Zweibrücken „Aus dem Appelgrundschdigg is werglich was wor“

„Wissener noch, wie mir domols im Fiecher seiner Wedschafd im Langedaal so scheen Fasenacht gefeiert hann“, lautet die Frage. Und der „Lefti“, Heinz Laborenz aus Battweiler, den man von vielen Veranstaltungen als Unterhaltungsmusiker kannte, hatte an diesem Abend für Stimmung gesorgt. „Zum Beckerswäldchen“ hieß die kleine Gaststätte, die durchaus in der Stadt ein Begriff war. Von da aus ging es meist zur Wanderung steil in die Kugelfang hinauf. Seit einigen Jahren ist hier ein überaus attraktives Wohngebiet entstanden, mit engagierten Bewohnern, die durch eine Vielzahl von Gemeinschaftstreffen auf sich aufmerksam machen. Damals wie heute wächst die Stadt. Und mancher erinnert sich noch daran, wie am Etzelweg noch große Wiesen zu sehen waren, wenn man zur „Vaube“ ging oder zum SV Ixheim, der einst hier seinen Sportplatz hatte und eine alte Baracke als Vereinsheim. Dann wurde das umfangreiche Wohngebiet „Breitwiesen“ gebaut, dem heute im Rahmen des städtischen Programms „Soziale Stadt“ abermals eine neue Aufgabe zugedacht wird. Der SV Ixheim zog um an die Römerstraße und es wurden die unterschiedlichste Betriebe angesiedelt. Wobei inzwischen die Raiffeisentürme dominieren. Immer wieder, wie gerade in der RHEINPFALZ zu lesen war, beschäftigt sich der Stadtrat mit der Ausdehnung Zweibrückens am Etzelweg. Auch der Bereich an der Jacoby-Straße wird sich verändern durch das neue Baugebiet. Und immer weniger werden bald wissen, dass hier die Landwirtschaftsschule und die Beratungsstelle für die Landwirte des Zweibrücker Landes angesiedelt waren, während die Landwirtschaftliche Berufsschule des Landkreises in der Maerckerschule am Wackenberg zu finden war. Damals bot es sich für den einheimischen Künstler Sepp Semar noch an, bei der großflächigen Mosaikwand in der ehemaligen Kreissparkasse, dem heutigen Bürgerzentrum „Max 1“, auf die große Bedeutung der Landwirtschaft in unserer Region, neben dem Maschinenbau, hinzuweisen: Auf Semars Wandgestaltung fehlt nicht der Schnitter mit der Sense und nicht die Ährenleserinnen. Der Maschinenarbeiter ist an den Rand gedrängt. Vielleicht wird bei künftigen Straßennamen an „die Baure“ erinnert? An der Steinhauser Straße gab es in den letzten Jahren in der früheren Canadasiedlung verschiedene Abrisse von Wohngebäuden, die nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprachen. Mit einem neuen Lebensmittelmarkt wird hier nunmehr, wie vom Stadtrat beschlossen, das Gebiet links und rechts der Straße aufgewertet. Denn dort, wo früher das schöne „Appelgrundschdigg“ der Familie Fehrentz war und in einem Einzelanwesen der spätere Verkehrsdirektor Rudolf Karl Tröß wohnte (weil das so weit außerhalb Zweibrückens war, musste Tröß eigens in die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft gehen) – wohnen inzwischen an der Steinhauser Straße viele Zweibrücker. In den Nachkriegsjahren gab es noch eine große Lücke hin „zu denne klenne Heisjer“ der Galgenbergsiedlung. Überall wächst die „Innenstadt“, ob in Ernstweiler oder Niederauerbach – und hinzu kommen die Vororte, die einmal als „Neue“ bezeichnet wurden und längst schon zusammengewachsen sind mit dem Bestehenden. Auch wenn es nach Wattweiler oder Mörsbach, nach Rimschweiler und Oberauerbach nicht gerade „um die Ecke“ geht. Natürlich gibt es hier und da auch Leerstände an Gebäuden – aber der zeitgemäße Neubau zieht eben mehr.