FUSSBALL
Julian Müller aus Maßweiler und seine große Herausforderung beim FKP
„Ich habe diese Herausforderung im leistungsorientierten Fußball gesucht und bin dankbar, dass ich beim FKP diese Chance bekommen habe“, sagt Julian Müller (37), der so nun im Dreieck Saarbrücken-Maßweiler-Pirmasens unterwegs ist. „Nach Corona war das für mich ein Durchstarten von null auf hundert“, kommentiert der 21-jährige Nico Stumpf sein neues Engagement und fügt lachend hinzu: „Die Hundert sind mir viel lieber!“
Angefangen mit dem Fußballspielen hat der in Maßweiler wohnende Müller beim SV Großwallstadt. Mit der C-Jugend von Viktoria Aschaffenburg wurde er Süddeutscher Vizemeister. In der B-Jugend (U17) wurde Platz drei in der Bayernliga erreicht. Unter Trainer Michael Dusek spielte der heute 37-Jährige dann zusammen mit den späteren Bundesligaprofis Florian Fromlowitz und Dominik Kumbela für den 1. FC Kaiserslautern in der A-Junioren-Bundesliga. 2003 wurde das Team mit Abwehrspieler Müller in Berlin DFB-Pokal-Sieger der A-Junioren. Im Finale gelang ein 4:1 nach Verlängerung gegen Bayer Leverkusen, das den späteren Nationalkeeper René Adler zwischen den Pfosten stehen hatte.
Einstieg in Rimschweiler
Mit den Herren von Borussia Neunkirchen wurde der Angestellte einer Krankenversicherung in Saarbrücken 2005 Meister in der Oberliga Südwest. Zuletzt war Müller zwei Jahre Spielertrainer beim TuS Rimschweiler, mit dem er den Aufstieg in die B-Klasse schaffte. „Das war mein Einstieg als Trainer. Ich bin dem Verein, allen voran Hans-Peter Schmitt, sehr dankbar für diese Zeit“, denkt Müller gerne daran zurück.
Doch jetzt folgte ein „Quantensprung“, wie er es selbst formuliert. Es ging nicht nur von den Herren hinab zu den 14- und 15-Jährigen, sondern es war auch der Sprung von der B-Klasse hinauf in die Regionalliga, die höchste Spielklasse für diese Altersgruppe. Müller: „Hatten wir in Rimschweiler auch mal nur acht Leute im Training, so sind auf der Husterhöhe alle 22 C-Jugendspieler da. Die müssen nicht sagen, dass sie kommen, sondern sagen, dass sie mal nicht kommen. Und nicht nur die Spieler wollen sich in dieser Liga beweisen, sondern auch die Eltern stehen voll dahinter.“
„Magische Anziehungskraft“
Nach dem Erwerb der Trainerlizenz erworben habe er solch eine Herausforderung gesucht. „Der FK Pirmasens hatte auf mich eine magische Anziehungskraft. Immer wenn ich durch den Fehrbach-Tunnel fuhr und die Flutlichtmasten auf der Husterhöhe sah, hat das wie ein Magnet auf mich gewirkt“, erzählt Müller.
Mit Bruder nach Bottenbach
Was er sich jetzt eingehandelt hat, sei „ein Sieben-Tage-Programm“, denn: „Außer Familie, Beruf und dem Trainerjob habe ich allenfalls zwischendurch mal Zeit, ein paar Hanteln zu stemmen. Mehr geht da nicht mehr.“ Müller „brennt“ für diese Aufgabe, was alleine beim Coaching für jedermann gut sichtbar wird.
„Aber ohne einen Co-Trainer wäre das nicht möglich“, leitet er selbst zu seinem Assistenten Nico Stumpf über. Der Windsberger hat als kleiner Junge beim TuS Winzeln unter Trainer Oliver Rau mit dem Kicken angefangen. Dann ging es über Höheischweiler und Niederauerbach zur C-Jugend des FC Homburg, mit der er Meister in der Verbandsliga Saar wurde. Auf weitere Jugendstationen in Fehrbach und Contwig folgte über ein Jahr Fußballpause. Bis ihn dann sein 19 Jahre alter Bruder Lars überredete, mit ihm gemeinsam beim SV Bottenbach in der B-Klasse zu kicken. Papa Hermann Stumpf und Onkel Michael hatten in ihrer aktiven Fußballerzeit mit dem SVB den Aufstieg in die B-Klasse geschafft.
Unterschied ist riesengroß
Und wie kam er jetzt zum FKP? „Ich habe in Pirmasens am Hugo-Ball-Gymnasium 2019 mein Abitur gemacht, war dort in der Schulauswahl und die Trainer hießen Gerhard Blum und Andreas Kamphues“, dämmert es dem aufmerksamen Leser jetzt, wie Stumpf auf die Husterhöhe kam – Lehrer Kamphues ist Jugendleiter beim FKP. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr am „Hugo“ startete der heute 21-Jährige sein Lehramtsstudium in Mathematik und Chemie an der TU in Kaiserslautern. „Andreas Kamphues hat mich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, als Jugendtrainer beim FKP einzusteigen. Ich habe zwar eine Nacht darüber geschlafen, aber das Interesse war da schon geweckt, mit so jungen Talenten auf hohem Niveau unterwegs zu sein“, erzählt Stumpf und fügt hinzu: „Der Unterschied zu dem Fußball, wie wir ihn in der B-Klasse spielen, ist schon riesengroß. Es geht alles viel schneller, es wird mehr Technik und mehr Spielintelligenz verlangt.“
Bescheidener Stumpf
Durch dieses Engagement beim FKP habe er jetzt jeden Tag Fußball auf dem Plan stehen. „Montag, Mittwoch und Donnerstag Training mit den Jungs, Samstag das Spiel. Dienstag, Freitag und Sonntag gehören dem SV Bottenbach. Der Aufwand ist schon hoch. Aber wenn ich an die Zeit denke, in der wegen Corona gar nichts ging, da ist mir das doch viel lieber“, sagt Stumpf.
Die Aufgabenverteilung mit Müller als Cheftrainer laufe reibungslos. „ Julian führt mich langsam an die Trainingsplanung heran, und ich übernehme Aufgaben wie die Warmarbeit“, gibt sich Stumpf dabei genau so bescheiden, wie es auch sonst seine Art ist. An der Linie hält er sich zurück, hat erkannt: „Die Spieler brauchen einen da draußen, auf den sie sich konzentrieren können – und das ist bei uns der Trainer Julian Müller.“