Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Grasbahnrennen: Venus/Eibl lassen die Konkurrenz regelrecht stehen

Markus Venus und Markus Eibl gewannen den dritten Punktlauf bei den Seitenwagen 500 Kubikzentimeter.
Markus Venus und Markus Eibl gewannen den dritten Punktlauf bei den Seitenwagen 500 Kubikzentimeter.

Bei den Seitenwagenrennen sollte es dank der guten Besetzung spannend werden. Doch ein Duo dominierte beim Grasbahnrennen. Dafür entschied in einer anderen Klasse erst der letzte Lauf. Ein Talent aus der Region durfte sich freuen.

23 spannende Rennen sahen die rund 3200 Besucher des 60. Internationalen Zweibrücker ADAC Grasbahnrennen am Sonntagnachmittag auf der Zweibrücker Rennwiese. War die internationale Soloklasse dieses Mal mit nur sechs Fahrern bestückt, stach vor allem die internationale Seitenwagenklasse hervor. Hier war mit das Beste am Start, was die europäische Spitze im Jahr 2024 zu bieten hat.

Vor Rennbeginn hatte man einige Favoriten auf dem Papier stehen. Aber ein Duo ließ keine großartige Spannung aufkommen. Zu dominant absolvierten sie ihre drei Vorläufe und den Endlauf: Markus Venus aus Pfarrkirchen mit Beifahrer Markus Eibl aus Dietersburg gewannen jeweils souverän. Auch die starken Briten Mitch Godden und Paul Smith sahen in den Rennen nur den Schmutzstrahl der beiden Führenden.

Gute Starts, gute Linie

„Mit Maximum gewonnen, besser geht nicht“, freute sich der Bayern nach Rennschluss. „Ich bin schon ein paar Mal in Zweibrücken gefahren. Es war ein schöner Tag auf einer schönen Bahn. Die Veranstaltung hier ist immer klasse organisiert, wird zügig durchgezogen. Ich bin immer gerne hier“, lobte er die Veranstalter. Was war für ihn das Erfolgsrezept gestern Nachmittag? „Ich hatte immer gute Starts und dadurch die beste Linie.“

Insgesamt läuft es diese Saison für den Langbahn-Europameister von 2022 prima. „Ich bin einmal ausgefallen. Alle andere Läufe habe ich jeweils mit Punktemaximum gewonnen“. Das ist umso erstaunlicher, da er das komplette Jahr 2023 verletzt ausgefallen war. So konnte er auch nicht seinen Europameistertitel verteidigen. Seine Ziele für die restliche Saison: Gewinn der EM Ende August in den Niederlanden und Deutscher Meister bei seinem Heimrennen am 8. September auf der Bahn in Pfarrkirchen.

Ein verflixtes Jahr

Nicht zurecht kam diesmal der Sieger vom Vorjahr, Immanuel Schramm aus Wellmutsweiler mit Beifahrerin Nadine Löffler. „Im ersten Rennen in der ersten Kurve hatte ich eine Berührung. Dadurch war ich weit hinten, und es war sehr schwierig hier zu überholen“, ärgerte er sich. Insgesamt läuft es für den Zweibrücker Lokalmatador (sein Mechaniker Michael Maurer ist ein Zweibrücker) im Jahr 2024 nicht so rund. „Das letzte Jahr war besser, ich habe hier gewonnen, war Dritter der Europameisterschaft. Aber so ist Sport, das kann sich auch schnell wieder drehen“.

Zufrieden war dagegen der 15-jährige Jeremias Ramus aus Blieskastel. Sein Ziel war in der Motocross-Klasse eine Podiumsplatzierung, die er als Dritter auch erreichte. Hier war Thomas Albers aus Lüdinghausen mit drei Laufsiegen nicht zu schlagen. Zweiter wurde Tom Breininger aus Fischbach, punktgleich vor Ramus. Der dritte Platz von Ramus ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass er eine 125-ccm-Maschine fährt, seine Gegner 250-ccm- oder sogar 400-ccm-Maschinen.

Entscheidung im letzten Rennen

Eine spannende und offene Sache waren die Rennen der nationalen Soloklasse, die mit einem Fahrerfeld von 13 Fahrern die meisten Starter aufzuweisen hatte. Hier siegte Dominik Werkstetter aus Zeilarn mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Zweiten, Dennis Helfer aus Weilheim, und den Dritten, Morris San Millan aus Offenburg. Entscheidend war hier der letzte Lauf, den Werkstetter vor seinen beiden Kontrahenten gewann. Für einen Schreckmoment sorgte hingegen der Sturz des Heringers Henrik Todt in Lauf 13. Er musste bereits vor Ort länger behandelt werden und kam zur genauen Untersuchung in die Uniklinik Homburg, die er aber am selben Abend wieder verlassen konnte.

In der fünften ausgefahrenen Klasse, der nationalen Seitenwagenklasse, siegten mit drei Laufsiegen aus drei Starts Moritz Straub und Patrik Löffler aus Laimnau und Dietmannsweiler.

Glückliche Veranstalter

Der Veranstalter war mit dem Rennsonntag sehr zufrieden. „Der Wettergott war ein Zweibrücker“, freute sich Rennleiter Andreas Rauch nach der Veranstaltung. Waren unter der Woche und auch am Samstag noch viele Regenfälle zu verzeichnen gewesen, strahlte am Sonntag die Sonne über der Rennwiese. Der viele Regen im Vorfeld hatte aber auch einen Vorteil: Die Bahn war fast perfekt präpariert. Die geschätzt 3200 Zuschauer wussten das zu honorieren, der Besuch war besser als im Vorjahr. „Unser Fazit ist eindeutig positiv“, sagte Rauch.

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