Fussball
Contwiger Fans als „Brandbeschleuniger“
Feuer ist in den Heimspielen des SV Palatia Contwig oft drin, vor allem weil der Anhang von der Außenlinie auch mal mit verbalen Äußerungen wie ein „Brandbeschleuniger“ wirkt. „Wir haben den einzigen Zuschauer, der in dieser Saison eine Gelbe Karte bekommen hat“, erzählt Contwigs Trainer Maximilian Blum lachend. So sei der Schiedsrichter beim 3:1-Sieg gegen die SG VB Zweibrücken/SV Ixheim II am vergangenen Sonntag, bei dem abermals drei Akteure den Platz vorzeitig verlassen mussten (einmal Gelb-Rot für Contwig), näher auf einen Zuschauer eingegangen.
„Der hat wohl was reingerufen. Der Schiri hat sich eine ganze Zeit lang mit ihm unterhalten und ihm dann gesagt, dass er jetzt eine Gelbe Karte hat“, berichtet der 29-jährige Blum. Er gibt jedoch an, dass der gelbe Karton nur verbal verteilt wurde und genau dieser Zuschauer auch schon des Öfteren unsanften Kontakt mit diversen Referees hatte.
Dass es in Contwig für Unparteiische grundsätzlich nicht leicht ist, das räumt der Palatia-Coach ein. „Schiedsrichter, die nicht aus unserer Gegend oder auch mal aus dem Saarland kommen und die Gegebenheiten hier nicht kennen, die haben es schon mal schwer“, fügt der studierte Betriebswirt an. Aber auch die eigene Mannschaft, in der am vergangenen Sonntag gleich sechs (!) A-Jugendliche eingesetzt wurden, trage dazu bei, dass ein Spiel ab und an etwas aus den Fugen gerät. Blum: „Unsere jungen Spieler gehen auch mal nervös ins Spiel. Da müssen wir uns dann schon mal pushen, auch von außen.“ Das Pushen solle aus seiner Sicht jedoch lieber eine Spielaktion als ein Foul sein.
Blum hofft auf Vollzähligkeit
Ein Trugschluss wäre es allerdings, wenn man die Platzverweise nun auf die jungen Spieler schieben würde. „Bei uns haben die erfahrensten Spieler die Platzverweise bekommen“, merkt Blum dazu an. Manchmal seien die Jüngsten im Team sogar eher noch zu zart. Nachdem es im Spiel gegen den SV Großsteinhausen, das Schlusslicht der Fair-Play-Tabelle, noch zwei Platzverweise auf jeder Seite gegeben hatte, musste zuletzt gegen die SG VB Zweibrücken/Ixheim II nur ein Palatia-Spieler, Steven Mathieu, den Platz vorzeitig verlassen. Laut Blum war eine Schwalbe der Grund dafür. „Es war eigentlich ein extrem faires Spiel. Mit etwas Fingerspitzengefühl schickt ihn der Schiri nicht vom Platz“, ergänzt der Contwiger Trainer. Sein Ziel sei es nun, dass im nächsten Heimspiel am Sonntag gegen den FK Petersberg beim Abpfiff noch so viele Mann auf dem Feld stehen wie beim Anstoß um 15 Uhr . „Die Platzverweise stellen das Spiel bei uns öfter mal auf den Kopf. Wir spielen elf gegen elf besser“, weiß Blum.
Höherer Eintritt?
Ein Thema ist das „frühzeitige Duschengehen“ dennoch in Contwig. „Wir haben darüber gesprochen. Das ist eigentlich gar nicht unsere Art. Bei uns müsste jeder Zuschauer wegen der vielen Tore und Platzverweise mittlerweile ein paar Euro mehr bezahlen“, fordert Blum lachend einen Event-Aufschlag.
Sportlich beurteilt er den FK Petersberg um den ehemaligen Ixheimer Trainer Oliver Schneider als einen sehr gefährlichen Kontrahenten. Nach einem Saisonstart zum Vergessen holten die Schwarz-Gelben zuletzt neun Punkte aus vier Partien. „In den Spielen gegen Petersberg geht es oft heiß her“, sagt Blum und hat schon ein wenig Angst vor einer erneut rustikalen Partie. Seine Prognose: „Es wird verdammt schwer werden.“