Zweibrücken Jazzlieder, aber nicht zu grell

Nach „Magnolia“ hat die aus Kaiserslautern stammende und in St. Wendel wohnende Jazzsängerin Andrea Reichhart, die durch zahlreiche Konzerte auch in der Südwestpfalz einen guten Ruf genießt, ein Album mit dem Titel „Scandinavian Lights“ herausgegeben. Der Gitarrist Markus Fleischer ist ihr Begleiter. Die RHEINPFALZ hat in den mit Poesie berührenden Silberling hineingehört: 38 Minuten Ohrenschmaus.
Andrea Reichhart ist eine Rattenfängerin. Die zehn Songs, allesamt aus eigener Feder, berühren durch ihre schlichte Schönheit. Gerade in dieser intimen Besetzung bestechen sie durch ihren leisen, innigen Zauber. Sie sind volksliedhaft, aber mit Niveau, es sind Jazzlieder, aber nicht zu grell. Besonders ist es die mädchenhafte Stimme Reichharts, die wie hingehaucht klingt, und in der zurückhaltende Sinnlichkeit mitschwingt. „One Of A Kind“ drückt den Charakter der Sängerin aus: Sie ist freundlich, liebenswürdig und nett. Die tonliche Reinheit ihrer Stimme ist bestechend. Sie singt schlackenlos. Ein leiser, inniger Zauber geht von dem Titelsong „Scandinavian Lights“ aus: Reichhart singt voller Anmut und Wärme. Sie kann zwar mit halber Stimme singen, aber nie mit halber Seele. Aus dem Kinder- und Schlaflied „Stella Polaris“ wird so ein schier sirenenhafter Klangzauber. Subtil singt sie auch in den Jazzsongs „Hey You“ und „I Wanna Know Your Name“, mit den Wortnuancierungen eines Schauspielers und den feinen Farben eines Aquarellisten. Und selbst beim Scatgesang streichelt ihr sanftes Timbre die Seele. Markus Fleischer ist mit der Gitarre der ideale, kongeniale Begleiter. Abseits abgetretener Pfade strahlt er Ruhe und Intensität zugleich aus, und die feinen, atmosphärisch, rhythmisch und melodisch stimmigen Gitarrenarrangements machen diese CD zu einem intensiv-berührenden Erlebnis. Info Die CD „Scandinavian Lights“ ist über die Homepage der Sängerin unter www.andreareichhart.com/disco.php verfügbar.