Zweibrücken „Es Bier in rer Brenk mit Eisbrogge“

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„Gummo, des is doch werglich prima: Wie die Leid do hugge un dess scheene Wedder genieße duun! Dess hedde sich unser Alde ned denke kenne!“ Inzwischen, wo man selbst einige Jahre auf dem Buckel hat, erinnert man sich im Gespräch häufig an die Jahre, als „rumhugge un nix mache“ noch verpönt war. Einfach so, das war nicht drin. In Italien oder Spanien sollte es das geben, das hatte man ja schon gehört. Der Aufenthalt im Freien, das war eine Sache für die ziemlich regelmäßig stattfindende Sonntagswanderung der Familie. „Beim Kaschber im Liebesdälche, do kammer aa scheen drauß sidze!“ Und dann ging es eben in die damals noch selbstständige Gemeinde Oberauerbach, heute ein Vorort, um dort nach längerer Wanderung (hieß aber immer nur Spaziergang) vor der kleinen Hütte zu sitzen. Bei Bier und Apfelsaft, wie stets. Das gab es auch, wenn es „uff die Johannisfreid“ und dann in das Gebiet der Kugelfang: Denn oben im Wald hatte ein tüchtiger Zeitgenosse eine Rastmöglichkeit eingerichtet: „In rer Brenk mid Eisbrogge had der Bier un Schbrudel drin. Dord hugge ma dann im Freie!“ Die Erwachsenen saßen da und debattierten, die Kinder aber nutzten die Zeit, um im Wald herumzustreunen und mit anderen „Reiwer un Schandarm“ zu spielen. Und zuvor wurde schnell noch ein Stecken geschnitten – ein Taschenmesser in der üblichen Lederhose zu haben, war natürlich Ehrensache. „Awwer kommer ned un du brille, wannde dir in de Finger geschnidd haschd!“ Es war jedes Mal das Gleiche und doch immer wieder schön: Auf der Contwiger Hütte mit anderen „Kämpfscher“ zu machen oder im Ernstweilertal, wenn Vater im Dibeliushof sein Gespräch führte, welches wie meist „Nix fa eich!“ war – dann verschwand man in der freien Natur bis der vertraute Pfiff ankündigte: „Mir gehn heem!“ Ob im Heilbachtal, wenn es bergaufwärts ging zum Naturfreundehaus oder schon am Marienstein auf dem Weg zur Fasanerie (kaum hatte man den damaligen Bahnübergang passiert und dem Schrankenwärter Conrad ein lautes „Gemoije!“ zugerufen) – dort bereits freute man sich auf das Zusammentreffen mit anderen. Vater und sein Filius – jeder auf seine Weise. „Bei Weisensteins“ wurde in der Fasanerie – erst Jahre später gab es hier das besondere Angebot – „eingekehrt“, und die Gartenstühle auf denen man saß, stammten vermutlich noch aus der Vorkriegszeit. Aber auch dort war „drauß sidze“ auch für diejenigen machbar, die in dieser Zeit meist vom Schaffen und der langen Arbeitszeit sprachen. Auch im Rosengarten konnten sich die Besucher bei der Rast im Freien aufhalten – sie mussten es sogar! Denn das heute vertraute „Café Dornröschen“ war längst noch nicht gebaut. Hier hatte „de Philipp Fritz aus Ernschdwiller sei Buudsche“, und die Gäste saßen unter den großen Trauerweiden, die es damals dort gab. Auch die Musiker von der Kapelle Toni Brückner, die hier des Öfteren aufspielten, hatten keinen bessere „Bühne“, aber alle waren zufrieden. Natürlich war es dann schon eine tolle Sache, als das schmucke Café gebaut wurde, und das wurde auch gebraucht. Denn damals kamen „die Saarlänner“ noch in Sonderzügen in die Stadt der Rosen und Rosse. Nicht allein zum Vergnügen, es waren stets auch Einkäufe hier geplant! „Die Zeide hann sich geännerd – komm, hugge ma uns do hin!“, würde Vater heute in der Fußgängerzone vermutlich sagen. Und dazu mit Stolz vermerken, dass der Fleiß aller zum heutigen Genießen der Freizeit wohl auch beigetragen hat.

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