein-Westfalen kam vor knapp neun Jahren durch die Bundeswehr nach Zweibrücken. Noch immer arbeitet er in der Niederauerbach-Kaserne. Kennen gelernt hat der 29-jährige Soldat seine 37-jährige Frau vor rund drei Jahren bei den Wallhalber Waldläufern, bei denen beide Mitglied sind. Simone Hehr, geborene Heylmann, stammt aus Brücken bei Birkenfeld, arbeitet als Sekretärin an der Saarbrücker Universität und wurde zur Freifrau ernannt beim Waldläufer-Verein. Dies ist das Gegenstück zum Ritter. Einige Zeit danach folgte für Thorben dann der Ritterschlag. „So eine Chance lässt man sich nicht entgehen, einen Ritter zu heiraten“, sagte Thorben Hehr am Samstag zu seiner Freifrau gewandt. Das Kleid, das Simone trug, wurde von Bettina Abt, der Chefin der Wallhalber Waldläufer, genäht.
Bis auf die beiden Trauzeugen durften wegen des Corona-Versammlungsverbotes keine Gäste an der Hochzeit teilnehmen, weder im Trauzimmer, noch draußen. Was mit ins Trauzimmer durfte, war Hehrs Schwert. „Wir haben das abgeklärt. Da es stumpf ist, durfte ich den Meinungsverstärker regelkonform mitnehmen“, erklärte er. Das Schwert ist bei Rittern Teil der Tracht.