Zweibrücken
Archive zum Hambacher Fest bald Unesco-Welterbe?
Der 200. Jahrestag des Hambacher Fests steht im Jahr 2032 an. Die Siebenpfeiffer-Stiftung unterstützt die Bemühungen, dass bis dahin alle Archivalien, die in Zusammenhang mit der historischen Demonstration für Freiheit und Demokratie von 1832 stehen, von der UN-Kulturstiftung Unesco als Weltdokumentenerbe anerkannt werden. Nach Aussage von Martin Baus, des Geschäftsführers der in Homburg und Zweibrücken ansässigen Siebenpfeiffer-Stiftung, sind die Vorbereitungen für den 200. Jahrestag des Hambacher Fests bereits angelaufen. Man habe zwar noch gut sieben Jahre Zeit, doch die Planungen für ein vielfältiges Programm hätten schon begonnen.
Die liberalen Politiker und Journalisten Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth aus Homburg und Zweibrücken gelten als führende Mitorganisatoren des Hambacher Fests vom 27. Mai bis 1. Juni 1832. Diese Veranstaltung, bei der der Ruf nach nationaler deutscher Einheit, Freiheit und Volkssouveränität laut geäußert wurde, machte das Hambacher Schloss zu einer Wiege der Demokratie in Deutschland.
Unter Federführung des Landesarchivs Speyer
Die Bemühungen, die Hambach-Archive von der Unesco als Weltdokumentenerbe anerkennen zu lassen, gehen nach Baus’ Worten auf eine Initiative des Rheinland-Pfälzischen Landesarchivs in Speyer zurück. Zu den genannten Archivmaterialien, so Baus, sollen auch jene Zeitungen, Drucke und Briefe gehören, die sich in der Sammlung der Siebenpfeiffer-Stiftung befinden. Außerdem würden in diesem Zusammenhang unter Federführung des Landesarchivs Speyer auch Dokumente aus dem Stadtmuseum Zweibrücken, aus Speyer, München und Wien gesichtet.
Der 200. Jahrestag biete die Gelegenheit, deutlich zu machen, dass das Hambacher Fest in Homburg und Zweibrücken „geboren“ worden sei. Martin Baus: „Als Siebenpfeiffer im Herbst 1830 die Erstausgabe seiner kritischen Zeitung ,Rheinbayern’ veröffentlichte und er vom wutentbrannten bayerischen König Ludwig I. als Homburger Landrat entlassen wurde, begann jene Bewegung, die in Hambach ihren Höhepunkt fand.“ Dieses Ereignis könne die besondere Bedeutung der saarpfälzischen Region für die deutsche Demokratie stärker ins öffentliche Bewusstsein tragen.
Wosnitza bleibt stellvertretender Vorsitzender
Auf ihrer Jahrestagung 2024 in Homburg hat die Stiftung den Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza für weitere fünf Jahre als stellvertretender Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung bestätigt. Den Vorsitz hat laut Satzung der Landrat des Saarpfalz-Kreises inne. Das ist seit 2015 der Bexbacher Theophil Gallo, der Ende Mai kommenden Jahres sein Amt als Chef der Homburger Kreisverwaltung an seinen Nachfolger Frank John aus Kirkel-Limbach übergeben wird. Bis dahin wird der Vorstand der Siebenpfeiffer-Stiftung Frank John formell als neuen Vorsitzenden gewählt haben.
2025 wird die Stiftung zum 17. Mal ihren renommierten Siebenpfeiffer-Preis für unbeugsame Journalisten verleihen. Theophil Gallo kündigt den Festakt mit Preisvergabe für den 16. März kommenden Jahres an. „Die Jury unter Leitung von Martin Grasmück, dem Intendanten des Saarländischen Rundfunks, befindet sich mittendrin in intensiven Beratungen. Voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte werden wir mehr sagen und Namen nennen können“, so der Stiftungsvorsitzende. Der Siebenpfeiffer-Preis wird seit 1987 verliehen. Unter den Preisträgern befinden sich Journalisten wie Franz Alt, Peter Scholl-Latour, Günter Wallraff und Edward Snowdens enger Mitarbeiter Glenn Greenwald.
Träger der Stiftung sind neben dem Saarpfalz-Kreis die Städte Homburg, Zweibrücken, Rastatt, Lahr/Schwarzwald und Neustadt/ Weinstraße, die Landkreise Bad Dürkheim, Kaiserslautern und Kusel sowie die Landesjournalistenverbände in Rheinland-Pfalz, im Saarland, Baden-Württemberg und Thüringen.