Zweibrücken Ihm ist die Außenstelle des Weißen Rings zu verdanken
„In der Zeitung war damals ein Aufruf der Stadt Zweibrücken, der Weiße Ring hätte hier keine Außenstelle und sie würden jemanden suchen, der das machen will“, erzählt Rainer vom Berg. Da habe er sich gemeldet; die Außenstelle der Hilfsorganisation für Verbrechensopfer leitet er seit nunmehr 17 Jahren ehrenamtlich. In dieser Zeit konnte sehr vielen Opfern geholfen werden; im Schnitt bearbeiteten er und seine sechs Mitarbeiter 30 bis 35 Fälle im Jahr. Vom Berg: „Es ist eine schöne Sache, wenn man einer älteren Frau, der kurz vor Weihnachten der Geldbeutel gestohlen wurde, 300 Euro geben kann, damit sie Weihnachten feiern kann.“ Bis zu 300 Euro an Soforthilfe darf der Weiße Ring, eine Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, sofort auszahlen.
Dabei ist Rainer vom Berg gar kein Zweibrücker, sondern er stammt aus dem Ruhrpott. Es war die Bundeswehr, die ihn mit 25 Jahren zur Fallschirm-Panzerjägerkompanie in Niederauerbach führte. Dort hielt es den gelernten Fernsehtechniker aus Essen nicht lange, „obwohl die mich gerne behalten hätten“. Er sei aber einfach „kein Bundeswehrtyp“. Was ihn dann aber doch in Zweibrücken gehalten hat, war die Liebe. „Wie das so ist. Als junger Mann lernt man eine junge Frau kennen und wird sesshaft“, schmunzelt Rainer vom Berg.
„Bettler von Zweibrücken“
Nach der Bundeswehr war er zunächst Fernsehtechniker bei der Firma Wicklein, besuchte danach für einen Großhändler Fernseh- und Elektrohändler und anschließend bis zur Rente als Selbstständiger Media- und Saturnmärkte. Auch wenn ihn das erfüllte, freut er sich noch mehr über die beiden großen Spendensammlungen, mit denen es gelang, Geld für eine Skater-Halfpipe auf dem Exe und für ein Fernrohr für die Sternwarte zusammenzubekommen. „Man nannte mich den Bettler von Zweibrücken, weil ich nicht lockerließ, die Geschäfte in der Stadt abklapperte und die Firmen um Spenden bat – mit Erfolg“, erinnert sich Rainer vom Berg.
Mit der Sternwarte hat es für ihn eine besondere Bewandtnis. Zählte er doch zu den ersten Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins, der die Sternwarte auf dem Kreuzberg betreibt. Nachdem der Verein über einen Kredit zunächst eine Kuppel gekauft hatte, sollte schnellstmöglich ein Fernrohr her. „Ich bin durch die Fußgängerzone gegangen, von Geschäft zu Geschäft, und habe 36.000 Euro erbettelt. Damit haben wir ein gebrauchtes Fernrohr gekauft“, erfüllt ihn die Aktion noch heute mit Stolz.
Für die Freien Wähler im Stadtrat
Als weitere „Zwischenstationen“ in einem langen Leben führt vom Berg an, dass er für die Freien Wähler (FWG) im Stadtrat saß, bei der Gewobau stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender war und Feste in seiner Straße organisierte, damit sich die Nachbarn besser kennenlernen. Noch heute ist er Vorsitzender der Oskar-Scheerer-Stiftung und hat sich nach eigenen Angaben „in den letzten Jahren auf die Arbeit des Weißen Rings konzentriert“. Zu seinen Hobbys zählte und zählt das Golfen: „Ich bin jetzt zwar mehr mit dem Golf-Caddy unterwegs als zu Fuß. Aber das macht auch Spaß und ist besser als nichts.“