Zweibrücken Auf der rechten Seite hapert’s
«ZWEIBRÜCKEN.» Enttäuschte Gesichter bei den Oberliga-Handballern des SV 64 Zweibrücken am Samstag: Mit 23:25 (14:13) verloren die Zweibrücker gegen den TV Offenbach, verpassten den Sprung auf Platz zwei. Sie setzten die Serie zuletzt wenig überzeugender Spiele fort.
Es war ein verdienter Auswärtssieg der Offenbacher, da waren sich TVO-Trainer Michael Übel und SV-Trainer Stefan Bullacher nach der Partie einig. Ihre Meinung, dass es ein richtig gutes Oberliga-Spiel war, war im Falle Übels wohl eher der Euphorie über den Sieg geschuldet. „Damit haben wir echt nicht gerechnet“, bekannte er. Aufseiten Bullachers traf die Aussage bezüglich seiner Mannschaft nur für die ersten 20 Minuten zu. Die begann wirklich gut: Tom Grieser per Gegenstoß zum 1:0, zwei Paraden von Torwart Benny Berz, eine gute Abwehraktion seiner Vorderleute. Ein weiterer Gegenstoß, diesmal erfolgreich verwandelt von Tim Schaller, der gleich darauf zwei Treffer aus dem Rückraum erzielte. Vier SV-Tore in sechs Minuten, nur eines – zum 1:2 – für die Offenbacher. Zweibrücken war Herr im eigenen Haus. Christopher Huber traf zum 5:2. Dann schlichen sich erste Fehler ein. Die Gegenstöße waren schlecht getimt. Erfolgreiche Schnellangriffe hätte es aber gebraucht, um die körperlich überlegenen Offenbacher zu überwinden, deren Umschaltspiel nicht in die Kategorie blitzschnell fiel. Zweibrücken begann Offenbachs Torwart Norman Dentzer warmzuwerfen. „Das Torwartduell habt ihr klar gewonnen“, meinte Bullacher zu Übel. Der widersprach nicht, wusste, dass sein erfahrener Keeper großen Anteil am Überraschungserfolg hatte. Unter anderem parierte Dentzer drei Strafwürfe – von Schaller, Felix Dettinger und Benny Zellmer. Statt sich früh abzusetzen, ließ Zweibrücken die Gäste herankommen. Auf den Rängen war spürbar, dass der Glaube der Offenbacher Mannschaft an sich wuchs. Übel bestätigte das. In der Halbzeit habe die Mannschaft das ganz deutlich ausgesprochen. Bei den Zweibrückern summierten sich die Probleme. Die hatten in Halbzeit eins begonnen. Die rechte Angriffsseite funktionierte gar nicht. Niklas Bayer mühte sich, findet aber seit Wochen im Angriff nicht seine Form. Sein Nebenmann Philipp Hammann, sonst absolut zuverlässig, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dass ihm – eine umstrittene Entscheidung – sein einziger Treffer in dieser Partie – aberkannt wurde, passte dazu. Hätte der Treffer gezählt, wäre es das 24:24 gewesen. Weil rechts nichts zusammenlief, konnte sich die TVO-Abwehr auf Schaller und die linke Angriffsseite konzentrieren. Nur Christopher Huber gelang es, sich immer wieder durchzusetzen. Kapitän Tom Grieser zerriss sich sozusagen das vorletzte Hemd, um die Punkte in Zweibrücken zu behalten. Seine engagierte Arbeit am Kreis konnte die Offenbacher Abwehr nur mit einer Textilbremse stoppen, bei der Griesers Trikot in zwei Teile zerlegt wurde. Auch bei Benny Zellmer stieg mit zunehmender Spieldauer die Fehlerzahl. Torwart Benny Berz, in den ersten 30 Minuten ein starker Rückhalt, kam in Hälfte zwei nicht mehr ins Spiel. Julien Santarini konnte keine Akzente setzen, als er ihn ablöste. Und kein eingewechselter Ersatzspieler konnte die vorhandenen Probleme lösen. So ging Offenbach in der 48. Minute durch Maximilian Daum beim 21:20 erstmals in Führung. Huber brachte den SV noch mal mit 23:22 in Führung, aber Daum glich aus. Zwei Treffer von Tino Gläßgen und der nicht anerkannte Treffer Hammanns führten am Ende zum Gästesieg. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini - Bayer (2), Schaller (5), Huber (7) - Zellmer (4/2), Hammann - Grieser (2) - Wöschler (1), Majbik (1), Dettinger (1) TV Offenbach: Denzer - Sebastian Mohra (2), Klein (3/1), Steuer - Metz, Kunz (5) - Graap (6) - Philipp Mohra (5), Daum (2), Pfalzer, Gläßgen (2) Spielfilm: 4:1 (6.), 5:4 (12.), 7:4 (15.), 10:6 (19.), 11:11 (26.), 14:13 (Halbzeit), 18:18 (42.), 20:20 (47.), 20:21 (48.), 23:23 (55.), 23:25 (Ende) - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 5/2 - 5/1 - Beste Spieler: Huber, Grieser - Dentzer, Philipp Mohra, Kunz - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Wolff/Parlak (Saulheim/Bretzenheim).