Homburg Der große Open-Air-Musiksommer startet am Freitag
Wenn sich auf dem Homburger Historischen Marktplatz wieder 28 Formationen und Bands aus Holland (Masha Bijlsma Band), Italien (I Liguriani) oder Deutschland tummeln, haben Norbert Zimmer und Raimund Konrad ihre Arbeit getan. Monatelang haben Zimmer vom Homburger Kulturamt und Konrad, der Kulturbeigeordnete und Vorsitzende der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt mit der Planung zugebracht.
Das Prinzip ist seit Jahren dasselbe: Die Konzerte kosten keinen Eintritt, jeden Freitag gibt es zwischen 19 und 22 Uhr Konzerte der „Querbeat“-Reihe. Auf dem Marktplatz spielen dann Coverbands aus den Genres Rock, Pop, Soul, Funk und aktuellen Charthits (zum Beispiel die Band X-Pression, die zur Eröffnung am 5. Juni kommt). In ähnlichen Genregefilden bewegt sich die Zweibrücker Jing und Jang Band. Es ist die Nachfolgeformation der Hubbert House Band, die sich nach dem überraschenden Tod ihres Schlagzeugers Bernd Auer nach 15 Jahren aufgelöst hatte. Jetzt möchten sie unter einem neuen Bandnamen und mit Drummer Hary Witti weitermachen. Sonst ist die Besetzung gleichgeblieben.
Ein reines Beatles-Konzert von Les Scarabées gibt es am 3. Juli. Kölsch-Rock (Band: Hey Kölle, 10. Juli) steht ebenso auf dem Programm wie Reggae (Riddim Posse, 17. Juli) oder die Musik der 80er (The Reflexx, 24. Juli). Am 26. Juni sollte eigentlich Soulmaxx spielen. Da die Band aber kurzfristig abgesagt hat, hat Zimmer die Band Black Stuff verpflichtet, die 2025 schon da war; mit Reggae, Soul und Funk decken sie ein ähnliches Genre ab. Samstags gibt es die Jazz-Frühschoppen. In den Vorjahren spielte die Musik immer zwischen 11 und 14 Uhr. Jetzt geht“s schon eine halbe Stunde früher los, und die Konzerte dauern jeweils von 10.30 bis 13.30 Uhr. Das sei der Wunsch vieler Besucher gewesen. Am 6. Juni bestreitet die Big Band der Polizei des Saarlandes das erste Konzert der Jazz-Reihe. Sie spielen auch Filmmusik oder Pop.
Auch selbst geschriebene Stücke werden am 13. Juni das saarländische Vater-Sohn-Duo Ro und Alec Gebhardt (18) spielen. Die beiden Jazzmusiker werden auch Pop, Blues und Latin spielen. Wie jedes Jahr steht das Klassik Open-Air mit dem Homburger Sinfonieorchester am 15. August um 20 Uhr an. Es ist das einzige Konzert, das auf dem Christian-Weber-Platz stattfindet.
Etwa die Hälfte der Jazz-Formationen seien neu beim Musiksommer. Die andere Hälfte setze sich aus Gruppen zusammen, „wo man genau weiß, dass das beim Publikum ankommt und die wirklich gut sind“, erklärt Konrad, der sich um den Jazz-Frühschoppen kümmert. Denn wichtig für ihn: die Qualität muss konstant gut sein. Davon überzeugt er sich entweder persönlich, wenn er zum Beispiel zum Jazzfestival in Mainz fährt, oder er hört sie sich im Internet an. Tipps, wen man engagieren könnte, bekommt er auch von Musikern, die schon dort spielten. Einige Gruppen fragen laut Konrad auch selbst an, so bekannt ist der Musiksommer mittlerweile.
Der Marktplatz ist für Konrad als Veranstaltungsstätte optimal. Er schätzt ihn wegen der besonderen Atmosphäre. Auch die umliegenden Gastronomiebetriebe haben etwas davon. Denn der Marktplatz, auf den rund 1000 Leute passen (500 Sitzplätze gibt es) ist fast immer voll. Damit sich jeder sicher fühlen kann, wird jedes Jahr ein umfassendes Sicherheitskonzept mit dem Ordnungsamt erarbeitet. Alle Zugänge zum Marktplatz werden gesperrt, ein Sicherheitsdienst ist da.
