Zweibrücken
34:36 – VTZ zu fehlerbehaftet gegen VTV Mundeheim
Handball: Danijel Grgic, Coach des Oberligisten VTZ Saarpfalz, war am Sonntagabend sichtlich und hörbar angefressen. Gerade hatte seine Mannschaft ihr Heimspiel gegen die VTV Mundenheim knapp mit 34:36 verloren. Gut gekämpft, aber keine Punkte. Für die Niederlage gegen hochmotivierte Gäste aus der Vorderpfalz machte Grgic etliche Ursachen aus.
„Zunächst mal: 36 Gegentore zu Hause sind einfach zu viel“, meinte Grgic nach dem Spiel in der Westpfalzhalle. „Wir haben gekämpft, keine Frage. Aber die Mundenheimer haben ihre Chancen genutzt, wir dagegen hatten es nicht verdient zu gewinnen.“ Bei der VTZ sei es derzeit aus seiner Sicht ein bisschen wie bei Bayern München: „Ich erzähle und erzähle und erzähle – aber die Spieler hören nicht richtig zu.“ Da kämen dann bei jedem Spieler drei, vier Fehler zustande, übers Spiel gesehen einfach zu viel.
Grgic mit Torleuten unzufrieden
Auch mit der Leistung seiner Torhüter Yannic Klöckner und Alexander Dörr war er nicht einverstanden: „Ich sag’ das eine, der Torwart sagt was anderes. Aber wir können doch nicht bei 13 Metern verteidigen.“ Einen Matchwinner sah Grgic daher im gegnerischen Keeper Janik Kunz. Der hatte am Ende 14 Paraden auf dem Konto, inklusive eines parierten Strafwurfs und eines Tores ins leere Zweibrücker Gehäuse. Die VTZ-Keeper kamen auf sechs Paraden – zusammen.
Aber auch wenn die Trainingsbedingungen unter Woche nicht gut waren (einmal fiel die Einheit wegen der Bombenräumung, einmal wegen des Feiertags aus), die VTZ kam eigentlich nicht schlecht in die Partie, hielt in der ersten Hälfte gut mit. Auffällig aber schon hier: die hohe Zahl an technischen Fehlern und Fehlwürfen. Und wenn die Zweibrücker vorne mal trafen, schalteten die Mundenheimer einfach immer blitzschnell um. Der Chronist hatte den VTZ-Treffer kaum vermerkt, das krachte es schon wieder auf der anderen Seite – Rückzugsverhalten mangelhaft. „Wir rennen immer zurück bis zur Sechsmeterlinie, statt mal zu versuchen, einen Spieler bei neun Metern zu stoppen“, monierte Grgic hier. Dazu bekam die VTZ-Abwehr keinen richtigen Zugriff auf die besten Gästespieler, Simon Schleidweiler im linken Rückraum und Leonnard Pfeil auf Linksaußen. Die beiden allein erzielten 21 der 36 Gästetreffer. Im Angriff agierten die VTV-Spieler lauffreudig und gingen mit viel Einsatz in die sich bietenden Lücken. Dass hier allerdings die zweit- und die drittbeste Abwehr der RPS-Oberliga auf dem Spielfeld standen, stellten beide über 60 Minuten nicht unter Beweis.
Schon zur Halbzeit beschlich einen daher das ungute Gefühl, dass das wohl nichts werden wird mit einem weiteren VTZ-Heimsieg. Zumal die VTZ auch etwas schlafmützig aus der Kabine kam, nach nur vier Minuten war aus dem 15:18 schon ein 15:21 geworden.
Besser mit siebtem Feldspieler
Grgic versuchte nun viel, schickte Martin Mokris, der vor der Pause auf der Bank geschmort hatte (Grgic: „Aus disziplinarischen Gründen“) als siebten Feldspieler rein. Das klappte nach und nach immer besser. Urplötzlich – keiner wusste so recht, wie – war die VTZ durch Mokris’ Strafwurf beim 33:33 (56.) wieder mittendrin im Spiel. Aber erst scheiterte dann Tom Paetow mit seinem Wurf, kurz darauf der ansonsten starke Richard Wilga von Linksaußen.
Das war’s dann, die Mundenheimer konnten im Kreis ausgiebig ihren „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ bejubeln. „Ich bin stolz, wie mutig und entschlossen meine junge Mannschaft hier gespielt hat. Wir haben gegen den SV 64, gegen Saulheim und Budenheim jeweils mit nur einem Tor verloren. Heute waren wir wohl einfach mal dran“, sagte VTV-Trainer Andreas Reckenthäler nach der Partie zufrieden. In der doch wieder engen Schlussphase hätte sein Team das sehr clever ausgespielt.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Klöckner, Dörr (ab 16.) - Kraucevicius (6/1), Rifel (1), Paetow (9) - Brauns, Wilga (5) - Bach (2) - Mokris (7/4) Zilincik (2), Schweitzer (2), Berndt
VTV Mundenheim: Kunz (1), Klein (bei zwei 7m) - Simon Schleidweiler (9), Naas (1), Schmieder (6) - Aaron Schleidweiler (2), Pfeil (12/6) - Hopp (1) - Zentgraf (3), Thilmann (1), Pönisch, Benjamin Treiber, Yannick Treiber, Deege
Spielfilm: 3:3 (6.), 5:8 (11.), 8:8 (12.), 14:14 (26.), 15:18 (Halbzeit), 15:21 (33.), 19:23 (38.), 25:29 (45.), 29:33 (51.), 33:33 (56.), 34:36 (Ende) - Zeitstrafen: 6:4 - Siebenmeter: 6/5 - 6/6 - Beste Spieler: Wilga, Paetow, Mokris - Kunz, Pfeil, Simon Schleidweiler - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Sarah-Kristin Kull/Günter Hoffmann (Bingen/Mainz-Bretzenheim).