Meinung Die langen Staus am neuen Lidl wären so einfach zu vermeiden
Seit einem Monat kommt man nicht mehr auf direktem Weg von Niederauerbach an die Dorndorf-Kreuzung. Am neuen Lidl werden Kabel verlegt. Frei ist nur in eine Richtung, vom Dorndorf her. Wer nach Contwig, in die Fasanerie oder auf die Autobahn will, muss einen Umweg fahren. Der komplette Verkehr aus Richtung Wallhalbtal, einem Teil der Sickinger Höhe, Ober- und Niederauerbach muss erst durch die Pirmasenser und die Hofenfelsstraße und dann über den Hofenfelskreisel. Manchmal staut sich deshalb der Verkehr über einen Kilometer bis zur Ampel an der Niederauerbacher Brasserie.
Dabei wäre das so was von vermeidbar gewesen. Die Einbahnstraße ist nämlich in die falsche Richtung gesperrt. Wäre sie Richtung Dorndorf frei, müssten viele Autofahrer gar nicht über den Kreisel, sondern kämen direkt an die Dorndorf-Ampel. Wer aus dem Schwarzbachtal nach Niederauerbach will, käme dann zwar nicht mehr durch, könnte aber direkt hinter der Ampel die kleine Einbahnstraße Ölwiese nehmen.
Polizei und Bauamt waren sich einig
Doch laut Stadt-Sprecher Jens John waren sich Polizei, Bauamt und alle angefragten Stellen einig gewesen, dass die jetzt gewählte Verkehrsführung „die Leichtigkeit des Verkehrs gewährleisten“ soll. Leichtigkeit des Verkehrs! Haha, der ist gut! Wer morgens in der Hofenfelsstraße im Stau steht, hat 20 Minuten Zeit zu lachen.
Die Planer befürchten, eine Umleitung in die andere Richtung könnte zu Rückstaus in der Ölwiese führen. Die Angst: Die Autos könnten in die viel befahrene L471 ragen. Jede Wette: Das wäre nicht passiert. Die Ölwiese ist 200 Meter lang. Da passen 40 Autos hin. Aber der Großteil aus Richtung Contwig fährt sowieso über den Bahneinschnitt in die Stadt. Und wer tatsächlich die Ölwiese nimmt, hat danach drei Möglichkeiten, von der Gewerbestraße hinterm alten Lidl in die Niederauerbacher Hauptverkehrsstraße einzubiegen. Der Verkehr hätte sich schnell und großflächig verteilt. Die Ölwiese wäre von Rückstaus verschont geblieben.
Im Sommer wird die Straße wieder gesperrt
Dass das funktioniert, wird sich ab Sommer zeigen, wenn die Straße am Dorndorf ausgebaut und komplett gesperrt wird. Ja, Sie haben richtig gelesen: Im März wird eine Straße aufgerissen, um Kabel zu verlegen. Im April wird sie wieder zugemacht. Und im Sommer wird sie wieder aufgerissen. Zehn Monate soll der Ausbau dauern. Dann ist es sowieso vorbei mit der Leichtigkeit des Verkehrs.