130.000 Euro kostet der Musiksommer innerhalb der dreieinhalb Monate, verrät Konrad. Etwa 80.000 Euro betragen die Gagen für die Musikgruppen – der Rest wird in die Technik, in die Nebenkosten und in andere Posten gesteckt werden. 70.000 Euro Förderung gibt es von der Stadt. Sponsoren übernehmen den Rest, und auch die Mitgliedsbeiträge der rund 100 Mitglieder der Interessengemeinschaft helfen. „Damit finanzieren wir mindestens ein Konzert“, sagt Konrad.
2002 fand die erste Konzertreihe statt, damals noch als reines Jazzfestival. Paul Schönborn, der damalige Vorsitzende der Interessengemeinschaft, hat die Reihe ins Leben gerufen. Nach dessen Tod hat Raimund Konrad die Organisation des Jazz-Frühschoppens übernommen. „Man wächst dann rein in die Jazzszene“, erinnert er sich. „Musik generell hat mir schon immer gefallen.“ Aufgeregt, das ist er heute immer noch, ob alles reibungslos über die Bühne geht. Weil es Open-Air-Konzerte sind, treibe ihm manchmal das Wetter die größten Sorgenfalten auf die Stirn.
Ideen, neue Genres zu etablieren, hatten Konrad und Zimmer schon voriges Jahr. Aber: „Wir sind uns noch nicht ganz klar drüber“, erzählt er. Hip-Hop-, Rap- oder Country-Wochenenden schweben ihm vor. „Das liegt mir am Herzen“, schwärmt Konrad. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten.“ Die beiden Organisatoren hinter dem Musiksommer könnten schon an die grobe Planung für 2027 gehen: „Ich hab„ jetzt schon Anfragen für nächstes Jahr.“
Die Konzerte
„Querbeat“, freitags, 19-22 Uhr
5. Juni: X-Pression (Pop, Rock, Funk, Soul, Charts)
12. Juni: Jing & Jang Band (Nachfolger Hubbert House Band)
19. Juni: Sudden Inspiration (Rock, Pop, Charts, Klassiker)
26. Juni: Black Stuff (Reggae, Funk, Soul)
3. Juli: Les Scarabées (Beatles-Tribute-Band)
10. Juli: Hey Kölle (Kölsche Rock- und Pop-Songs)
17. Juli: Riddim Posse (Reggae, Soca, Calypso)
24. Juli: The Reflexx (Rock und Pop der 80er)
31. Juli: Band Kim (Rock, Pop, Soul, 70er bis heute)
7. August: Midge’s Pocket (Americana)
14. August: kein Konzert wegen Vorbereitung Klassik Open Air
21. August: The Chain (Fleetwood Mac-Tribute-Band)
28. August: Fat Cat (Rock’n’Roll und Rockabilly)
4. September: RockXn’ (Unplugged Soul, Rock und Pop)
11. September: Brass Machine (Rock, Pop, Soul)
Jazz, samstags, 10.30-13.30 Uhr
6. Juni: Big Band der Polizei des Saarlandes (Jazz, Filmmusik)
13. Juni: Alec & Ro Gebhardt (Latin, Pop, Blues, Jazz, Eigenes)
20. Juni: Masha Bijlsma Band (Pop, Jazz, Chansons)
27. Juni: Allotria Jazz Band (Swing, Dixieland)
4. Juli: Wagner & Company! (Swing, Dixie, jazzige Schlager)
11. Juli: The Sazerac Swingers (New Orleans Jazz)
18. Juli: Yvonne Isegrei & Band (Blues, Funk, Soul)
25. Juli: I Liguriani (Folk Italien, Frankr., Schottland)
1. August: Chris Hopkins meets the Young Lions (Swing)
8. August: Die Katzen (Swing, Jazz, Pop, Chanson)
15. August, 20 Uhr: Klassik Open Air, Homburger Sinfonieorchester
22. August: Ninas Rusty Horns (New Orleans Jazz)
29. August: The Hotstuff Jazzband (Swing und Jazz der 30er bis 70er)
5. September: Kevin Alamba & Dynamix (Reggae, Salsa, Soul)
12. September: Gramophoniacs (Swing, Jazz, 20er bis 50er)