Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Dienstältesten sprühen bei zehntem Zweibrücker Sieg in Folge vor Spielfreude

Niklas Bayer (links, hier gegen Mülheims Kreisläufer Philipp Schwenzer) erzielte zehn Treffer für den SV 64, Benjamin Zellmer (r
Niklas Bayer (links, hier gegen Mülheims Kreisläufer Philipp Schwenzer) erzielte zehn Treffer für den SV 64, Benjamin Zellmer (rechts) acht Tore. Beide hatten auch in der Zweibrücker Abwehr alles im Griff.

Zehn für zehn: Rückraumspieler Niklas Bayer steuerte in der Partie der Handball-Oberliga gegen HB Mülheim-Urmitz zehn Tore zum zehnten Sieg in Serie des SV 64 Zweibrücken bei. Bayers zehnter Treffer war am Samstag zugleich das 40. SV-Tor im Spiel. Die 40-Tore-Marke wurde beim 40:31 (18:15)-Erfolg erstmals in der Saison geknackt.

Zweibrücken. „Den wollte ich unbedingt machen“, sagte Bayer, der bei all seinen Treffern mit viel Willen zum Tor zog. Dass ihn dieser Treffer – Usus bei Tor Nummer 40 – eine Kiste Bier kostete, war „kein Problem, ich freue mich einfach, dass es wieder geht“, sagte Bayer, der nach seiner Schulter-Operation immer besser in Schwung kommt. „Dass der Bayer jetzt wieder da steht, gibt einfach Sicherheit“, verdeutlichte Benny Zellmer, wie wichtig auch für ihn in der Abwehr die Rückkehr des Linkshänders ist. Zellmer, der nach dem Abpfiff direkt zur Nachtschicht bei der Polizei in Homburg antreten musste, lieferte gleichfalls eine bärenstarke Partie ab. „Wie, was heißt alt?“, fragte er lachend auf die Feststellung, dass die „Alten“ beim SV 64 am Samstag vor Spielfreude gesprüht hatten.

Alt bezog sich natürlich auf die Dienstjahre in der ersten Mannschaft. Die Jungs, die seit Jahren zum Kernteam der SV-Löwen gehören – Bayer, Zellmer und Tom Grieser – präsentierten sich in Bestform. Auch Kapitän Philipp Hammann ließ auf der rechten Seite nichts anbrennen. Sie kompensierten mit ihrem Einsatzwillen das verletzungsbedingte Fehlen von Torwart Damian Zajac (Wade) und Spielmacher Adam Soos (Achillessehne).

SV-Männer setzen sich nach der Pause ab

Nach 13 Minuten führten die Gastgeber mit 10:5, hatten die Partie im Griff. HB-Trainer Hilmar Bjarnason, der aus Verletzungsgründen mit kleinem Kader angereist war, stellte um: Alexander Backes wechselte in die Mitte, Jan Hommen in den rechten Rückraum. Beide Spieler nutzten ihre Möglichkeiten und hatten ein gutes Auge für Kreisläufer Philipp Schwenzer. Ein ums andere Mal schlug es im Zweibrücker Tor ein, David Lütkemeier verkürzte auf 13:14. Während Bjarnason da ein ruhiges „Weiter so“ an sein Team richtete, forderte SV-Co-Trainer Klaus-Peter Weinert: „Konzentriert euch mal wieder!“

Nach der Pause gab Niklas Bayer das Startsignal mit dem Treffer zum 19:15, dann ließ Hammann die Fans jubeln, Grieser setzte sich klasse durch. Ein Youngster im SV-Team – der frisch gekürte A-Jugend-Oberliga-Meister Max Kroner – trug sich zwischendurch in die Torschützenliste ein, ehe wieder ein Erfahrener das Torewerfen übernahm: Benny Zellmer mit einem Dreierpack. Bayer veredelte das mit einer klasse Eins-gegen-eins-Aktion zum 26:17.

Fan-Jubel für Torwart Lydorf am größten

Jubel auch im SV-Team, als Max Kroner das 30. SV-Tor erzielte. Auch Papa Jürgen freute sich – und wurde darauf hingewiesen, dass sein Junior das 30. Tor erzielt hatte. Die erste Kiste fürs SV-Team an diesem Abend. Die Rechnung übernahm Kroner senior gerne und sagte lachend: „Ich freue mich trotzdem über das Tor.“

„Man hat heute einmal mehr gesehen, wie wichtig Niklas Bayer für unser Spiel ist“, gab es von SV-Trainer Stefan Bullacher, der viel Freude an dem entspannten Handballabend hatte, viel Lob für den Linkshänder und dessen torhungrige Mitstreiter.

In Sachen Fanjubel hatte allerdings Rüdiger Lydorf die Nase vorn. Jede Parade des Trainers der Oberliga-Frauen, der die letzten neun Spielminuten im SV-Tor stand, bejubelten die Zweibrückerinnen hörbar. „Vier Paraden in neun Minuten, er hat nichts verlernt“, freute sich Bullacher.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Haubeil, Lydorf (ab 51.) - Bayer (10), Grieser (7), Kockler (3) - Hammann (4), Zellmer (8/1) - Meister (2) – Winter, Kroner (2), Finck, Eberhard (2), Naumann (2)

HB Mülheim-Urmitz: Stromberg, Hofstetter (ab 45.) - Eis (1), Hommen (5), Brüggemann (1) - Langen (5), Backes (6) - Philipp Schwenzer (7/1) – Rietz (3), Lütkemeier (3)

Spielfilm: 10:5 (13.), 13:8 (16.), 15:14 (24.), 18:15 (Halbzeit), 26:17 (39.), 33:24 (48.), 40:31 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 1/1 - 1/1 - Beste Spieler: Bayer, Grieser, Zellmer - Hommen, Schwenzer - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Heger/Höhn (Haßloch/Hochdorf).

x