Zweibrücken Mit besseren Nerven und größeren Reserven

«WILLSTÄTT.» „Die Abwehr war überragend“, freute sich Danijel Grgic, Trainer des abstiegsbedrohten Handball-Drittligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz, nach dem wichtigen 22:18 (12:8)-Erfolg am Sonntag beim TV Willstätt (wir berichteten kurz). Es waren zwei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf plus die erfolgreiche Revanche für die im Hinspiel erlittene Niederlage – ein gelungener Sonntag aus Zweibrücker Sicht.
Zwei Tage nach seinem 23. Geburtstag präsentierte sich VTZ-Torwart Yannic Klöckner dabei in bestechender Form. „Das habe ich ihm gewünscht“, freute sich Grgic, dass sich sein Keeper nachträglich selbst ein tolles Geschenk bereitete. Klöckner hatte eine Quote von mehr als 40 Prozent gehaltener Bälle. Davor arbeitete die Abwehr intensiv. „Von Anfang an war klar, dass dieses Spiel über die Abwehr entschieden würde“, resümierte der VTZ-Trainer. Er beorderte unter anderem Tom Paetow auf die vorgezogene Defensivposition. Versehen mit der Order, die Kreise von Willstätts torgefährlichem Spielmacher Daniel Schliedermann einzuengen. Das gelang. Gerade mal zwei Tore gestattete das VTZ-Bollwerk inklusive Klöckner Schliedermann. Ab dem 3:2 legte die VTZ vor, beziehungsweise baute ihren Vorsprung immer wieder mal aus. Abschütteln ließ sich Willstätt aber nicht. Zum Beispiel nach der Pause, in die die Zweibrücker mit einer 12:8-Führung gegangen waren. „Willstätt hat uns im Angriff schon einige Aufgaben gestellt, mal 5:1, mal 4:2 gedeckt“, sagte Grgic. Das größere Problem sei aber gewesen, „dass wir zu viele Chancen liegen gelassen haben. Wir wurden zu ungeduldig, haben einige Fehler gemacht, sind wieder in alte Muster zurückgefallen, auch ich“, bekannte Grgic, in den engen Situationen nicht immer die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber die Mannschaft wollte die Partie unbedingt gewinnen, das war spürbar. So zog die VTZ immer wieder davon. In der 50. Minute traf Kreisläufer Vladislav Kurotschkin zum 17:14. Die Entscheidung schien zum Greifen nah. Aber dann brachten sich die Zweibrücker selbst wieder in die Bredouille. Binnen 30 Sekunden mussten Philip Wiese und Laurynas Petrusis für zwei Minuten vom Platz. „Absolut berechtigt“, sagte Grgic, der dem erfahrenen Schiedsrichterduo insgesamt eine sehr gute Leistung bescheinigte. Vier Zweibrücker gegen sechs Willstätter: Das nutzten die Gastgeber, um auf 16:17 zu verkürzen. Aber jetzt hatte Zweibrücken die besseren Reserven und Nerven. Richard Wilga traf zum 18:16, Willstätt nahm eine Auszeit, die Tomas Kraucevicius aber mit seinem Tor zum 19:16 beantwortete. Dann musste Willstätts siebenfacher Torschütze Régis Matzinger für zwei Minuten auf die Bank. Den mit der Zeitstrafe verbundenen Siebenmeter verwandelte Dusan Maric zum 20:16. Noch etwas mehr als drei Minuten waren zu spielen. Willstätt nahm die zweite Auszeit, die fruchtete erneut nicht. Denn Philip Wiese machte mit dem Treffer zum 21:16 90 Sekunden vor dem Abpfiff alles klar, sicherte den zweiten Auswärtssieg der Zweibrücker. So spielten sie VTZ Saarpfalz: Klöckner - Kraucevicius (4), Mokris (2/1), Paetow (2) - Maric (2/2), Wilga (3) - Kurotschkin (2) - Wiese (4), Radenovic, Petrusis (3), Brauns, Schweitzer, Stauch Spielfilm: 2:1 (9.), 2:3 (13.), 4:4 (16.), 6:7 (20.), 6:9 (24.), 8:12 (Halbzeit), 13:14 (40.), 13:16 (46.), 14:17 (50.), 16:17 (53.), 16:21 (59.), 18:22 (Ende) - Zeitstrafen: 2:4 - Siebenmeter: 6/2 - 4/3 - Zuschauer: 710 - Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (Stadeln/HV Bayern).