Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Gerlinger Erfolgsgarant bei SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken

Janik Gerlinger (links, hier gegen den SVN Zweibrücken) ist im Zentrum mehr ins Spielgeschehen eingebunden.
Janik Gerlinger (links, hier gegen den SVN Zweibrücken) ist im Zentrum mehr ins Spielgeschehen eingebunden.

Ein Positionswechsel sorgte dafür, dass der ehemalige Außenverteidiger seine Stärken noch besser ausspielen kann. Plötzlich spielt sein Klub um die vorderen Plätze mit.

Nach zwei Abstiegen in Folge und schwachem Saisonstart schielt die SG TuS Rimschweiler/VG Zweibrücken inzwischen mit einem Auge auf die vorderen Plätze der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken. Jannik Gerlinger ist einer der Gründe für den Aufschwung. Der zweikampfstarke und schnelle Ex-Außenverteidiger glänzt inzwischen auf einer neuen Position. Er soll dabei helfen, dass am Sonntag die Revanche für das verlorene Hinspiel gegen den SC Busenberg gelingt.

Abwehrspieler Janik Gerlinger wurde im Laufe der Runde in der A-Klasse von seinen beiden Spielertrainern ins Mittelfeld vorgezogen. Seitdem läuft es besser für die SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken. „Möglicherweise waren es die kaputten Schuhe, aber ich denke, ich muss mehr an meinem Torabschluss arbeiten“, beantwortete Janik Gerlinger nach dem ersten Saisonspiel beim SVN Zweibrücken (0:0) die Frage seines Spielertrainers Christian Zech, warum er in besagtem Spiel keinen seiner Abschlüsse im Tor untergebracht habe. Egal, was der Grund letztlich war, böse war Zech Gerlinger, nicht, denn er wusste, er selbst hatte ebenso genug Tormöglichkeiten auf dem Schlappen und vergab sie allesamt. Im Gegenteil: Zech sieht den 28-Jährigen sogar als einen der Erfolgsfaktoren für den Aufschwung des Tabellenvierten SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken (39 Punkte) an.

Das Team ist stabiler

„Seit wir ihn ins Mittelfeld gestellt haben, sind wir stabiler und kassieren weniger Gegentore“, sagt Zech. Dabei ist die Idee, den Mittelbacher – nach vielen Jahren als Stammkraft auf der Position des rechten Verteidigers – in die defensive Zentrale zu beordern nicht so neu, wie der Betroffene selbst verrät. „Ich glaube, so ab der B-Jugend wurde ich zuerst aus der Verteidigung ins Mittelfeld gestellt. Das blieb bis zu den Aktiven so, bis ich im Sommer 2018 zu den VB wechselte, da ging es wieder zurück.“

Dabei fühlt er sich in der Zentrale noch besser aufgehoben. „Es macht mehr Spaß, du bist im Zentrum jederzeit im Spielgeschehen aktiv mit drin, während du als Außenverteidiger mehr reagierst und vom Mittelfeld in der Offensive eingesetzt wirst.“ Auch der zweite SG-Spielertrainer Felix Brunner kann nur Positives über den studierten Wirtschaftsmathematiker berichten, mit dem er schon seit vielen Jahren zusammenspielt: „Janik ist mit unser zweikampfstärkster Spieler in der Mannschaft, gewinnt sehr viele Zweikämpfe vor der Abwehr und hat einen großen Anteil daran, dass wir defensiv aktuell sehr gut stehen.“ Auch aufgrund seines Tempos helfe er dem Team extrem, wenn er beispielsweise tiefe Läufe nach vorne mache und das Angriffsspiel so variabler wird.“

Höhen und Tiefen

Über die Belobigungen möchte sich Gerlinger nicht beschweren, „wenn es die beiden Trainer sagen, muss es wohl richtig sein“, versetzt er lachend. Egal ob auf der Außen- oder auf der Sechser-Position, Janik Gerlinger hat sportliche Höhen und Tiefen in den vergangenen Jahren erlebt. „Darum wäre es schön, wenn wir dieses Jahr unsere stabile Form bis zum Ende halten können und der FK Petersberg noch ausrutscht. Denn ich würde nach den ganzen Abstiegen mit den VB zuletzt gerne mal mit der tollen Mannschaft einen Aufstieg bejubeln“, verrät er einen geheimen Wunsch. Wegen des Rückstandes von sieben Punkten (und der FKP hat dabei noch ein Nachholspiel) ist es aber ein vager Wunsch. Wenn es diese Saison nicht mit dem Aufstieg klappt, ist es allerdings fraglich, ob Gerlinger das Ziel in der kommenden Spielzeit mit angeht. Nach dem Ende seines Studiums ist noch nicht klar, wohin es ihn im Bereich der Unternehmensberatung oder im Bankwesen letztlich zieht.

Wenigstens möchte er sportlich mit der SG noch die Niederauerbacher von Rang drei verdrängen. Zwei Punkte müsste sein Team dafür mindestens noch aufholen. Den Anfang können sie am Sonntag, ab 16 Uhr in ihrer A-Klassen-Partie auf dem Rasenplatz in Rimschweiler gegen den SC Busenberg machen. Gerlinger hat das verlorene Hinspiel noch im Hinterkopf: „Wir werden das wiedergutmachen“, ist er fest überzeugt. „Natürlich wird es wie jede Woche schwer werden, und gegen Busenberg wird es viele Zweikämpfe geben, aber darin sind wir stark.“

Fußball ist keine höhere Mathematik

Dass es solche Gedankenspiele mit Platz drei überhaupt gibt, war zu Saisonbeginn nicht abzusehen, denn da lief es gar nicht gut. „Nach zwei Abstiegen in Folge und den Veränderungen in der Spielgemeinschaft ging es direkt weiter abwärts. Da hatte ich ehrlich gesagt etwas Zweifel, ob wir das so schnell in die andere Richtung bewegt bekommen“, gibt Gerlinger zu. Doch dann kam ja sein Positionswechsel und es lief plötzlich – Fußball ist manchmal ganz einfach und braucht keine höhere Mathematik.

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