Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Erfahrene Friesenheimerinnen machen’s drei Sekunden vor Spielende

handball-symbol_19-1

Da war noch etwas gutzumachen. Daran ließen die Oberliga-Handballerinnen der TSG Friesenheim am Sonntag beim Gastspiel in Zweibrücken vom Anwurf weg keinen Zweifel. Für die Klatsche aus dem Hinspiel wollten sie sich sichtlich revanchieren. Das gelang ihnen: Mit 31:32 (17:19) unterlagen die Frauen des SV 64 Zweibrücken, denen in einem guten Oberliga-Spiel das Quäntchen Glück fehlte.

„Ein Unentschieden wäre ein absolut gerechtes Ergebnis gewesen“, unterstrich SV-Trainer Rüdiger Lydorf hinterher. Am Ende gab aber das deutliche Plus an Erfahrung auf Friesenheimer Seite den Ausschlag. Friesenheims agile Spielmacherin Lara Schneider hatte 40 Sekunden vor dem Abpfiff zum 31:30 getroffen. Zweibrücken gab Gas, bekam den Strafwurf zugesprochen, den Janine Baus nervenstark verwandelte: 31:31. Noch 22 Sekunden Spielzeit, im Handball genügend Zeit für ein Tor.

Friesenheim nahm eine Auszeit und nutzte die Erfahrung von Yvonne Rolland, die sie aus unzähligen Dritt- und Zweitliga-Spielen mitbringt, um auf der linken Angriffsseite eine Überzahlsituation zu schaffen – in Unterzahl. Jana Heidger, die den von Baus verwandelten Strafwurf verursacht hatte, saß eine Zeitstrafe ab. „Überzahl, Überzahl“, warnte Lydorf lautstark von außen, aber im Zusammenspiel mit der sehr erfahrenen Romina Heßler kam Rolland in Wurfposition, traf zum 32:31. Drei Sekunden Spielzeit blieben jetzt, Auszeit Zweibrücken. Torfrau Daphne Huber raus, sieben Zweibrückerinnen gegen fünf Friesenheimerinnen. Es klappte nicht mehr. Friesenheim eroberte den Ball und feierte. „Da hat man einfach gemerkt, dass uns die Erfahrung in solchen Momenten noch fehlt“, bilanzierte Lydorf.

SV-Coach hadert mit Auslegung der Schritte-Regel

Er war mit dem Spiel seiner Mannschaft „absolut zufrieden“, haderte aber mit den Schiedsrichterinnen. „Es wäre hilfreich gewesen, wenn sie beim Schritte zählen genauer hingeschaut hätten“, monierte er. Vor allem die schnelle Lara Schneider war in Eins-gegen-eins-Situationen mit dem Ball in der Hand oft mehr als drei Schritte unterwegs.

Es war vom Anpfiff weg ein ausgeglichenes, schnelles Spiel. In der Abwehrzentrale funktionierte das Zusammenspiel von Lucy Hilz, Lea Bullacher, Kiefer und Baus. Auch Lydorfs Angriff-Abwehr-Wechsel – Kiefer spielte defensiv und machte im Angriff für Lucy Dzialoszynski Platz – klappte gut. Dzialoszynski war, befreit von Abwehrarbeiten, vorne ein Aktivposten, setzte sich Eins-gegen-eins häufig durch, nahm sich erfolgreich Schlagwürfe.

Zweibrücker Damen können sich nicht absetzen

Nach 37 Minuten führte Friesenheim mit 22:20. Die 35-jährige Rolland hatte getroffen. Es folgte eine der besten Phasen des SV 64: Baus per Strafwurf zum 21:22, Annalena Frank zum 22:22-Ausgleich. Kim Pfeifer brachte Zweibrücken mit 23:22 in Führung. Per Gegenstoß erhöhte Dzialoszynski auf 24:22. Friesenheim nahm eine Auszeit. Trainer Martin Buschsieper hatte in Hälfte eins schon gemahnt, dass seine Abwehr den Schritt raus machen müsse, „dann haben wir sie im Eins-gegen-eins“.

Beide Abwehrreihen dominierten in den folgenden sechs Spielminuten. Zweibrücken ließ Chancen aus, sich deutlicher abzusetzen, Friesenheim verpasste es, den Rückstand zu verkürzen. Schneider war es, die schließlich zum 23:24 für die Gäste aus Friesenheim traf. Es blieb ein offener Schlagabtausch mit glücklicherem Ende für Friesenheim.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Huber, Zahm (Siebenmeter) - Baus (10/6), Kiefer (1), Frank (4) - Pfeifer (4), Hilz (3) - Bullacher (1) – Dzialoszynski (8), Hoffmann

TSG Friesenheim: Little, Topanica (15. - 30.) - Heidger (4), Schneider (7), Freitag (2) - Schütz, Sulta (3) - Schreyer (9/7) – Scheid (2), Walburg, Jentzsch, Rolland (4), Heßler (1)

Spielfilm: 11:11 (20.), 11:13 (22.), 13:13 (25.), 17:19 (Halbzeit), 20:22 (37.), 24:22 (40.), 26:24 (49.), 30:30 (59.), 31:31 (60.), 31:32 (Ende) - Zeitstrafen: 2:3 - Siebenmeter: 9/6 - 8/7 - Beste Spielerinnen: Dzialoszynski, Baus – Schneider, Rolland - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Jelicic/Zintel (St. Ingbert).

x