Zweibrücken Menschen hängen am Himmel, Pferde leuchten von innen

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Zehn Jahre ist es her, da belebte neben der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ein Straßentheater Kaiserslautern. Damals trug die Lebenshilfe mit einem kleinen Programmschwerpunkt zum bunten Treiben in der Fußgängerzone und auf den Plätzen bei. Was die Lebenshilfe parallel zum Ballgeschehen mit Musik, Tanz, Verkleidung, Witz und Akrobatik an Lebensfreude unter den Menschen versprühte, formte sich ein Jahr später zum Festival „Alles muss raus!“.

Nach zehn Jahren ist die Geburtstagsüberraschung perfekt. Von heute bis Sonntag werden über 200 Künstler in rund 20 Ensembles aus sieben Ländern die Straßen und Plätze von Kaiserslautern zu einer großen Bühne unter freiem Himmel machen – ähnlich wie man es vom Zweibrücker Straßentheaterspektakel kennt. Veranstaltet von der Lebenshilfe Westpfalz, der Lebenshilfe Kunst und Kultur, der Stadt und dem Kultursommer Rheinland-Pfalz beginnt das Programm heute Abend in der Fruchthalle. Geboten wird eine „Alles muss raus“-Revue als spritzige Show mit Musik, Tanz, Wortakrobatik und Platz für spontane Verrücktheiten. Das abendliche Programm im Freien bietet neben Konzerten am Freitag und Samstag zwei außergewöhnliche französische Künstlergruppen. Die Waren vor zehn lässt mit ihren illuminierten Pferdefiguren gleich zweimal (19.30 und 22.30 Uhr) wunderschöne Bilder zwischen Realität und Traum entstehen. Der Cirque Inextrémiste, bestaunt für seine Attacken gegen die Schwerkraft, zeigt (21.30 Uhr) mit Holzbohlen, Gasflaschen und schwerem Gerät, wie schmal der Grat ist auf der Suche nach dem Gleichgewicht. Theater- und Tanzensembles machen am Samstag und Sonntag tagsüber die Innenstadt zur großen Bühne. Da stromern Giraffen durch die Gegend, während ein verzweifelter Telefonist in allerhand Turbulenzen gerät. Da verschmelzen dadaeske Traumwandler Pappbecher mit einem Stromkasten, während unsterblich Liebende mit einem Ungeheuer kämpfen. Artisten arbeiten am chinesischen Mast, und Puppenspieler erwecken den Räuber Hotzenplotz zu neuem Leben. Tänzer aus Cardiff zelebrieren die Vielfalt, während sich ihre Kollegen aus Sevilla um die Wahrnehmung des Einzelnen sorgen. Umrahmt wird das theatrale Treiben von Konzerten auf und neben der Bühne. Klezmer, Sea Shanties & Meer-Chansons, Ruhrpott-Balkan und Lieblingslieder: So lauten die Zuschreibungen. Auf der Straße gilt es, Crossover-Blasmusik auf Stöckelschuhen und Vaudeville-Musik in artistischem Gepräge zu bestaunen – ganz zu schweigen von Musikcomedy mit jazzigem Brass-Sound, die tatsächlich ständig aus dem Rahmen fällt. Zudem wird es Mitmachaktionen geben. Ob lauthals Singen beim Mitsing-Ding, den Körper als Schlagzeug entdecken, eine Hosentaschengalerie anlegen oder einfach mal den Kopf hinhalten und für einen Tag zum Paradiesvogel werden. Das Festival „Alles muss raus!“ wartet auf zahlreiche Teilnehmer. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei mit Ausnahme der Eröffnung in der Fruchthalle (Auflage des Kultursommers für den Zuschuss wie in Zweibrücken). Die Eröffnung kostet fünf Euro Eintritt. Info www.alles-muss-raus-festival.de Programm heue 19.30 bis 24 Uhr, morgen, Samstag, 12 bis 24 Uhr, Sonntag 13-22 Uhr. |jsw

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