Zweibrücken Dreh- und Angelpunkt aus Kanada

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Zweibrücken. Als Tabellenführer empfängt der EHC Zweibrücken am Sonntag, 18.30 Uhr, die 1b des EHC Freiburg in der heimischen Eishalle. Drei Siege in drei Spielen: Dass der Saisonstart so erfolgreich war, ist auch dem bislang besten Scorer der Regionalliga Südwest zu verdanken, Neuzugang Ben Payne aus Kanada.

„Ben ist nicht nur der Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft, er ist auch ein supernetter Kerl und passt wie die Faust aufs Auge in unsere Mannschaft“, findet „Hornets“-Trainer Richard Drewniak. Aber wieso zog es den 26-jährigen in Maple Ridge nahe Vancouver aufgewachsenen Payne ausgerechnet in die Eishockey-Provinz nach Zweibrücken? „Ich war vor 2013 schon in Frankreich und hatte dort einen Vertrag für die Zweite Liga unterschrieben. In der Vorbereitung hat mich eine schlimme Darmkrankheit erwischt, so dass ich zurück nach Kanada musste. Zweibrücken ist nun mein zweiter Versuch, in Europa als Eishockey-Profi Fuß zu fassen“, erklärt Payne. Spielerberater Guido Lamberti hat den Kontakt zu Drewniak vermittelt, beide spielten früher in Trier zusammen in der Zweiten Bundesliga. Perspektivisch zieht es Payne in die Oberliga oder die DEL 2. Dabei kann er froh sein, überhaupt weiter Eishockey zu spielen. Nach seiner Vertragsunterschrift 2013 im französischen Neuilly-sur-Marne hatte er in der Saisonvorbereitung schlimme Darmprobleme, die in einem ernsten Infekt gipfelten. Er musste wieder zurück nach Kanada und sich einer nicht einfachen Operation unterziehen. „Ich war fünf Wochen im Krankenhaus und fünf Monate in der Reha. Es gab Zeiten, da stand es nicht so gut um mich“, blickt Payne zurück. Von daher ist er Gott dankbar, überhaupt wieder dem Puck nachjagen zu können. Im Sommer dieses Jahres stand er erstmals wieder auf Inlineskates. Obwohl er erst zwei Monate in Deutschland ist, fühlt er sich in Zweibrücken schon wohl, Heimweh kommt nicht auf. „Die Leute sind alle supernett zu mir. Natürlich ist Deutschland eine andere Kultur als Kanada, aber mir gefällt das Familiäre in der Kleinstadt Zweibrücken und im Verein. Meine Kollegen haben mich mit offenen Armen empfangen. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Neben seiner Funktion als Spieler trainiert er noch diverse Jugend- und Schülermannschaften des EHC und arbeitet im „World of Fun“ auf dem Flugplatz mit, meist in der Kids-World. Dass er als Jugendlicher beim Eishockey gelandet ist, ist für einen Kanadier fast selbstverständlich. „Was in Deutschland der Fußball ist, ist in Kanada das Eishockey. Ich war total verblüfft, als mir Richard Drewniak erzählt hat, dass die Eishalle hier in Zweibrücken die einzige im Umkreis von etwa 100 Kilometern ist. In meiner Heimat haben wir da mindestens 20, zum Teil richtig große Arenen.“ Vier Jahre spielte Payne in der National Collegiate Athletic Association Eishockey, 2013 hat er am Concordia College in Moorhead, Columbia, seinen Abschluss in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Mit zwölf Punkten führt Payne derzeit die Scorer-Liste der Regionalliga Südwest an. Die Konkurrenz muss befürchten, dass er noch stärker wird. „Ben geht im Spiel dahin, wo es wehtut. So erzielt er auch oft spektakuläre Tore und zieht damit die Mannschaft mit. Diese kanadische Mentalität kommt in Zweibrücken gut an“, weiß Drewniak. „Er dürfte unser schnellster Spieler sein. Dadurch hat er aber auch noch ein wenig Probleme mit der Puckkontrolle. Ich denke, Ben wird noch stärker, wenn er nach seiner langen Pause erst wieder richtig im Rhythmus ist“, sagt Drewniak über den 82 Kilogramm schweren, nur 1,75 Meter großen Kanadier. Beim Auswärtssieg zuletzt in Heilbronn traf er zwar nicht selbst, bereitete aber vier der sechs Zweibrücker Tore vor. Am Sonntag wollen die „Hornets“ gegen Freiburgs 1b im zweiten Heimspiel die Tabellenführung verteidigen. „Freiburg ist mit Abstand der stärkste unserer bisherigen Gegner. Die haben am Wochenende nur knapp und unverdient gegen den hohen Meisterfavoriten EHC Heilbronn verloren. Durch den Wegfall der Junioren-Bundesliga können die für ihre 1b aus dem Vollen schöpfen. Die Truppe ist mein Geheimfavorit“, geht Coach Drewniak von einem heißen Kampf um die Punkte aus. Freiburgs Top-Spieler ist Anton Bauer, in der Scorer-Liste ebenfalls ganz vorne zu finden. Freuen können sich die Zweibrücker Zuschauer am Sonntag auf den Saisoneinstand des bisher verletzten Slowaken Tomas Vodicka. Dafür fallen Radovan Pastorek und Marc Frenkle aus. Fraglich ist der Einsatz von Dennis Walzer.

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