Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Der Sepp vom Hallplatz: Verännerunge geheere zurer lebendische Schdadd

Der Sepp vom Hallplatz
Der Sepp vom Hallplatz

Vieles hat sich verändert in Zweibrücken – und die Stadt so attraktiv gehalten

„In de Fruchtmakdschdross gehds jo besser, midm Fahre widder in zwee Richdungen, wie manche vorher gemennd hann. Ich hedd aa noch Vorschläch, wiemer es Rad widder zerrickdrehe kennd“, sagt der Kumpel auf dem Exe. Dabei ist er gerade dort begeistert, wie der Wasserspielplatz, der viel mehr ist, als „nur“ ein Gelände für Kinder, angenommen wird. „Do gehds zu wie frieher in de Schließ“, sagen die Betagten, wenn sie sehen, wie man wie am „Blecherbach“-Strand die Teppiche ausbreitet, aktuell im Schatten vor allem. In den Verpflegungstaschen ist inzwischen das Angebot weitaus größer als in früheren Jahren: Damals genügte der „Pefferminztee aussem Gaade“ oder der Spitzwegerich-Saft, dessen Zutaten beim Gang über die nächste Wiese eingesammelt wurden. Dazu ein Butterbrot, eingewickelt im Papier und nicht in der Plastikdose.

Der Rosengarten war einst kleiner

Beim Exe würde kaum einer das Rad zurückdrehen wollen – auch wenn es damals heftige Debatten gab, als der innenstadtnahe Parkplatz umgewandelt wurde. Was mit dem Bau des AWO-Seniorenheimes am Rosengarten begann. Kaum einer denkt noch daran, dass in der Nachkriegszeit auch der Rosengarten um einiges erweitert wurde: Ein Fußweg und ein Fahrweg, dazu noch eine Wiese entlang des Guldenwegs kamen hinter den Zaun. „Owwe“ in Richtung Schließ wurden die Eisweiher dem Rosengarten zugeschlagen. Erst jüngst am Fronleichnams-Tag wurde mal wieder daran erinnert, dass die Prozession, von Heilig-Kreuz aus, auf der damaligen blumengeschmückten Fahrstraße nicht nur die Katholiken der Stadt begeisterte. Heute ist dieser Teil ein prächtiges Rhododendron-Gelände – solange es nicht noch heißer wird! Aber Veränderungen sind vom engagierten Rosengarten-Team längst schon eingeplant.

Ein Auerbacher Haltepunkt wär doch was

Die Gartenanlage, das Stolzobjekt Zweibrückens, gibt das Stichwort für die nächste vollzogene Veränderung, den neuen „Haltepunkt Rosengarten“ der Bahn am Marienstein. Auch wenn es noch eine verbesserte Beschilderung mit Hinweisen zum Rosengarten geben wird – man ist jetzt schon erstaunt, wie sehr dieser „Bahnhof Muli“ angenommen wird: Saarländische Schüler des Hofenfels-Gymnasiums und Soldaten der Niederauerbach-Kaserne kann man jetzt schon beim Einsteigen in den Regional-Zug treffen. Zudem freut man sich, „wie e Keenich“, wenn man von Bahnfahrern, die gerade den Zug verlassen nach dem Weg zum Rosengarten gefragt wird. Das bestätigt auch der Kumpel, ein „Auerbacher“, der vom Marienstein nach Saarbrücken gefahren war um Freunde zu besuchen.

Und das ist auch die Stelle, an der man sich eine Veränderung wünscht: Wieder ein Haltepunkt Niederauerbach wäre jetzt etwas Tolles! Der Auerbacher Bahnhof war für die Schuhfabrik Dorndorf einst enorm wichtig, man erinnert sich noch gerne an die vielen Fußgängerinnen vor allem zwischen „unsrer Fabrik“ und dem einst schönen Bahnhofsgebäude, welches inzwischen ein geschätztes Speiserestaurant präsentiert. Ein Haltepunkt dort einzurichten, müsste doch zu schaffen sein! Schließlich wurde doch auch „Zweibrücken-Rosengarten“ gegen nicht wenige Widerstände durchgesetzt. Die geplanten Hinweisschilder sollen auch an das Hofenfels-Gymnasium und die Niederauerbach-Kaserne erinnern. Wenn es dann vom Rosengarten aus noch einen deutlichen und attraktiven Hinweis auf unser Landgestüt geben könnte? Immer wieder erlebt man, dass Besucher der Stadt überrascht sind, was sich auf dem Gestütsgelände alles so tut. „Do is jo immer wass los!“, meinte im Vorbeigehen einer, der aus dem saarländischen Limbach kam und voll des Lobes für die Stadt der Rosen und Rosse war. Weil sie Veränderungen attraktiv machen.

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