Zweibrücken Erst flau, dann mit Tempo
«SIMMERN.» Handball-Oberligist SV 64 Zweibrücken hat die Scharte der Heimniederlage gegen Offenbach ausgewetzt, und sich am Samstag im letzten Auswärtsspiel dieser Runde bei der HSG Kastellaun/Simmern mit 25:22 (9:11) durchgesetzt.
Wie von SV 64-Trainer Stefan Bullacher prophezeit, entwickelten die Zweibrücker nach der Pause am Pokalwochenende, die allen gut getan hatte, wieder Lust am Handballspielen. Der Aufwärtstrend, der sich im Training schon angekündigt hatte, wurde in einen Auswärtssieg umgemünzt. „Wir haben 60 Minuten lang richtig gut Abwehr gespielt“, freute sich Bullacher. Erst in der achten Minute gestattete die SV-Defensive den Hausherren den ersten Treffer zum 1:2. Tim Schaller und Benny Zellmer, der in der Abwehr wieder eine hervorragende Vorstellung ablieferte, hatten zuvor die Zweibrücker in Führung geworfen. „Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit aber im Angriff auch schwer getan. Das lässt sich an der Torentwicklung genau ablesen“, resümierte der SV-Coach. Gegen die langen und breiten HSG-Spieler, die zunächst ein Abwehrbollwerk aufstellten, kamen die Zweibrücker Angreifer lange nicht so zum Zuge. So entwickelte sich in den ersten 30 Minuten eine eher torarme Partie. Die Gäste gingen trotz starker Abwehrleistung mit einem 9:11-Rückstand in die Pause. In der Schlussminute hatte Giona Dobrani, der studienbedingt jetzt nur noch für die Spiele zur Verfügung steht, auf zwei Tore Rückstand verkürzt. Dass es auf dem Spielfeld auch hitzig zuging, zeigte sich in der 24. Minute. Der Tunesier in HSG-Diensten, Abdelaziz Helaoui, der im Hinspiel an einigen Kampfszenen beteiligt gewesen war, geriet mit den manchmal nicht minder emotionalen Zweibrückern Tom Grieser und Till Wöschler aneinander. Für alle drei hieß es zeitgleich: zwei Minuten auf die Bank. Nach dem Seitenwechsel setzte der SV 64 konsequent seine gute Abwehrarbeit fort. Im Angriff, wo Bullacher auf Kontinuität in der Besetzung baute, kam nun zunehmend mehr Zug zum Tor dazu. Angetrieben vom stark spielenden Tim Schaller avancierte unter anderem wieder mal Christopher Huber zum Torgaranten. Per Strafwurf glich Schaller zum 13:13 (36.) aus, nachdem die Gastgeber fast 25 Minuten ständig geführt hatten. Philipp Hammann, der für das stand, was den SV im zweiten Spielabschnitt auszeichnete, nämlich Tempohandball, und ein erneut erfolgreich verwandelter Siebenmeter Schallers brachten die Zweibrücker mit 15:13 in Führung. Diesen Vorsprung ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz - Bayer (2), Schaller (7/4), Huber (6) - Hammann (3), Zellmer (4) - Grieser - Wöschler, Majbik (1), Dettinger, Dobrani (2) Spielfilm: 4:4 (14.), 6:4 (16.), 10:7 (28.), 11:9 (30.), 13:11 (35.), 13:15 (39.), 16:20 (50.), 22:25 (Ende) - Zeitstrafen: 3:3 - Siebenmeter: 7/7: 5/4 - Zuschauer: 230 - Schiedsrichter: Antosch/Stadelmeier (HC Gonsenheim).