Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Express der SV 64-Damen überrollt die Handballfreunde Köllertal

Am Montag noch Gegnerinnen, in der kommenden Spielzeit im gleichen Trikot: Köllertals Rebecca Knoll (Zweite von links) und SV-Kr
Am Montag noch Gegnerinnen, in der kommenden Spielzeit im gleichen Trikot: Köllertals Rebecca Knoll (Zweite von links) und SV-Kreisspielerin Lea Bullacher (rechts daneben).

Was für ein Lauf! Ab der 23. Spielminute überrollte der SV-Express am Montagabend die HF Köllertal. Eine bärenstarke Abwehrleistung und ein Top-Umschaltspiel waren Grundlage für den 39:21 (19:13)-Erfolg der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken. Als „Derbysieger“ feierten sich die Zweibrückerinnen zusammen mit ihren begeisterten Fans.

„Das ist nicht schön, wenn’s passiert. Aber ja, es gibt immer mal wieder solche Spiele“, sagte eine Zweibrückerin, die im Nachholspiel, was das Resultat anbelangt, wenig Grund zur Freude hatte. Rebecca Knoll spielte für Köllertal aber richtig gut und konnte dem Abend noch etwas Positives abgewinnen: „Ich kann nach dem Spiel nach Hause laufen“, sagte sie lachend. Das kann die 17-Jährige, die die zwölfte Klasse des Helmholtz-Gymnasiums besucht, in Zukunft häufiger: Kommende Runde spielt sie beim SV 64.

Dort trifft sie auf Lucy Hilz, mit der sie zusammen mehrere Oberstufenkurse besucht. „Ihr könnt ja mal ausrechnen, wieviel 39 minus 21 ist“, gab SV-Spielerin Lea Bullacher nach dem Schlusspfiff Hilz lachend mit auf den Schulweg. Am Dienstag stand für Hilz und Knoll gemeinsamer Mathe-Unterricht auf dem Plan.

SV-Spiel über die Außen funktioniert gut

Das Duell Bullacher gegen Knoll hatte es im Spiel einige Male gegeben. Nicht allzu oft konnte Bullacher am Kreis gestoppt werden. Ob es an Papa Stefans Grillkunst lag, die für einen Energieschub sorgte, oder an der späten Anwurfzeit? „Keine Ahnung“, meinte die 19-Jährige lachend und analysierte dann punktgenau in Bullacher-Manier: „Die offene Deckung von Köllertal ist mir entgegengekommen.“ Die Lehramtsstudentin, die Englisch und Sport studiert, war nicht nur am gegnerischen Kreis gut, sondern auch am eigenen Kreis mal wieder Dirigentin einer immer besser werdenden Zweibrücker Deckung.

„Das war heute eine tolle, geschlossene Mannschaftsleistung“, freute sich SV-Trainer Rüdiger Lydorf. Köllertal war etwas besser ins Spiel gekommen, weil Knoll, die sich im linken Rückraum am wohlsten fühlt, von der Mitte-Position aus gut die Fäden im Spiel der Gäste zog. Aber die SV-Abwehr sortierte sich. Der Angriff, der bereits gut begonnen hatte, funktionierte immer besser. Lara Schlicker zeigte auf der rechten Außenbahn wieder eine Top-Leistung. Ihre persönliche Motivatorin, Nationalspielerin Amelie Berger, saß erneut auf der Tribüne. „Es war wichtig, dass wir von außen getroffen haben“, lobte Lydorf. Auch Janine Baus, die aus dem Rückraum traf, in der Abwehr einige Bälle holte, zeigte, mit wieviel Effet sie von außen erfolgreich treffen kann.

Warum ein Pfostentreffer mit Humor genommen wird

Tief atmete Lydorf dann – spaßeshalber – beim letzten Zweibrücker Wurf von außen durch. Jasmina Zimmermann hatte dabei Pech: Innenpfosten, raus. „Beim Spielstand von 39:21 darf sich ein Trainer ausnahmsweise mal über einen Pfostentreffer freuen“, erklärte der Coach augenzwinkernd. Denn hätte Zimmermann, die zuvor schön zum 38:19 eingenetzt hatte, getroffen, hätte Lydorf der Mannschaft zwei Kisten Getränke bezahlen müssen. Für das 30. Tor, das Marie Kiefer erzielte, und für das 40., das der Innenpfosten verhinderte.

Dass der Pfostentreffer mit Humor genommen werden konnte, lag auch daran, dass die Zweibrückerinnen konsequent im Gegenstoßspiel waren. Lucy Dzialoszynski narrte mit schnellen Körpertäuschungen ein ums andere Mal die Köllertaler Abwehrspielerinnen. Es passte viel zusammen am Montag beim SV 64.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zahm, Huber (ab 21.) - Baus (11/1), Dzialoszynski (7), Kiefer (3/1) - Schlicker (7), Hilz (5) - Bullacher (3) – Müller (1), Hoffmann (1), Zimmermann (1), Pfeifer

HF Köllertal: Joelle Wagner, Nätzer - Nathalie Wagner (4), Hoffmann (6/1), Knoll (4/1) - Zvekic (5), Chaumet - Krebs – Nothoff (1), Bossmann (1), Schumacher, Sehn

Spielfilm: 2:4 (7.), 4:5 (9.), 11:11 (21.), 15:13 (26.), 19:13 (Halbzeit), 25:15 (41,), 35:18 (55.), 39:21 (Ende) - Zeitstrafen: 2:3 - Siebenmeter: 2/2 - 4/2 - Beste Spielerinnen: Bullacher, Dzialoszynski, Baus, Schlicker - Knoll, Zvekic, Hoffmann - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Weiler/Bentz (Kandel/Eckbachtal).

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