Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Damen-Oberliga: Ein Siegerfoto als Belohnung

Bot eine überragende Partie: Lucy Hilz (SV 64).
Bot eine überragende Partie: Lucy Hilz (SV 64).

Überglücklich sprangen sie sich nach dem Abpfiff in die Arme. Auf der Bank des SV 64 Zweibrücken saß niemand mehr, alle standen, alle klatschten, und es gab nur glückliche Gesichter: Mit einem 30:22 (15:12)-Erfolg gegen HC Koblenz machten sich die Zweibrücker Oberliga-Handballerinnen das schönste Geschenk.

Sie beendeten eine schwierige Saison mit einem Sieg. „Endlich nochmal“, jubelten Rebecca Knoll und Hanna Müller. Siegertänzchen und dann ab ins Tor zum Sieger-Selfie. Erst zum dritten Mal in dieser Saison durften die Zweibrückerinnen das mittlerweile obligatorische Mannschaftsfoto des Siegers anfertigen. Es war zugleich ein Abschiedsfoto. Mit dem Spiel verabschiedeten sich die Zweibrückerinnen vorerst aus der Oberliga.

Sowohl Zweibrücken wie auch Koblenz standen bereits als Absteiger fest. Aber beide Teams, das war spürbar, wollten sich mit einem Sieg verabschieden. „Wir waren schon echt nervös“, beschrieben Lucy Hilz und Lea Bullacher die Stimmung vor dem Spiel. Bis zum 3:3 (5.) ging es im Gleichtakt, dann ließ Janine Baus, die zwölf Tore zum Erfolg beisteuerte, den ersten Strafwurf für den SV liegen. Einen Fehlpass der Koblenzerinnen nutzte Zweibrücken zum Ballgewinn, und Baus schloss den Angriff – jetzt aus dem Feld heraus – mit dem 4:3 ab. Hanna Müller, die in der Abwehrmitte einmal mehr eine klasse Partie spielte, erhöhte vom Kreis auf 5:3. Diese Führung, die sich Zweibrücken nach sieben Minuten herausgeworfen hatte, gaben die Zweibrückerinnen nicht mehr ab.

Lucy Hilz: „Im letzten Spiel ist der Knoten geplatzt“

Auch dank einer überragend spielenden Lucy Hilz in der Rückraummitte. „Im letzten Spiel ist der Knoten geplatzt“, freute sie sich. Während der Runde hatte das Zweibrücker Toptalent geraume Zeit seine Form gesucht und fand sie am Samstag wieder. „Ich weiß auch nicht warum. Aber es war schon super mit den Fans, wie sie uns unterstützt haben. Das hat echt motiviert“, freute sich die angehende Studentin, die in der 13. Minute – der SV 64 Zweibrücken war in Unterzahl, weil Baus eine Zwei-Minuten-Strafe absaß – mit dem Treffer zum 7:5 ihr erstes von acht Toren erzielte.

„Lucy ist heute regelrecht explodiert“, gab es vom glücklichen SV-Trainer Rüdiger Lydorf ein Sonderlob. Er bescheinigte seinem Team insgesamt „eine richtig gute Leistung. Wir konnten heute vieles zeigen, was wir uns in den vergangenen Wochen im Training erarbeitet haben“. Aus einer starken Abwehr heraus – mit einer Torfrau Annalena Zahm, „die uns in den entscheidenden Phasen mit ihren gehaltenen Bällen Sicherheit gab“, lobte Lydorf seine nach Marpingen wechselnde Torhüterin – baute der SV sein erfolgreiches Angriffsspiel auf. Zunächst anfällig auf der linken Abwehrseite, wechselte Lydorf Mitte der ersten Halbzeit, stabilisierte die Defensive. Der Schlüssel, um mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause zu gehen.

Am Ende rollt der SV-Tor-Express

Im Saisonfinale ließen die Zweibrückerinnen auf Koblenzer Seite nie wirklich Hoffnung aufkommen, die Partie noch drehen zu können. Auch weil Koblenz, wie HC-Trainer Andreas Thull registrierte, zu viele Fehler machte. Bestes Beispiel die fünf Minuten nach dem 17:20-Anschlusstreffer der Koblenzerinnen. Da kamen sie in mehreren Versuchen an der SV-Abwehr oder Zahm nicht vorbei. Baus beendete mit einem erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß diese kurze torlose Phase– 21:17. Es war der spielentscheidende Moment. Nun nun rollte der SV-Tor-Express, der Koblenzer Wille war gebrochen.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zahm, 55. Midani - Baus (12/2), Hilz (8) Knoll (3/1) - Hartfelder (2), Bullacher (1) - Müller (1) - Jag, Luga (2), Hoffmann (1), Zellmer

HC Koblenz: Hayer, 50. Hammes - Güter (1), Esch (8/6), Olbrich (4) - Bierenfeld (1), Becker (4) - Helena Kleeschulte (2) - Weigand (2/2), Lepiors, Kleeschulte, Nuhn

Spielfilm: 3:3 (5.), 5;3 (7.), 10:9 (20.), 15:12 (Halbzeit), 21:18 (47.), 25:18 (52.), 30:22 (Ende) - Siebenmeter: 6/3:9/8 - Zeitstrafen: 6:4 - Beste Spielerinnen: Hilz, Müller - Becker - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Schott/Rose (HV Rheinhessen).

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