Handball
Die SV 64-Frauen und das Phrasenschwein
Zwei Spiele, ein Punkt – so lautet die bisherige Bilanz der Zweibrückerinnen. Es könnten mindestens drei, vielleicht sogar vier Punkte sein, „wenn wir unsere Leistung nicht nur über 45 Minuten, sondern über 60 Minuten abgerufen hätten“, bestätigt SV-Trainer Rüdiger Lydorf. So viel dazu, dass auch Phrasen manchmal von Bedeutung sind. Sein junges, teils neu formiertes Team ließ im Heimspiel gegen Welling und bei der arrivierten SG in Bellheim erkennen, dass es in der Lage ist, begeisternden Handball zu spielen. In beiden Partien gingen das SV-Team in der zweiten Halbzeit in Führung. „Aber danach haben wir jedes Mal zehn, 15 Minuten lang nicht mehr so weitergespielt, wie in den Minuten zuvor“, bilanziert Lydorf. Das kostete Punkte.
Vergangene Woche, das räumt er ein, „stand mit Linda Knarr dann aber auch eine überragende Torhüterin zwischen den Pfosten“. Dass seine Mannschaft nicht mehr traf und auch noch für eine knappe Viertelstunde beim Verteidigen patzte, „das müssen wir abstellen, um uns tatsächlich für unsere Leistung zu belohnen“.
Osthofens Haupttorschützin ist gesperrt
Abwehrtraining war deshalb diese Woche mit ein Schwerpunkt bei den Zweibrückerinnen; auch, um ins schnelle Umschaltspiel zu kommen. „Wir brauchen diese einfachen Tore“, weiß Lydorf. Denn mit Osthofen kommt wieder ein Team, das den Zweibrücker Frauen körperlich klar überlegen ist und zudem kompromisslos verteidigt. Manchmal auch überhart, wie die ersten beiden Spieltage zeigten. Zwei Spiele, null Punkte und zwei Rote Karten – das war die Osthofener Bilanz dabei. Am vergangenen Wochenende langte Mona Schmitt, der Dreh- und Angelpunkt im Osthofener Spiel so unfair hin, dass sie jetzt für drei Spiele gesperrt wurde. „Das ist Osthofens Haupttorschützin und eine Spielerin, die uns schon oft Probleme bereitet hat. Wenn sie nicht spielt, ist das sicher kein Nachteil für uns“, findet Lydorf. Er warnt aber eindringlich davor, Osthofen deshalb zu unterschätzen. Auf das körperbetonte Spiel der Rheinhessinnen, ein weitgehend eingespieltes Team, müsse man sich einstellen.
SV 64-Team konnte sich besser einspielen unter der Woche
Bei den Zweibrückerinnen gilt ohnehin als Vorgabe, dass sie das, was zum Saisonauftakt an guten Ansätzen erkennbar war – Variabilität im Rückraum, mit Spielerinnen, die aus dem Rückraum werfen können, aber auch solchen, die stark im Eins-gegen-Eins sind – ausbauen. Vor dem Hintergrund sei es auch sehr positiv gewesen, dass „wir zuletzt sogar im Training Sechs gegen Sechs spielen konnten“, freut sich Lydorf, dass er mal nahezu den kompletten Kader im Training hatte. Auch das gibt Sicherheit im Spiel, wenn Formationen verschiedene Abläufe konsequent miteinander trainieren können, was in der Vorbereitung aus diversen Gründen nicht immer möglich war.
Sich diese Sicherheit zu erarbeiten, „das ist unser Ziel“, sagt Lydorf. Dass ein Erfolgserlebnis immer dazu beiträgt, Sicherheit zu gewinnen „ist aber auch so eine Weisheit für das Phrasenschwein“, bestätigt Lydorf lachend.