Zweibrücken Glitzernde Kronen und lange bunte Umhänge

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„Wir bringen den Segen der Heiligen Nacht“, erklärte ein Kind gestern im Rathaus Oberbürgermeister Kurt Pirmann. Es gehörte zu den etwa 60 Sternsingern, die jedes Jahr das Rathaus besuchen.

Die Kinder singen Lieder und sammeln Geld für Hilfsprojekte in aller Welt. Dieses Jahr geht die Hälfte der Spenden an arme Kinder auf den Philippinen in Südostasien. Das hat mir Pfarrer Wolfgang Emanuel erklärt, der die Kinder begleitete. Der Rest des Geldes wird an ein Waisenhaus in Togo in Westafrika gespendet. Das Kindermissionswerk in Aachen organisiert das. Wie viel Geld genau von den Zweibrücker Kindern gesammelt wurde, wusste er noch nicht. Vielleicht 8000 bis 10 000 Euro schätzte er. Das ist schon eine stattliche Summe. Den Kindern schien ihre Aufgabe viel Spaß zu machen. Sie waren verkleidet, als die drei Könige aus dem Morgenland. Vielleicht kennt ihr ja die Geschichte von Caspar, Melchior und Balthasar, den drei Königen, die dem Stern von Bethlehem folgten, um das Christkind in seiner Krippe zu besuchen. Sie brachten Geschenke und segneten das Jesus-Baby. Um daran zu erinnern, sind noch heute Kinder in vielen Ländern bis zum sogenannten Dreikönigstag am 6. Januar unterwegs, singen Lieder und segnen die Menschen. Außerdem malen sie ein Zeichen an die Haustüren der Leute: 20*C+M+B+15. Ich habe es schon oft gesehen, aber gestern hat mir Pfarrer Emanuel endlich mal erklärt, was es bedeutet. Die Zahlen stehen für das kommende Jahr, also 2015. Und die Buchstaben, sagt Pfarrer Emanuel, sind eine Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“. Das ist Latein und bedeutet: „Christus segne dieses Haus“. Wenn sie das Zeichen anschreiben, bitten die Kinder darum, dass Gott das Haus und seine Bewohner segnet. Das Zeichen ist also ein Glücksbringer. In Zweibrücken hatten die Kinder gestern bunte Kleider an und lange Umhänge. Auf den Köpfen haben sie Tücher getragen und glitzernde goldene Kronen. Toll hat das ausgesehen. Ich hätte am liebsten mitgemacht. Drei große goldene Sterne an langen Stäben hatten sie auch dabei. Pfarrer Emanuel begrüßte die Zweibrücker Stadtspitze – das sind der Oberbürgermeister Kurt Pirmann, Bürgermeister Rolf Franzen und Beigeordneter Henno Pirmann. Er nannte sie „die drei Könige von Zweibrücken“. Da mussten sie lachen. Kurt Pirmann bedankte sich bei allen Kindern, die mitgemacht und fleißig Spenden gesammelt hatten. Er sagte, auch im Rathaus gebe es nicht nur gute Nachrichten. „Aber wenn ihr kommt, dann kommt Freude, dann kommt Glanz“, sagte er und lobte alle dafür, dass sie in einer guten Mission unterwegs sind. (mefr)

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