Zweibrücken Drogen: So wichtig ist die Arbeit der Zweibrücker Suchtberatung
490 Personen haben im Jahr 2023 mehr als einmal die Suchtberatungsstelle „Wendepunkt“ des Zweibrücker Jugendamts aufgesucht. 329 dieser Suchtbetroffenen hatten sich bereits im Jahr davor an die Anlaufstelle gewandt. Deren Bilanz des Jahres 2024 werde vermutlich noch mehr Betreute ausweisen, schätzten die beiden Suchtberater Karin Bieg und Aaron Wolter am Mittwochabend vor dem Zweibrücker Jugendhilfeausschuss. Bestimmte Formen von Drogensucht, die früher mehr verbreitet waren, etwa Heroinkonsum, seien auf dem Rückzug, während als Auswuchs der heutigen Leistungs- und Stressgesellschaft zunehmend auf Aufputschdrogen wie Kokain oder Amphetamine zurückgegriffen werde. Ein Problem bleibe weiterhin die leichte Zugänglichkeit von Alkohol. Die Suchtkranken kämen aus allen Altersstufen; betreut würden in der Zweibrücker Beratungsstelle auch Betroffene aus dem Kreis Südwestpfalz und aus dem Raum Homburg: Dort gebe es keine vergleichbare Hilfseinrichtung.
Unter anderem leistet die Suchtberatungsstelle eine psychosoziale Begleitung für Drogenkonsumenten, die ihre Sucht mit Ersatzstoffen behandeln. „Wendepunkt“ besucht Betroffene auch bei sich zuhause, auch in der JVA Zweibrücken. Es gibt eine Selbsthilfe- und eine Frauengruppe. Hilfe wird beim Stellen von Anträgen, bei Arztterminen, Schuldenregulierung und der Vermittlung in stationäre Langzeittherapien geleistet. Wo es nötig ist, hält die Beratungsstelle auch den Kontakt zu Angehörigen.