Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Wunsch- und das Horrorszenario des SV Martinshöhe

Silas Dahl vom SV Martinshöhe II (hier links gegen Emre Pechlivan vom SVN Zweibrücken II) liegt mit seiner Mannschaft aussichtsr
Silas Dahl vom SV Martinshöhe II (hier links gegen Emre Pechlivan vom SVN Zweibrücken II) liegt mit seiner Mannschaft aussichtsreich im Rennen um den C-Klassen-Titel. Ob die SVM-Zweite aber wirklich aufsteigen dürfte, liegt auch am Abschneiden der ersten Martinshöher Elf.

Die Lage ist verzwickt beim SV Martinshöhe. Die zweite Mannschaft ist Tabellenführer, aber dass sie aufsteigen kann, ist alles andere als sicher.

Als Tabellenerster ging der SV Martinshöhe II in die Winterpause der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West. Und als solcher startet er natürlich auch wieder, wenn am 23. März ab 13.15 Uhr die Winterpause mit dem Heimspiel gegen die TSG Mittelbach-Hengstbach endet.

Vier Punkte liegt das Team vor der SG Contwig/Stambach auf Relegationsplatz zwei, neun sind es auf den Dritten SG Thaleischweiler-Fröschen. Bei noch sieben Spielen liegt der SVM II also auf Aufstiegskurs. Ob das aber so kommt? Denn die erste Martinshöher Mannschaft kämpft in der A-Klasse gegen den Abstieg. Nur einen mageren Punkt liegt das Team von Spielertrainer Jochen Brunner auf Rang 13 vor den direkten Abstiegsplätzen. Vor zwei Wochen merkte Brunner schon an, dass sich der Verein im Winter darauf verständigt habe, die Priorität in der Rückrunde auf seine Elf zu legen.

„Wir versuchen alles, damit die Erste nicht absteigt. Ich bin mir sicher, dass wir das gewuppt bekommen“, sagt auch Dirk Straßer von der SVM-Zweiten positiv gestimmt. Der Spielertrainer weiß aber auch: „Meine guten Spieler werden dadurch hochgezogen, das geht auf unsere Kosten.“ Die grundsätzliche Handhabe, den Abstiegskandidaten zu pushen, könne er aber verstehen, „das macht ja jeder Verein mit zwei Teams so“. Straßer verhehlt aber nicht, wie leid ihm das tut. „Wir hatten zwar vor der Runde nie das Ziel aufzusteigen. Aber jetzt liegst du auf Meisterkurs, da ist die Stimmung wegen der Priorität schon gedämpft. Auch wenn die Jungs weiter motiviert sind und daran glauben, bin ich eher Realist.“

Das Horrorszenario

Es könnte den Martinshöhern auch ein Horrorszenario drohen: Die Erste steigt ab, die Zweite wird Meister ohne Aufstiegsmöglichkeit, da nur eine Mannschaft pro Verein in einer Liga spielen darf. Die einzige Ausnahme bildet hier die C-Klasse, dann müssten beide Teams in unterschiedlichen Staffeln kicken. Wunschszenario für den Verein auf der Sickinger Höhe wäre daher natürlich eine Doppelparty, bei der es den Klassenverbleib und die Meisterschaft zu feiern gäbe.

Profitieren könnte von einem Nichtaufstieg des SV Martinshöhe II der Vizemeister. Der bräuchte dann nicht in die Relegation, sondern ginge direkt hoch in die B-Klasse. Nach aktuellem Tabellenbild wäre das die SG Stambach/Contwig. Doch auch da gibt es einen Haken. Denn sollte es so kommen, müsste der SC Stambach mit seiner Ersten gleichzeitig die Qualifikation zur A-Klasse erreichen, wonach es nach jetzigem Stand eher nicht aussieht. Die einzige Möglichkeit, mit beiden Teams gleichzeitig in der zweithöchsten Spielkasse anzutreten, wäre die Aufkündigung der SG, wie der Kreisvorsitzende Reiner Ehrgott anhand der Spielordnung feststellt.

Ehebruch

„Wir haben uns noch keine Gedanken darüber gemacht, wir warten ab, wie die Dinge kommen“, erklärt dazu SG-Trainer Gerhard Blum. Er kennt die Möglichkeit einer Aufkündigung der sportlichen Ehe, die sowieso immer für eine Saison gilt und verlängert werden muss. „Wir werden die Stambacher aber auf keinen Fall außen vor lassen, das wäre unanständig. Sondern wir werden alles gemeinsam beraten, wenn es so weit ist. Alles andere ist nicht seriös.“

Zu 80 Prozent bestehe sein Spieltagskader in der Regel aus Palatia-Spielern. Da die Contwiger allem Anschein nach in die Bezirksliga zurückkehren, wäre ein Aufrücken der zweiten Mannschaft (derzeit die SG) wichtig. „In der C-Klasse wird ein anderer Fußball gespielt. Wer von der Bezirksliga runterkommt, aus einer Verletzung oder weil der Kader voll ist, der wird sicher nicht besser zurückkommen“, benennt Blum das Hauptargument für einen Aufstieg. Die Spielertrainer Dennis Hirt (SC Stambach) und Niklas Kupper (Palatia Contwig) beschäftigen sich dagegen derzeit auf Nachfrage nur mit ihren Teams, um die Hausaufgaben im Ligabetrieb zu erledigen.

Einen lachenden (Liga-)Dritten in Sachen Aufstieg wird es übrigens laut Spielordnung erst mal nicht geben. „Laut Paragraf 26 kann der Kreis gewisse Verfügungen für die C-Klasse erlassen, das bedarf aber der Zustimmung des Verbandsausschusses“, merkt Reiner Ehrgott dazu an.

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