Fußball
„Drei Lächerlichkeiten“ bei Contwig/Stambach gegen Wattweiler
In ihrem letzten Spiel des Jahres traf die SG Contwig/Stambach auf den Tabellenletzten der Fußball-C-Klasse West, den TuS Wattweiler, der mit einem neuen Trainer anreiste. Der 64-jährige Jürgen Bachert, der vor Jahren die Kicker vom Raulstein in die B-Klasse führte, stand an der Seitenlinie. Am Ende siegte die Spielgemeinschaft mit 3:1 (3:0).
Fünfer-Abwehrkette
Bachert wählte für die erste schwierige Auswärtsaufgabe eine neue Grundformation. Mit einer Fünfer-Abwehrkette und einem insgesamt tief stehenden Mannschaftsverbund durften die Gastgeber das Spielgerät vermehrt im Besitz haben. Sie wurden erst 30 Meter vor dem gegnerischen Tor angegangen. Bis dahin durften die SG-Kicker weitestgehend ungestört sich den Ball zuspielen. Ziel von Bacherts Plan war es, die Gastgeber nicht durch die Mitte in Strafraumnähe zu Offensivaktionen kommen zu lassen, sondern sie auf dem tiefen Platz nach außen abzudrängen.
Allerdings durchbrach schon nach sieben Minuten der erste Gegentreffer dieses Vorhaben der Gäste. Der Ball ging unglücklich ins Gesicht eines TuS-Verteidigers, von dort fiel er Lennox Hopkins vor die Füße, der dadurch kein Problem hatte, das 1:0 zu erzielen. Die Gastgeber blieben auf dem Rasenplatz in Stambach weiter die tonangebende Mannschaft. Martin Reichling im Kasten der Gäste musste erst mit einem Reflex den Abschluss von Lukas Enkler (15.) abwehren, danach stürzte er sich auf den frei rollenden Ball. Beim Hackentreffer von Enkler zum 2:0 (33.) sah Reichling dagegen schlecht aus. Der relativ mittig und mit wenig Druck abgegebene Kunstschuss prallte von seinem Körper ab und rollte links neben ihm über die Linie.
Durcheinander im Strafraum
Bei Heimtor Nummer drei sah die Hintermannschaft wieder unglücklich aus. Nach einem Kopfballduell flog der Ball kerzengerade in die Luft, kam im Sechzehner wieder auf, Johannes Ehrmantraut sah das Spielgerät im Durcheinander als Erster und traf zur 3:0-Pausenführung. „Bis dahin waren wir in allen Mannschaftsteilen überlegen, der Ball ist gelaufen, und wir haben noch fünf weitere Chancen liegenlassen“, kommentierte SG-Trainer Gerhard Blum den ersten Durchgang.
Nach Wiederanpfiff stellte Bachert, der bis dahin immer wieder lauthals seine neue Mannschaft dirigierte, die Taktik um. Die Seinen waren nun enger an den Gegenspielern, versuchten nun, in ihre Passwege zu gehen. Daraus ergaben sich ein höheres Stellungsspiel und erste Abschlussmöglichkeiten. Eine davon nutzte Abulfazel Sultani zum Anschlusstreffer (58.). Die Hausherren nahmen dies erstmal locker hin, einen Tick zu leicht. Sie wurden schludrig im Passspiel und liefen auch ohne Ball nicht mehr so konsequent um jeden Meter. Wattweiler traute sich wiederum mehr, war im Aufwind. Es bleibt Spekulation, was passiert wäre, hätte Matheus Golomb in Minute 73 den Ball in das anstatt über das fast leere Tor gedroschen. So blieb es beim 3:1 für den Tabellenzweiten.
„Am Aufbauen“
„Die zweite Halbzeit war zu lässig von uns. Wir sind nicht mehr an unsere Grenzen gegangen. Am Ende hatten wir noch dicke Möglichkeiten, von daher war es schon verdient, hier als Gewinner vom Platz zu gehen“, lautete Blums Fazit zu Durchgang zwei. Damit gewann die SG das siebte Spiel in Folge. Wattweiler startet in 2025 als Letzter mit sieben Punkten aus 13 Partien.
„Unser Gegner hatte viele Spielanteile. Das war auch okay, wir sind schließlich erst wieder am Aufbauen, um das Zusammenspiel zu fördern“, befand Bachert am Ende. Der Pirmasenser sah eine zweite Halbzeit, auf die sich aufbauen lässt. Bachert: „In der ersten Halbzeit wollten wir erstmal sicher stehen, die drei Gegentore waren ja keine echten, das waren drei Lächerlichkeiten. In der zweiten haben wir die Lücken geschlossen, sind selbst über Passwege reingekommen, das hat geklappt ,und die Jungs haben gut gekämpft.“
SO SPIELTEN SIE
SG Contwig/Stambach: Scherthan - Lang, Ehrmantraut, Betz, Sefrin - Hopkins (55. Keßler), Sieber, Schön, Chiera, Popovicenco - Enkler
TuS Wattweiler: Reich - Reister (40. Daniele, 66. Lohel), Kozdra, Dahler, Körner, Al Naser - Behr, Golomb, Hening, Sultani - Igel