Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist SV 64 Zweibrücken ist klarer Herr im eigenen Haus

 Die SV 64-Defensive (hier links Tom Grieser gegen Till Buschmann, rechts daneben Sebastian Meister, davor Tim Götze mit der 24)
Die SV 64-Defensive (hier links Tom Grieser gegen Till Buschmann, rechts daneben Sebastian Meister, davor Tim Götze mit der 24) hatte am Samstag im ersten Heimspiel seit Oktober die Lage immer im Griff.

Im ersten Drittliga-Heimspiel seit Oktober ließ der SV 64 Zweibrücken nichts anbrennen. Dass das Endresultat gegen die Hessen der HSG Bieberau-Modau doch knapp ausfiel, täuscht über den klaren Spielverlauf. Dass es noch mal eng wurde, hatte einen Grund.

„Allein in die Halle zu kommen, die Banner hier zu sehen, das war großartig“, meinte Philipp Hammann, Kapitän des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken, am Samstag nach dem Spiel gegen die HSG Bieberau-Modau. Das erste Heimspiel der Zweibrücker seit Oktober 2020. Sie gewannen es 24:23 (12:10), blieben damit im dritten Ligapokal-Spiel ungeschlagen und sind mit nun 5:1 Punkten Spitzenreiter HSG Rodgau Nieder-Roden (7:1) auf den Fersen.

Die Halle, ohne Zuschauer, leerer – und doch war sie da, die typische emotionale Stimmung vor einem Heimspiel der Zweibrücker Löwen. „Es fühlt sich einfach gut an. Wir wissen ja auch, dass da ganz viele jetzt am Bildschirm sitzen, zu Hause zuschauen und mitfiebern“, sagte Tom Grieser. Der Abwehrchef, der mit seinen Nebenleuten einen Klasse-Job an diesem Abend verrichtete, war in der Westpfalzhalle sichtlich motiviert, brachte sein Team von Linksaußen zum 1:0 in Führung.

Wieder ein klasse SV-Regisseur: Tim Götz

Angeführt von einem erneut überragenden Tim Götz im Angriff dominierten die Zweibrücker das Spiel vom Anpfiff weg. Die SV-Defensive war klar Herr im eigenen Haus. Im Angriff setzte Neuzugang Philipp Kockler Duftmarken im linken Rückraum, machte Tom Ihl im rechten Rückraum ein richtig gutes Spiel. Beim 9:4 durch Kockler (17.) lagen die Gastgeber erstmals mit fünf Toren vorne. Hochverdient. Die HSG kam überwiegend durch Strafwürfe zum Torerfolg, die unter anderem der in Zweibrücken geborene Michael Malik sicher verwandelte.

Der SV 64 drückte seine Überlegenheit bis zum 12:6 auch auf der Anzeigetafel aus. „Wir waren bis zu Abpfiff so überlegen“, fand SV-Trainer Stefan Bullacher. Warum es am Ende doch knapp wurde? „Ich kann gar nicht zählen, wie viel Bälle wir frei vorm Tor liegen gelassen haben“, resümierte der SV-Trainer, dessen Team „sich nicht so belohnte wie es möglich gewesen wäre“. Zufrieden war er dennoch: drei Spiele, keine Niederlage.

Durchatmen bei Ivankovics Siebenmeter-Parade

Das mit dem besten Chancen auslassen begann verstärkt nach der Zweibrücker Auszeit (21.), die Bullacher nutzte, um kräftig durchzuwechseln. Für Zweibrücker Angriffe galt es jetzt meist: gut gespielt, nicht vollendet. Die Gäste verkürzten bis zur Halbzeit auf 10:12.

Nach dem Seitenwechsel startete Bullacher wieder mit der Anfangsformation. In der 49. Minute war beim 20:15, das Götz mit einem platzierten Tiefwurf erzielte, der frühere Fünf-Tore-Abstand wieder hergestellt. Doch es wurde unnötig spannend.

Tief durchatmen, als SV-Torwart Marko Ivankovic in der 54. Minute die Fingerspitzen an einen Strafwurf Maliks brachte, damit das 20:22 verhinderte. Erneut Götz: 23:19. Der zuvor treffsichere Ihl scheiterte nun auch, Sebastian Meister traf nur den Pfosten. Die Gäste verkürzten auf 22:23. Herausragend nun das Zuspiel von Marc-Robin Eisel auf Linksaußen Tim Schaller, der per Kempa zum 24:22 traf. Aber im Gegenzug markierte Max Bettin das 23:24.

15 unnötig heiße Schlusssekunden

Noch eine Minute, die Chance, alles klar zu machen. Schaller warf völlig freistehend auf HSG-Torwart Christopher Weizsäcker. Der Abpraller von der Torhüterbrust landete bei Hammann. Nachwurf, und wieder kein Jubel. „Ach du Sch...“, bekannte der Kapitän, habe er gedacht, als auch er direkt auf den Torwart warf. Ballbesitz HSG, Auszeit. Noch 15 Sekunden. Ivankovic parierte den letzten Wurf von Jonas Dambach.

HSG-Trainer Thorsten Schmidt hatte schon vor Anpfiff erklärt, dass er für ein Trainergespräch nach dem Abpfiff der Partie nicht zur Verfügung stehe. Möglicherweise hatte er geahnt, dass seine Mannschaft im dritten Spiel die dritte Niederlage mit einem Tor Unterschied quittieren musste. Hätte er doch was gesagt, hätte er wohl eingestehen müssen, dass sein Team mit dem knappen Ergebnis in Zweibrücken noch richtig gut bedient war.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (31. - 52.) - Ihl (4), Götz (7/2), Kockler (3) - Hammann (2), Grieser (3) - Meister (1) – Zellmer, Schaller (2), Huber, Schwarzer, Naumann, Gohl (n.e.)

HSG Bieberau-Modau: Weizsäcker - Buschmann (2), Brandt (2), Malik (4/4) - Büttner (2/2), Eisenhuth (2) - Wucherpfennig (1) – Dambach (6/1), Klenk, Kunzendorf (2), Bettin (2)

Spielfilm: 7:3 (12.), 10:5 (20.), 12:6 (25.), 12:10 (Halbzeit), 14:11 (32.), 17:15 (40.), 20:15 (49.), 23:22 (58.), 24:22 (59.), 24:23 (Ende) - Zeitstrafen: 5:1 - Siebenmeter: 4/2 - 8/7 - Beste Spieler: Götz, Grieser - Dambach - Schiedsrichter: Gräf/Risch (HV Saar/HV Thüringen).

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